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Delitzsch Einsam in Delitzsch? Wie ein Kaffeekränzchen hilft
Region Delitzsch Einsam in Delitzsch? Wie ein Kaffeekränzchen hilft
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00:32 03.06.2018
Daniela Winkler will die Schwelle zum Treff der Volkssolidarität möglichst weit absenken. Quelle: Heike Liesaus
Delitzsch

Das „Herzlich Willkommen“ steht schon mal ganz groß im Eingangsbereich des Begegnungszentrums der Volkssolidarität in Delitzsch. Darunter ist samt Zeitangaben zu lesen, wofür es gilt: Sport, Chor, Handarbeit zum Beispiel. Daniela Winkler, Leiterin des Zentrums, und ihre Mitstreiterinnen haben noch eine Lücke im Plan sowie freie Kapazitäten erspäht. Deshalb wird jetzt noch ein„Kaffeekränzchen“ jeden Donnerstag von 14 bis 16 Uhr zwischen die Termine gesetzt. Das ist eigentlich eine kleine nette Sache. Doch für manchen kann es ein großer Schritt sein. Und der soll über eine niedrige Schwelle führen. „Es kommen Leute hierher und suchen Kontakt“, hat Winkler beobachtet. Auf der anderen Seite brauchen die einzelnen Gruppen durchaus Nachwuchs. Doch kommt dann ein Neuling, kann es sein, dass die Mitglieder nicht gleich so offen reagieren, wie erhofft. Dann kann die erste Begegnung ein Misserfolg werden, und der- oder diejenige kommt nie wieder. „Dabei gibt es viele, denen die Decke auf den Kopf fällt“, findet Daniela Winkler. „Und Einsamkeit macht krank.“ Eine Erkenntnis, die wissenschaftlich bewiesen ist. In Großbritannien wurde gar eine Ministerin gegen Einsamkeit ernannt.

Bekannt werden

Daniela Winkler hat sich auch deshalb auf die Fahnen geschrieben, die Besucher zu begleiten und ihnen ersten Schritt so angenehm wie möglich zu machen. „So eine kleine Plattform wie das Kaffeekränzchen ist übersichtlich. Dabei können Kontakte geknüpft werden. Und wer bei den verschiedensten Gelegenheiten auf dieselben Leute stößt, trifft damit schließlich auf Bekannte. Außerdem kann es der Einstieg sein, die anderen Angebote zu nutzen und überhaupt zu erfahren, was es alles an Hilfe gibt. Keiner muss allein bleiben, nur weil er alt und krank ist“, stellt die 44-Jährige fest. Und gerade kommt eine Seniorin vorbei, die in Sorge ist, wie sie an den Start für die nächste Ausfahrt kommt. Sie müsse sich nicht sorgen, wird ihr erklärt: Ein Shuttle kommt, der alle einsammelt.

Der erste Schritt mag also oft der schwierigste sein, doch am Ende gibt es positive Resonanz zu verzeichnen: „Bloß gut, dass ich hierher gekommen bin.“ Das hatte gerade wieder eine Delitzscherin gesagt. Sie hatte sich bewegen wollen, beim Sportkurs mitgemacht, dann die gemeinschaftlichen Riesemöglichkeiten entdeckt. „Nun will sie sich am liebsten noch im Außengelände betätigen“, erzählt Winkler. „Wichtig ist, nicht den Mut zu verlieren. Wer Probleme hat, kann mich immer gern persönlich ansprechen“, betont die Zentrums-Chefin. Sie versucht zwar schon selbst, die Situation der Neulinge im Blick zu behalten, und zu helfen, „aber alles bekomme ich auch nicht mit.“

Treffpunkt für alle Generationen

Natürlich freut sich der Verband auch über neue Mitglieder. Schließlich gibt es Sterbefälle, Krankheiten, Umzüge in Pflegereinrichtungen, die die Zahl schwinden lässt. Aber die Angebote im Begegnungszentrum können von jedermann wahrgenommen werden. Im Haus am Wallgraben, das extra den Titel „„Jung & Alt“ trägt, gibt es die nicht allein für Senioren. Hier trifft sich auch die Krabbelgruppe, wird Kindertanz für die Kleinen ebenso angeboten wie Workout- und rhythmusbetontes Drums-Alive-Training für die Eltern-Generation.

Von Heike Liesaus

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