Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Delitzsch Elefanten auf dem Zimmer erlaubt
Region Delitzsch Elefanten auf dem Zimmer erlaubt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:50 12.02.2010
Anzeige
Delitzsch

Am Donnerstagabend hätte er sowieso keine Suite mehr bekommen. Der Delitzscher Carneval Verein (DCV) hatte zur Weiberfastnacht geladen und das (Bürger)Haus, pardon Schlummerlos-Landhotel, war restlos ausgebucht. Hoteldirektor für eine Session war der Obernarr und DCV-Präsident Rüdiger Kleinke, seines Zeichens im Privatleben weingeistiger Bacchus-Vertreter und mit dem Schöngeist bestens verbunden. So empfahl er das Schlummerlos auch als furiosen Ort für Konfettiferenzen, Festessen zu Festpreisen, Leichenschmäuse und so weiter. Also: Land- und Schürzenjäger von weit und breit vereinigt euch und zieht ins Landhotel, wo ins Casino nur Leute mit Pokerface reingelassen werden. Aber welcher Delitzscher hat das nicht?! Wasserballett im Wellnessbereich, musikalische Genüsse der Meisterklasse – außer Hoteldirektor Kleinke singen auch Luciano Pavarotti und Montserrat Caballé. Sandra Kadelbach mit Mama Gritt aber waren scharf aufs Männerballett. Während Astrid Ludwig sehnsüchtig auf eine Pause wartete, um mal verschwinden zu können. Sonst saßen die Pointen und wackelte das Zwerchfell. Und Le Maître versprach weiter: „Vom sexy Animateur bis zum heißen Stubenmädchen, für jeden gibt es etwas zu sehen und zu hören. Sogar der hoteleigene Detektiv deckt so manche kleine Sünde seiner Gäste auf.“ Hunde, Katzen, Vögel, Flöhe, Hamster und Fische auf den Zimmern seien nicht gestattet, Elefanten aber erlaubt.  

Auch im Leipziger Umland wurde am Wochenende kräftig gefetet und gefeiert. Von Zwochau bei Delitzsch über Eilenburg, Trebsen bis nach Geithain waren unsere Fotografen vor Ort, um die schönsten Impressionen für Sie einzufangen.

  Apropos Weiberfest: Überlieferungen besagen, dass es ausgerechnet die Klosterschwestern im Mittelalter vor Fastnacht heftig umtrieb, wenn die sogenannte Pfaffenfastnacht gefeiert wurde. Und die rheinischen Jecken wissen heute noch, dass die Fassenacht auch Mützenbestabelung hieß. Wahrscheinlich weil die Nonnen eine Karnevalsmütze auf ihre Haube setzten. Das Schlipseabschneiden ist wesentlich später Mode geworden. Die einen behaupten nachdem im 19. Jahrhundert Bonaparte das Zeitliche gesegnet hatte und in Europa das Narrenvolk dem Krieger eine Nase drehte. Andere sagen, der Fastnachtspaß, nicht nur der blonden Mädels, wurde erst vor 60Jahren eingeführt. Wie auch immer. 2010 ist abgehakt. Nachdem die Schlips-Schnei- derinnen ihren Jux am Donnerstag austoben konnten – das Landhotel hatte ja nur für Weiber und solche, die so aussehen, geöffnet –, kommen diesen Sonnabend auch die normalen Narren im Schlummerlos zum Zuge. Wer’s gar politisch mag, kann am Aschermittwoch um 20Uhr noch einmal an die Hoteltür klopfen – oder gleich dem Portier ‘nen Fuffi zustecken. Doch aufpassen: Drin warten Milliarden-Schulden, aber dabei sein ist ja alles.

Luz Schmidt und Manfred Lüttich

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

[gallery:500-66204761001-LVZ] Delitzsch. Der Bergbausanierer LMBV hat mit dem Abholzen von insgesamt 484 Bäumen im Stadtgebiet von Delitzsch begonnen. Die Motorsäge wird entlang des Lobers zum Einsatz kommen.

12.02.2010

 

Kreisgebiet. Nicht nur Anwohnern von Rödgen und Pressen, Ortsteilen der Stadt Eilenburg, stank es dieser Tage in der Nase. Auch auf die Mühlen der örtlichen Mitglieder und Freunde des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) war das zusätzlich Wasser, oder besser: Gülle.

17.07.2015

Ein Gutachten bescheinigt es: Die Orgel in der katholischen Kirche Sankt Marien in Delitzsch sollte durch eine neue ersetzt werden. Um dies nicht nur ein Wunsch bleiben zu lassen, wurde ein Bauverein gegründet.

10.02.2010
Anzeige