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Delitzsch Eieiei, Tiergarten Delitzsch hat Pech mit seinen Flamingo-Eiern
Region Delitzsch Eieiei, Tiergarten Delitzsch hat Pech mit seinen Flamingo-Eiern
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09:00 18.04.2017
Tiergartenleiterin Julia Gottschlich hat regelmäßig nach den Flamingoeiern geschaut – zu Ostern die Gewissheit: es wird nix. Quelle: Wolfgang Sens
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DELITZSCH

Die Temperatur muss stimmen. Die Luftfeuchtigkeit sollte konstant bleiben. Und einmal täglich drehen, bitte! Eine besondere Aufgabe hatte das Team des Delitzscher Tiergartens in den vergangenen Wochen: Mittels Brutapparat betreute es sechs Flamingo-Eier. Doch trotz aller Mühen die bedauerliche Nachricht zum Ostermontag: Es hat nicht sollen sein – die Eier tragen gar keine Küken.

Kein Rückschlag, sondern ein Anfang

Das wird aber nicht als Rückschlag, sondern vielmehr als Beginn einer neuen Kooperation mit dem großen Leipziger Zoo gesehen. Bei den sechs Eiern handelte es sich um dort Anfang bis Mitte März gelegte Eier, eigentlich also „Kuckuckseier“. Der Transport von Eiern war trotz Vogelgrippe-Beobachtungsstatus in den vergangenen Wochen möglich. Der Zoo Leipzig hat schlicht keinen Platz mehr für weitere Exemplare und der Kontakt zur kleinen Einrichtung am Lober, die sich zum echten Vogelparadies gemausert hat, ist eng.

Der Zoo Leipzig hat in der Vergangenheit immer wieder Interesse an den 16 Delitzscher Zwergflamingos bekundet. „Das genetische Material ist sehr sehr begehrt“, betont Tiergartenleiterin Julia Gottschlich. Doch abgeben wird sie keinen, lieber betätigt sie sich als Amme.

30 Tage Ungewissheit

Das Problem allerdings ist, dass man einen Monat in ziemlicher Ungewissheit über Erfolg oder Misserfolg lebt. 30 Tage Brutdauer haben Zwergflamingos, die Schale der Eier ist sehr robust und so gescheckt, so dass man selbst als Experte wie Julia Gottschlich kaum erkennen kann, ob in dem Ei auch wirklich ein Küken ist. Man kann nur bis zum errechneten Schlupftermin alles richtig machen – und dann trotzdem „scheitern“: In dem Brutapparat wurden die sechs Eier in der Veterinär-Station des Tiergartens bei konstanten 36,8 Grad bebrütet.

„Weil Flamingos Wasservögel sind, muss man auch bei der Luftfeuchtigkeit sehr Acht geben“, erläutert Julia Gottschlich. Zirka 65 Prozent Luftfeuchte braucht es. Regelmäßig hat die Tiergartenchefin die sechs Eier kontrolliert und durchleuchtet. Dazu kommt eine spezielle Lampe zum Einsatz: „Wichtig ist kaltes Licht“, sagt die 34-Jährige. Wobei „kalt“ nicht nur die Lichtfarbe, sondern tatsächlich die Temperatur betrifft – das Ei soll ja nicht gegart werden.

Dabei nun schon vor Kurzem die Feststellung, dass aus einem bereits Anfang März gelegten Ei definitiv kein Schlupf mehr zu erwarten ist. Nachdem nun die 30 Tage auch bei den anderen pünktlich zu Ostern rum waren, offenbarte sich endgültig, dass fünf der Eier überhaupt nicht befruchtet und eines wohl schon abgestorben war.

Selbst wenn dieser erste Versuch, Flamingoeier auszubrüten also nicht komplett gelungen ist, sind weitere Versuche bereits zugesagt. „Wir hoffen, dass wir Erfolg haben können, wenn wir jedes Jahr richtig frische Eier bekommen“, so Julia Gottschlich. Für eigene Brutbemühungen sei die hiesige Flamingogruppe mit 16 Exemplaren noch zu klein und die Bedingungen noch nicht ideal.

Übrigens hat es im Tiergarten mit Nachwuchs an anderer Stelle geklappt: Gründonnerstag wurde eine Trampeltierstute geboren.

Von Christine Jacob

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