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Eine Baustelle nach der anderen: Krostitzer Bürgermeister wird zum Baumeister

Infrastruktur Eine Baustelle nach der anderen: Krostitzer Bürgermeister wird zum Baumeister

Mit dem Ausbau der Ortsdurchfahrt Zschölkau, dem Neubau einer Mehrzweckhalle in Krostitz sowie der Schaffung zusätzlicher Hort- und Krippenplätze in der Kita und im ehemaligen Standesamt hat die Gemeinde Krostitz in diesem Jahr ein großes Programm zu stemmen. Das ist in Krostitz Chefsache.

In der Gemeinde Krostitz setzt sich Bürgermeister Wolfgang Frauendorf, was Bauangelegenheiten betrifft, gern den Hut auf.

Quelle: Wolfgang Sens

Krostitz. In der Gemeinde Krostitz ist das Bauresort Chefsache, kümmert sich Bürgermeister Wolfgang Frauendorf (CDU) persönlich um die Projekte. Als „Baumeister“ wurde er scherzhaft kürzlich von einem Gemeinderat bezeichnet. In diesem Jahr ist mit vier großen Vorhaben das Pensum für eine kleine Kommune wie Krostitz allerdings immens. „Vielleicht sogar etwas zu groß“, räumt der Bürgermeister ein. Dennoch ist Frauendorf froh, dass die Gemeinde aufgrund ihrer guten wirtschaftlichen Situation so etwas stemmen kann, was nicht jeder Kommune gegeben sei. Alle Vorhaben sind wichtig. Um den Bau der neuen Mehrzweckhalle hat Frauendorf lange gekämpft, weil die alte Sporthalle längst aus allen Nähten platzt. Der Ausbau der Ortsdurchfahrt Zschölkau steht auch schon mehrere Jahre auf der Agenda und ist nun endlich möglich geworden. Dringenden Handlungsbedarf gibt es aufgrund der hohen Nachfrage im Bereich Kindergarten, Krippe, Hort. „Kita und Schule haben bei uns Priorität“, sagt Frauendorf und begründet damit zwei weitere Vorhaben, mit denen die Gemeinde mehr Betreuungsplätze schafft.

Zweites Hortgebäude

Mit dem Umbau des ehemaligen Standesamtes in der Körnerstraße entsteht ein zweites Hortgebäude. „Weil wir dort genügend Platz haben, die Vorschulgruppe aus der Kita mit unterzubringen, wird ein Gruppenraum im Kindergarten frei“, erklärt Kita-Leiterin Heike Buse. 55 Kinder im Alter von fünf bis acht Jahren werden künftig im neuen Hortgebäude betreut werden können. Dafür musste am Gebäude eine Außentreppe angebaut werden. Sie dient als Fluchtweg aus der oberen Etage. Der Innenausbau ist bereits abgeschlossen. Auch die Möbel sind bereits angeliefert worden. Gegenwärtig sind die Erzieherinnen fleißig am Einräumen. Nächste Woche soll der Gemeinderat den Auftrag zur Gestaltung der Außenanlage vergeben. Im Gegensatz zum alten Hort gehört zum neuen eine große Grünfläche. „Bei Bedarf können wir diese noch erweitern“, sagt Frauendorf und hat dabei Land in der angrenzenden Kleingartenanlage in Aussicht. Voraussichtlich im November soll der Hort, in den die Gemeinde rund 303 000 Euro investiert, eröffnet werden.

Anbau für Krippe

Gewerkelt wird auch fleißig in der Kita im Kirchweg. Zwar etwas im Verzug läuft dort der Um- und Ausbau der Einrichtung. Ziel sei es, die Räume flexibler nutzen zu können, sagt die Kita-Chefin. Ein ehemaliger Geräteraum ist zum Erzieherinnenzimmer umgestaltet worden. Das freiwerdende Zimmer wird Schlafraum, der mit dem angrenzenden Gruppenraum einen Krippenbereich für rund 15 Kinder bildet. Damit verfügt die Kita insgesamt dann 55 Krippen- und etwa noch einmal so viele Kindergartenplätze. Der für den neuen Krippenbereich erforderliche Sanitärtrakt entsteht in einem Anbau. Dort ist kürzlich der Estrich eingebracht worden. Derzeit läuft die Sanitärinstallation mit extra kleinen, für Krippe angepassten WC-Elementen. „Mit dem Umbau wird die Einrichtung funktionaler. Wir erhalten ideale Bedingungen nach neusten Erfordernissen“, weiß die Leiterin das Engagement ihres Bürgermeisters zu schätzen, denn von ihm stammt die Idee zu den räumlichen Veränderungen. Diese beinhalten auch einen Unterstellplatz für die Kinderwagen, der im Hauptgang durch das Einziehen einer Wand entstanden ist. „Im Oktober muss alles fertig sein“, steckt Frauendorf das Ziel ab. Die Kosten für Um- und Anbau beziffert er mit 90 000 Euro, wobei die Gemeinde 73 000 Euro Fördermittel erhält. Auch personell trägt die Gemeinde der Entwicklung in der Kita Rechnung und hat im August zwei zusätzliche Erzieherinnen und zwei berufsbegleitende Kräfte fest eingestellt.

Neue Mehrzweckhalle

Mit rund 2,2 Millionen Euro beziehungsweise rund 850 000 Euro sind die neue Mehrzweckhalle und die Ortsdurchfahrt Zschölkau die teuersten Projekte. Das Straßenbauvorhaben läuft im zweiten Bauabschnitt planmäßig. Gleiches berichtet Frauendorf über den Hallenneubau, der sichtbar in die Höhe wächst. „Anfang November kommt das Dach drauf“, sagt Polier Burghard Heßler. Vor Wintereinbruch muss die Halle dicht sein, sodass im Innenbereich weiter gebaut werden kann. So fast nebenbei hat die Gemeinde noch für rund 100 000 Euro in der Turnhalle die Heizungsanlage von Öl auf Gas umgerüstet. Derweil blickt Frauendorf schon weiter voraus: „Nun wird es Zeit, den Neubau einer Grundschule anzuschieben.“

Von Thomas Steingen

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