Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 9 ° heiter

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Eisenbahn-Liebe im Delitzscher Bürgerhaus

Eisenbahn-Liebe im Delitzscher Bürgerhaus

Volles Haus im Bürgerhaus: Traditionell am ersten Novemberwochenende haben sich am vergangenen Sonnabend bereits zum 14. Mal dutzende Anhänger der Eisenbahner-kultur getroffen.

Voriger Artikel
Tourismustag im Kulturzentrum Delitzsch: Geheimtipps gesucht und gefunden
Nächster Artikel
Strategie für Mühle Hohenroda gesucht

Ingo Tippold, Dorothea Dost und Michael Sinnig (v.l.) an ihrem Stand mit Originalteilen.

Quelle: Julia Wick

Delitzsch. Unter der Überschrift Eisenbahnuniform-Sammlertreffen – kurz: Eust – waren wieder Aussteller und Besucher aus ganz Deutschland zu Gast, Und hinter so manchem Dienstkleidungsstück verbarg sich eine besondere Geschichte.

Schon beim Betreten des Saals des Bürgerhauses offenbarte sich eine Welt aus Waggonschildern, Mützen, Aufnähern, Fahrkarten und unzähligen weiteren Sammelstücken, die auf insgesamt 60 Tischen präsentiert wurden. „So viel hatten wir noch nie, und mehr würde hier auch definitiv nicht reinpassen“, sagte Hartmut Schöttge schmunzelnd, der die Eust-Idee gebar und jährlich in die Tat umsetzt. Zufrieden schaute er in die Runde, beobachtete das Getümmel um die Ausstellungsstücke in den schmalen Gängen.

Mittendrin in dieser zumeist Männerdomäne: Dorothea Dost und Angelika Grauba. Zwei Frauen in schicken Uniformen, die mehr oder weniger beide der Liebe wegen beim Sammlertreffen in Delitzsch waren. Dorothea Dost kam vor einigen Jahren über die Harzer Schmalspurbahn zu ihrer Eisenbahnleidenschaft. „Ich bin oft mit Sonderfahrten auf den Brocken gefahren und dabei mit Eisenbahnern ins Gespräch gekommen.“ Dadurch sei sie irgendwann der Interessengemeinschaft Schmalspurbahn beigetreten und durfte bald darauf das erste Mal in einer richtigen Lokomotive mitfahren. „Das ist überhaupt das Tollste, ich kann es gar nicht wirklich beschreiben, aber es ist faszinierend“, schwärmte die 46-Jährige.

Die Eisenbahn ist für sie die Kombination aus mehreren ihrer Hobbys. „Ich reise gerne, bin aber auch geschichtlich sehr interessiert und von Technik angetan.“ Nachdem sie in die Eisenbahnerszene eingestiegen war, besuchte sie bald die ersten Börsen und verfolgte einen Plan: sich eine Uniform zu kaufen. Nach langer Suche fand sie schließlich eine Mütze, die ihr gefiel – und nicht nur die Kopfbedeckung, sondern auch deren Verkäufer. Denn, wie das Leben so spielt, fand die Aachenerin durch ihre neue Eisenbahnleidenschaft auch gleich noch ihre neue Liebe. „Ich habe den Mann quasi gleich mitgekauft“, erzählte Dorothea Dost glücklich. Und auch Michael Sinnig aus Berlin, der Mützenverkäufer, strahlte am vergangenen Sonnabend: „Eine Frau zu haben, die die gleiche Leidenschaft teilt, das ist wie ein Sechser im Lotto!“ 

Anders als Dorothea Dost, die aus eigenem Antrieb die Börsen besucht, war Angelika Grabau vergangenen Sonnabend vor allem deshalb in Delitzsch, weil sie das Hobby ihres Mannes Klaus teilt. Dieser ist seit seiner Lehre zum Elektromonteur bei der Bahn ein echter Eisenbahner und begann vor gut zehn Jahren, Mützen, Aufnäher und Originalteile zu sammeln. Das Haus der Grabaus in Erfurt gleicht teilweise einem kleinen Museum. „Wir haben verschiedene Vitrinen und Rahmen, in denen wir ganz besondere Schätze aufbewahren“, beschrieb die 49-Jährige, die sich inzwischen schon recht gut in dem Metier auskennt. „Ich selbst wäre wahrscheinlich nicht auf die Idee gekommen, mich für all diese Utensilien zu interessieren, aber meinem Mann zuliebe teile ich das Hobby.“

Ein besonderes Augenmerk des 14. Eust lag auf der Uniformausstellung, die in diesem Jahr Dienstkleidung höherer Eisenbahnbeamter zeigte. Die Schwierigkeit lag allerdings nicht darin, die passenden Jacken, Hemden oder Knöpfe zu finden, sondern in der Recherche, wie die Beamten der jeweiligen Epoche tatsächlich aussahen. „Das konnte ich durch intensive Archivarbeit erfahren“, berichtete Hartmut Schöttge, der durch die Hilfe anderer Eisenbahnliebhaber letztlich insgesamt acht vollständig originalgetreue Komplett-Uniformen zusammenstellen konnte.

Julia Wick

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Delitzsch
  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • Geld für Vereine der Region
    Mikrologo Angestust

    Mit der Aktion „Angestupst“ unterstützen LVZ und Sparkasse Leipzig die Vereine der Region. Die nächste Runde läuft - jetzt mitmachen und bewerben! mehr

  • LVZ-Sommerkino im Scheibenholz
    LVZ Sommerkino im Scheibenholz: Alle Infos zu Filmen, Ticketverkauf und dem Rahmenprogramm.

    Das LVZ-Sommerkino lud wieder zu unterhaltsamen Filmabenden ins Scheibenholz ein. Sehen Sie hier einen Rückblick in Fotos und Geschichten. mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lud am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Fotos, Videos und Infos finden Sie in unserem Sp... mehr

Blättern Sie in der prall gefüllten Veranstaltungsbeilage und entdecken Sie die Termine aus den Städten und Gemeinden. mehr

23.08.2017 - 06:21 Uhr

Der FSV erlebt zum Start der Fußball-Kreisliga ein 0:7-Heimdebakel gegen Belgern.

mehr
  • Jahrtausendflut 2002

    Entlang von Mulde, Elbe und Pleite brach im August 2002 eine verheerende Flutkatastrophe herein. Die LVZ zeigt eine Bestandsaufnahme. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • Sparkassen Challenge
    Logomotiv der Sparkassen Challenge 2017

    "Sport frei!" heißt es auch 2017 bei zahlreichen Wettkämpfen der Sparkassen-Challenge. Alle Events mit vielen Fotos finden Sie hier! mehr

  • Gutes von hier

    Das regionale Schaufenster mit Produkten und Dienstleistungen aus dem Leipziger Raum - von traditionell bis innovativ. Gutes von hier eben! mehr