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Ein Moment der Unachtsamkeit

Ein Moment der Unachtsamkeit

Eine Tragödie ereignete sich am 18. Oktober im vergangenen Jahr am Delitzscher Stadtring. Weil ein 71-jähriger, bisher völlig unbescholtener und erfahrener Delitzscher Skoda-Fahrer einen Moment unaufmerksam war, verlor ein 25-jähriger Motorradfahrer sein Leben.

Delitzsch. Wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung verurteilte das Amtsgericht Eilenburg jetzt den allein an diesem Unglück Schuldigen, einen gelernten Landwirt und Lehrer, zu 5500 Euro Geldstrafe.

 

 

Aus Richtung Leipzig kommend wollte an diesem Tag der Rentner mit seinem Auto am Stadtring geradeaus die B 183 a überqueren. Dabei missachtete er die Vorfahrt der von rechts kommenden Verkehrsteilnehmer. "Ich habe in Richtung Dübener Straße geschaut, die Strecke ist von der Kreuzung aus gut einsehbar, aber ich habe niemanden bemerkt", erklärte der Angeklagte der Richterin. Ein Augenblicksversagen, so kommentierten es Gutachter und Staatsanwaltschaft. Mit 18 Stundenkilometern fuhr er unbekümmert einfach auf die Kreuzung. Erschrocken bemerkte der Rentner dann, dass urplötzlich ein heranfliegender Motorradhelm an sein Auto krachte. Der Yamaha-Fahrer hatte keine Chance. Mit rund 70 km/h prallte er gegen den Skoda und schleuderte weiter auch gegen einen wartenden Ford. Schwerste Verletzungen der inneren Organe, Knochenbrüche, ein Schädelbasisringbruch und Hirnverletzungen führten dazu, dass der junge Mann noch am Unfallort starb. Der Unfallverursacher - der sofort angehalten und per Handy aufgelöst Polizei und Rettungsdienst informiert hatte - und die Fahrerin des Ford mussten unter Schock ins Delitzscher Krankenhaus gebracht werden. Alkohol, Drogen oder Medikamente waren nicht im Spiel. Ein Augenblick Unaufmerksamkeit hatte schweres Unglück über eine Familie gebracht, das Verwandte und Bekannte noch heute belastet.

Mutter und Freundin des tödlich Verunglückten, die zum Teil lange Zeit wegen nervlicher Leiden in ärztlicher Behandlung waren, weinten im Gerichtssaal. Doch auch der Schuldige bekannte: "Mein ganzes Dasein ist ein anderes geworden, es ist schwer, tagtäglich mit diesem Schuldbewusstsein leben zu müssen." Der Delitzscher hat nach dem Todesdrama, das ein bis heute nachwirkender schockierender Lebenseinschnitt war, freiwillige Fahrtests beim ADAC gemacht, um seine Fahrtüchtigkeit im Alter zu untersuchen. Alles in Ordnung, so das Ergebnis, es lagen und liegen auch keine körperlichen Beeinträchtigungen beim Fahrverhalten vor.

So sah das Gericht einen Fahrerlaubnisentzug als nicht notwendig an. Doch für den Verurteilten, der nur einen Moment leichtfertig gehandelt hatte, wird es teuer. Neben der Geldstrafe in Höhe von 110 Tagessätzen zu 50 Euro hat er alle Kosten des Verfahrens, auch die der als Nebenkläger auftretenden Familie des tödlich Verunglückten, zu tragen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 09.11.2013
Hellmut Mauersberger

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