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Delitzsch Einblicke in die Ex-Limonadenfabrik
Region Delitzsch Einblicke in die Ex-Limonadenfabrik
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16:40 19.05.2015

Nun kommt Bewegung in die Sache, die Ruine weg und ein neues Wohngebäude der WGD hin. In wenigen Monaten ist Schluss mit der Brache, nichts mehr so wie früher an der Ecke.

Fast schon könnte man bedauern, dass die Industriebrache verschwinden wird. Sie ist ein Stillleben des Zerfalls. Drinnen hinter den sonst verschlossenen Türen, die die Stadtverwaltung kürzlich für die Presse öffnete, tanzt der Staub in der Luft. Die Zeit steht auf schon beruhigende Art still. Tapete, Gardinen, Möbel sind noch wie zu DDR-Zeiten, oder kurz danach. Auf den alten Waschbecken liegen noch zerfledderte Seifenstücke, als könnte morgen schon wieder der ganze Betrieb loslegen. Auf den Böden liegen Etiketten aus den guten alten Zeiten des Betriebsstandorts Delitzsch der Krostitzer Brauerei. Und es gibt Berge von ausgedienten Kassenbon-Rollen des Getränkemarktes, der hier bis Mitte der 1990er-Jahre ein wenig an die alten Zeiten anknüpfte.

Der Charme des Zerfalls wohnt der einstigen Limonadenfabrik in jedem Winkel inne. Aber wohnen sollen hier bald Leute in zirka 40 hochwertigen Wohnungen. Der Stadtrat hat sein Okay dafür gegeben. Inzwischen sind für die Revitalisierung die Fördermittel bewilligt, an den Abrisskosten in Höhe von zirka 160 000 Euro beteiligt sich der Freistaat mit einem Fördersatz von 75 Prozent (wir berichteten).

Das Geld wird von der Stadt schnellstmöglich an die Wohnungsgesellschaft weitergereicht, der Bebauungsplan ist von einem Sondergebiet in ein allgemeines Wohngebiet zu ändern. Den 40 Wohnungen will die WGD perspektivisch auch Gewerbeeinheiten zur Seite stellen. Die WGD muss mit den Fördermitteln aber schnell ans Handeln gehen, die Gelder vom Freistaat sind schließlich dieses Jahr zu verbrauchen. "Der Abriss wird im September oder Oktober beginnen", sagt WGD-Chef André Planer. Danach wird die Baugrube gleich für den Weiterbau nach dem Winter gesichert. "Im Frühjahr werden wir hoffentlich den Baubeginn haben", gibt André Planer die Marschroute vor.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.06.2013

Christine Jacob

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