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Delitzsch Ehrendienst in der Benndorfer Wehr
Region Delitzsch Ehrendienst in der Benndorfer Wehr
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00:21 02.10.2017
Bundeswehrsoldat Matthias Dehnicke hilft während seiner Ausbildungszeit in der Feldwebel-Boldt-Kaserne bei der Benndorfer Feuerwehr aus. Quelle: Ditmar Wohlgemuth
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Benndorf

„Er stand einfach vor der Tür des Gerätehauses und hat gefragt, ob er mitmachen kann“, erzählt der Benndorfer Wehrleiter Günther Robitzsch. Matthias Dehnicke hatte dafür, wenn auch unbewusst, einen denkbar günstigsten Moment ausgesucht. Die Kameraden waren gerade zu ihrer jährlichen Hauptversammlung zusammengekommen, ließen die Ereignisse Revue passieren und steckten weitere Ziele der Arbeit ab. Das war im Januar. Der Wunsch des 23-Jährigen, bei den Benndorfern mitmachen zu wollen, kam nicht von ungefähr und traf vor allem von Anfang an nicht auf Skepsis, sondern auf ehrliche Offenheit und Interesse. Erst recht, als sich der junge Mann den Kameradinnen und Kameraden vorstellte. Seit acht Jahren sei er bei der Feuerwehr, allerdings im bayrischen Bad Tölz. Bis zum Truppführer hat er es bislang geschafft, absolvierte den Erste-Hilfe-Speziallehrgang und ist seit fünf Jahren aktiv in der Einsatzabteilung.

Verstärkung willkommen

Die Benndorfer konnten sich schon vorstellen, eine solche Verstärkung aufnehmen zu wollen. Aber was verschlägt einen Bayern nach Nordsachsen? Die Frage war berechtigt und die Antwort einleuchtend: Matthias Dehnicke ist Soldaten und absolviert derzeit seine Ausbildung zum Feldwebel in Delitzsch. Die ist im Januar gestartet und sollte sich mit kurzen Unterbrechungen auf das ganze Jahr erstrecken. Damit wäre er den Benndorfern also für eine längere Zeit „eine willkommene Hilfe“, wie der Wehrleiter betonte.

Bevor jedoch der Bayer seinen ehrenamtlichen Dienst in Nordsachsen verrichten durfte, bedurfte es zunächst einiger Absprachen – bei der Stadt als auch beim Dienstherrn Bundeswehr. „Die Gespräche verliefen sehr wohlwollend“, berichtete Günther Robitzsch. Eine Lösung wurde unkompliziert auf dem kurzen Dienstweg gefunden. Von den Benndorfer Feuerwehrleuten erhielt Dehnicke die erforderliche Ausrüstung und einen Funkmeldeempfänger, von den Verantwortlichen in der Bundeswehr-Kaserne eine Sonderparkerlaubnis, um möglichst schnell das Gerätehaus in Benndorf zu erreichen. Gut ein halbes Dutzend Einsätze fuhr der Soldat in der Feuerwehrmontur mit. Für die schwärmte er geradezu. In seiner Heimatwehr gäbe es diese Ausstattung noch nicht. Insbesondere der leichte Helm habe es ihm angetan. Was für den Gastfeuerwehrmann ebenso neu war, waren die Frauen in der Benndorfer Wehr. In Bad Tölz suche man die vergebens. „Was mich beeindruckt hat, ist die sehr gut Kameradschaft und der Umgang miteinander. Der Teamgeist ist faszinierend. Hier wird gemeinsam angepackt“, fasste Matthias Dehnicke seine Eindrücke der vergangenen Monate zusammen. Diese Erfahrungen habe er woanders bislang so noch nicht sammeln können. In der bayrischen Wehr ginge es doch noch sehr hierarchisch zu. Er habe sich jedenfalls gefreut, dies erleben zu können. Matthias Dehnicke ist übrigens der erste Soldat aus der Feldwebel-Boldt-Kaserne, der in einer örtlichen Feuerwehr der Region Dienst tat.

Mittlerweile ist Matthias Dehnicke wieder an seine Stammdienststelle in Altenstadt versetzt und von den Benndorfer Kameraden herzlich verabschiedet worden. Sie ließen ihn ziehen mit dem Versprechen, wenn er mal wieder in der Nähe ist, unbedingt vorbei zu schauen.

Von Ditmar Wohlgemuth

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