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Einsam entspannt Künstler in Hohenossig

Einsam entspannt Künstler in Hohenossig

Am Anfang, sagt Maximilian Tomasoni, war es schon ein wenig einsam im nordsächsischen "Künstler-exil". Ungewohnt allein. Ungewohnt weit weg von allem. Und "hier ist ja nichts", meint er.

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Maximilian Tomasoni schaut sich die Welt genau an, verarbeitet seine Eindrücke in Bildern. Vor allem Arbeiten im Miniaturformat haben es ihm angetan.

Quelle: Alexander Bley

Hohenossig. Außer einer rauschenden Bundesstraße, weiten Feldern hinter dem Künstlerhaus, dem Supermarkt im nahen Krostitz ist in Hohenossig wirklich nichts so wie in seiner Heimat, dem Ruhrgebiet.

Seit gut einer Woche lebt und arbeitet der 30-Jährige nun im Künstlerhaus Hohenossig - als "artist in residence", ein Werkstipendiat sozusagen, der in Nordsachsen mal insgesamt vier Wochen frei und losgelöst arbeiten kann. Immer wieder bekommen bei den Rösslers Künstler diese Möglichkeit, sie alle schätzen das Losgelöstsein. Die Einsamkeit, das Alleinsein schätzt auch Maximilian Tomasoni nun als willkommene Auszeit: "Es ist gar nicht schlecht, sich mal voll fokussieren zu können. Ich bin sozusagen in Klausur mit mir." Geordnet und aufgeräumt läuft das bei ihm. Mit festen Zeiten wie der Teepause zwischen 16 und 17 Uhr. "Ich strukturiere meinen Tag", sagt der Künstler.

Zeitplan hin oder her - die Freiheit, die er immer wollte, hat er dennoch. Zwar studierte Maximilian Tomasoni einst Design in Münster, doch ein Job mit geregelten 40 Stunden Arbeit pro Woche wurde daraus nicht. "Ich wollte immer künstlerisch und frei arbeiten", sagt er heute. Es gab keine Alternative zum Leben als Künstler, es ist ganz nach Kandinsky eben eine innere Notwendigkeit, ein Muss - wie angeboren. Man ist eben, was und wer man ist. Als er zehn war, schenkte ihm die Mutter einen kleinen Aquarellkasten, den der 30-Jährige noch immer benutzt.

In Hohenossig kann er so experimentieren, wie er es mag. Mit Polaroid-Negativen beispielsweise, die er in seine Drucke einbaut. "So etwas habe ich auch noch nicht gemacht", ist Künstlerhaus-Inhaber Reinhard Rössler gespannt. Kleine Geschichten möchte Tomasoni mit seinen meist auch ziemlich kleinen Werken erzählen. Manchmal sind sie kaum größer als eine Visitenkarte, ein Notizzettel oder eine Postkarte - dann doch wieder locker 50 mal 50 Zentimeter groß. Vor allem aber liebt er die Miniaturen. Vielfältig und immer wieder anders - das ist sein Stil. Mal sind seine Bilder wie kleine Comicstrips, mal ein grafisch nachempfundenes und gerastertes Foto der Obamas oder der englischen Thronfolger. Mal arbeitet er schwarz und weiß, mal bunt. Mal figürlich. Dann wieder abstrakt. Die Inspiration kommt meist aus dem Internet. "Wir leben in einer Bilderwelt", sagt Maximilian Tomasoni. Und das Internet ist voll von Bildern. Manchmal geht er gezielt ins Netz, sucht zum Beispiel nach einem Foto von einer Migrantenfamilie, das er dann bildlich weiter verarbeitet. Dann wieder stolpert er über ein Motiv.

Blut geleckt hat der schmale Mann, dem das Künstlerhaus bis zur Kontaktvermittlung durch einen Kollegen kein Begriff war, auch in und an seiner nordsächsischen Einsamkeit. Im kommenden Jahr möchte er sich für das Sächsische Druckgrafik-Symposion bewerben und dann gerne mit vier Kollegen vier Wochen im Künstlerhaus fernab aller sonstigen Zwänge genießen.

Christine Jacob

@Bilder des Künstlers sind im Internet unter www.maximilian-tomasoni.com zu sehen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 02.05.2013

Christine Jacob

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