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Ein beschwingter Delitzscher

Ein beschwingter Delitzscher

Das Schlüsselerlebnis ist schon einige Jahre her. 1991, da war Volker Lauckner noch Kulturhausleiter im Barockschloss Schönwölkau, war eines Abends plötzlich Mozart ausgefallen.

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Volker Lauckner in seinem neuen Klangraum.

Quelle: Manfred Lüttich

Delitzsch. Das Kammerorchester, das eigentlich auf dem Programmplan stand, hatte aus terminlichen Gründen absagen müssen. Ersatzweise erschien das Leipziger Schlagzeug-Ensemble – eine Sechs-Mann-Formation mit Rasseln, Gongs und Klangschalen. Mozarts Melodien haben die Percussionisten nicht ausgebreitet, stattdessen einen Klangteppich, „der das eigentlich auf Klassik eingestellte Publikum zu Beifallsstürmen von den Stühlen riss“, schildert Volker Lauckner.

Inzwischen ist Lauckner 64 und hat sein Leben ganz auf Schwingungen eingestellt. Sein täglich Brot verdient der Beschwingte mit dem Verkauf von Bioresonanzgeräten, die Organfrequenzen harmonisieren und damit körperliche und seelische Leiden lindern sollen. Im Hobby widmet er sich seinem Klangzimmer. „Das ist innerhalb meiner Wohnung bereits dreimal umgezogen, weil ich immer mehr Platz brauche“, erzählt der Delitzscher, der eine Grundausbildung in Klangaussagen absolviert hat. Der aktuelle Raum hat 30 Quadratmeter, ist vielfältig ausgestattet. „Es sind mitunter ganz einfache Konstruktionen, mit denen sich wunderbare Klänge erzeugen lassen.“

Seine neueste Errungenschaft führt Volker Lauckner am liebsten vor: einen Gong mit 1,50 Meter Durchmesser und rund 60 Kilo Gewicht. Der metallene Riese durchdringt den Zuhörer mit einem beeindruckenden sphärischen Klang und enormem Lautstärke-Potenzial. Diesen Gong – wie auch Marmorstein, Klangschalen und Stahltrommel – wird der 64-Jährige am 8. Juni mit nach Bitterfeld nehmen.

Dort sollen erstmals die Ergebnisse einer ganz neuen Zusammenarbeit präsentiert werden: Lauckner hat Anfang des Jahres mit zwei namhaften Musikern aus Leipzig und Dresden das Ensemble Sonus Mundi gegründet. Jan Heinke, einen Obertonsänger und studierten Jazzsaxophonisten, kennt er schon länger, zum Schlagzeuger und Musikhochschullehrer Wolfram Dix fand er vor einigen Monaten. Die Drei sehen sich als Gleichgesinnte, wollen im Wasserzentrum Bitterfeld sowohl Einzel- als auch kollektive Klangdarbietungen zu Gehör bringen.

Volker Lauckner freut sich auf diesen ungewöhnlichen Konzertraum, der einst ein Trinkwasserspeicher war: „Er hat durch seine Größe eine wunderbare Akustik mit 20 Sekunden Nachhall.“ Und auch die konstant niedrige Temperatur von acht Grad habe ihr Gutes: „Die Schallwellen werden gut geleitet.“

Konzert „Klang-Kunst-Unter-Irdisch“ des Ensembles Sonus Mundi: 8. Juni, 19.30 Uhr, Wasserzentrum Bitterfeld, Berliner Straße 6 in Bitterfeld-Wolfen; Eintritt 15 Euro, Kartenreservierung unter 03493/512720.

Kay Würker

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