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Delitzsch Ein großer Tag für die Kleinen: Kinder feiern Schulanfang in Delitzsch
Region Delitzsch Ein großer Tag für die Kleinen: Kinder feiern Schulanfang in Delitzsch
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05:35 07.08.2017
Die Zuckertüte darf nicht fehlen: Am Sonnabend wurden an der Grundschule Ost in Delitzsch drei erste Klassen eingeschult. Quelle: Alexander Prautzsch
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Delitzsch

Die Ferien haben sich ihrem unvermeidlichen Ende zugeneigt, der Schulalltag beginnt wieder. Für viele Kinder ist dieser aber noch gar nicht alltäglich, sondern etwas vollkommen Neues. Sie sind jetzt erst Schulkinder. Weil ein neuer Lebensabschnitt etwas Besonderes im Leben ist, wird dieser in den Grundschulen feierlich begangen. So auch am Samstag in der Grundschule Ost in Delitzsch.

60 Erstklässler begrüßt

Da dort die Turnhalle nicht für alle stolzen Eltern, Großeltern, Geschwister und Gäste der 60 Kinder, die eingeschult wurden, Platz bot, wurde gleich zweimal hintereinander gefeiert. In Zweierreihen, Hand in Hand und den noch ungewohnten Ranzen auf den schmalen Rücken geschultert, liefen die Erstklässler ein. Die Wenigsten hatten wie die Zwillinge Emma und Paula der 1c ein Geschwister dabei. Alles neu, ab und zu ein Blick zurück zu den Eltern, aber dann doch wieder mit großen Augen nach vorn. Das ist ungewohnt und aufregend, weiß auch Diana Ruland, die Schulleiterin in der Beerendorfer Straße 47. „Die Kinder haben heute Nacht vielleicht nicht schlafen können“, sagt sie. Weil sie nun keine Kindergartenkinder, sondern Schulkinder seien, beginne ein Weg zu mehr Selbstständigkeit. Spätestens ab Dienstag sollen die Eltern ihre Kinder an der Schulhaustür verabschieden, damit sie den Weg in den Klassenraum allein finden. Damit sie bereits vorab ein wenig wissen, wie es dort zugeht, wurden sie von den Dritt- und Viertklässlern begrüßt.

Lektionen im Schreiben

„Hurra, ich bin ein Schulkind und nicht mehr klein, ich trage auf meinem Rücken ein Ränzelein“, sangen sie für die Neuzugänge. Erste Lektionen gab es auch im Schreiben, Rechnen, aber auch auf dem Weg zur Schule von den „großen“ Kleinen. Und bei der Sportstunde wurden die neuen Schützlinge gar einbezogen, da hielt es so manches Geschwister nicht auf Papas Schoß im Publikum. „Wer hat sich denn einen Buchstaben gemerkt?“, so die Direktorin zu ihren neuen Schülern nach dem kleinen Programm. Die zeigten, was für sie bald selbstverständlich ist, und meldeten sich mit einem Fingerzeig.

„Für mich ist das ein sehr schönes Gefühl“, sagt Ruland, nachdem die Knirpse mit ihren Verwandten in Richtung der Klassenräume gestürmt waren. Der Lehrerberuf habe auch immer etwas von Berufung und sie freue sich, unterstützt von der Stadt für ihre drei Klassen auch das Lehrpersonal zu haben. Damit die Kinder nicht in eine für sie gänzlich ungewohnte Situation geraten, arbeitet die Grundschule Ost mit elf Kindergärten zusammen. Für sie bietet sie eine Vorschule an. Im letzten Halbjahr hatten die Kinder so die Gelegenheit, bereits die Schule und ihre zukünftige Klassenlehrerin kennenzulernen. Ina Schmidt, Birgit Gradehand und Sandra Tewes, die die 1a, 1b und 1c leiten, sind daher bereits vertraute Gesichter. „Ich habe 1983 angefangen, bin seit 35 Jahren im Schuldienst“, sagte Ina Schmidt. Nichtsdestoweniger sei es für sie immer noch ein emotionaler Moment, eine neue Klasse zu übernehmen. Die Erfahrungen aus der Vorschule ist auch ein Grund, weshalb am Samstag allenfalls Freudentränen verdrückt wurden: Für die Kinder bedeute ihre feierliche Aufnahme positiven Stress, der am Ende mit den ersehnten Zuckertüten versüßt wurde.

Klassenraum erkunden

Mehr Stress hatten da die stolzen Eltern, ihren Sprössling im Bild einzufangen. Auch sie durften mit der Klassenlehrerin anschließend schon einmal den Klassenraum erkunden, wo für die Kinder gesponsorte Lesetüten, eine Fibel und die Welt der Zahlen für sie bereitlagen. „Das ist ein sehr schöner, für ihn einmaliger Moment“, sagt Mike Jeschek. Der Selbener war bemüht, den festzuhalten. Gar nicht so einfach bei einem wachen Kind wie seinem Sohn Janik. „Es ist sein Tag“, weshalb es im Anschluss in einen Freizeitpark gehen sollte. Entspannter war da die Zschepenerin Ulrike Bittner. „Mit dem großen Sohn haben wir das alles schon einmal durch“, lacht sie. Der wechselt bald in die Oberstufe, während ihr Sohn Karl wie viele Kinder auch die erste Klasse besucht.

Von Manuel Niemann

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