Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Delitzsch Ein Viertel der Delitzscher Zoobesucher zahlt nicht
Region Delitzsch Ein Viertel der Delitzscher Zoobesucher zahlt nicht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:00 06.12.2018
Es kann auch auf kleine Summen ankommen. Quelle: dpa
Delitzsch

Die Delitzscher Freizeiteinrichtungen sind beliebt. Der Tiergarten befindet sich auf Rekordkurs, das Museum Barockschloss Delitzsch ist überregional ein Begriff und lockt immer wieder mit neuen Sonderausstellungen, das Freibad ist in den Sommermonaten wie ein Magnet. Teilweise sind die Eintritte sehr preiswert. Oder aber ganz frei. Ob gerade das ewig so bleiben kann, wird nun diskutiert werden müssen – denn immer mehr Gäste müssen nichts zahlen, wenn sie die Angebote nutzen. Die Frage ist: Ist das fair?

Thema muss auf Agenda

„Es ist ein Thema, das wir 2019 dringend besprechen müssen“, so Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos) auf LVZ-Anfrage zu dem Thema. Der Anteil an „Nichtzahlern“ sei in einigen Einrichtungen sehr hoch geworden und man müsse von einer „Unverhältnismäßigkeit“ sprechen. Im Tiergarten zum Beispiel, so belegen die aktuell vorliegenden Jahresbilanzen, haben allein 2015 und 2016 jeweils ein Viertel der Besucher nicht gezahlt. Von den knapp 52 000 Gästen im Jahr 2015 konnten rund 13 000 den Tiergarten „nichtzahlend“ besuchen, von den rund 58 000 im darauffolgenden Jahr waren es knapp 15 500. Grund für die Befreiung waren entsprechende Paragrafen in der Tiergartensatzung. Da können – um nur ein paar Beispiele zu nennen – Kinder in Kindertagesstätten der Stadt zweimal jährlich im Rahmen des Kita-Alltags den kleinen Zoo so besuchen oder Inhaber von Sozialpass oder Familienpass haben bis zu sechsmal jährlich freien Eintritt. Ähnlich verläuft die Saison im Freibad: Rund 2200 Gäste von knapp 32 800 im Jahr 2015 waren den nichtzahlenden Besuchern zuzurechnen, 1000 waren es von den rund 23 300 im darauffolgenden Jahr. Und auch im Barockschloss käme man auf ähnliche Werte, heißt es aus der Stadtverwaltung. Jedem sollte klar sein, dass der Stadt damit auch Geld verloren geht.

Stadt investiert viel

Dabei investiert die Stadt auf der anderen Seite sehr viel Geld in diesen freiwilligen Bereich. Das heißt: Tiergarten, Bad und Co. sind keine Pflichtaufgabe der Kommune, sondern Delitzsch leistet sich diese Einrichtungen zum Wohle der Bürger. Zwei Millionen Euro jährlich werden dafür zur Verfügung gestellt. Die sogenannten nachgeordneten Einrichtungen sind ein Kann und kein Muss, bereiten großen monetären Aufwand und spielen doch ohnehin schon wenig Geld zurück in die Kasse.

Prüfstand notwendig

Dass so ein großer Anteil von Besuchern nicht zahlt, wird nun auf den Prüfstand kommen. Ergebnis? Offen bislang. Die internen Auswertungen sollen demnächst in den Ausschüssen aufgegriffen und politisch diskutiert werden. In der Politik sei man in den vergangenen Jahren nicht an das Thema herangegangen, auch in den Haushaltsdiskussionen für den nächsten Doppelhaushalt habe es keine Rolle gespielt. Klar muss sein: Es wird in den anstehenden Diskussionen sicherlich nicht darum gehen, jemanden abzuhängen, ihm Dinge wegzunehmen oder solche Angebote gänzlich zu streichen. Nur thematisiert werden muss der große Anteil Nichtzahler. Immerhin zahlt die Stadt umgerechnet auch für jeden Besucher – ob er nun zahlend ist oder nicht – einen mitunter stattlichen Zuschuss aus den kommunalen Kassen.

Von Christine Jacob

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Das Projekt Hotel am Delitzscher Wasserturm ist einen Schritt weiter: Der Bebauungsplanentwurf wurde vom Stadtrat ohne Gegenstimme abgesegnet. Das Papier wird erneut öffentlich ausgelegt. Aber auf dem Gelände startet demnächst die Beräumung.

06.12.2018

Die Konsum-Filiale in Zwochau entwickelte sich seit längerem unterdurchschnittlich, zudem seien hohe Investitionen notwendig. Deshalb hat sich die Genossenschaft entschlossen, sie zu schließen. Die Einwohner wollen dies nicht tatenlos hinnehmen.

09.12.2018

Zweifache Lebensretter in Delitzsch. Bei der Blutspende beim DRK können sich Freiwillige jetzt gleichzeitig auch als potenzielle Stammzellenspender typisieren, um im Fall eines Falles das Leben eines Leukämiekranken zu retten. Die Aktion lief am Mittwoch zum ersten Mal.

06.12.2018