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Delitzsch Ellen Liehm: Ins Tierheim kommen meine Tiere nicht
Region Delitzsch Ellen Liehm: Ins Tierheim kommen meine Tiere nicht
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11:06 20.05.2015
Wieland Liehm steht vor dem ehemaligen Pfarrhaus in Zschernitz, das er mit seiner Frau Ellen seit mehr als 20 Jahren bewohnt. Bis zum Jahreswechsel muss sich die Familie eine neue Bleibe suchen. Quelle: Ditmar Wohlgemuth
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Zschernitz

Die neue Besitzerin, Claudia Derer aus Halle, will die Räumlichkeiten in dem Haus, das sie im Februar ersteigerte (wir berichteten), selbst nutzen, meldete Eigenbedarf an. Das ist eine legitime Vorgehensweise. Unter Einhaltung der Kündigungsfrist muss sich nun das Ehepaar eine neue Bleibe suchen. Eine Drei-Monatsfrist ist Standard. Auf Grund der langen Mietzeit stehen den Liehms jedoch neun Monate zu. Erst zum Jahresende müssen sie tatsächlich raus.

Andere Auflagen der Eigentümerin sind jedoch deutlich eher zu erfüllen. "Wir sollen bis zum 18. März alle Nebengelasse vollständig beräumt haben", berichtet Ellen Liehm. Das werde zwar zeitlich eng und auch körperlich anstrengend, aber das würde man hinbekommen.

Die Vermieterin begründet diese Forderungen in einem Schreiben an diese Zeitung so: "Die Eheleute Liehm haben seit dem Jahr 2000 zwei Mal Mieträume gekündigt und zahlten daraufhin weniger Miete. Allerdings nutzen sie weiterhin sämtliche Räumlichkeiten im Haupthaus (etwa 377 Quadratmeter), den gesamten Anbau (etwa 142 Quadratmeter) und das gesamte Stallgebäude (etwa 164 Quadratmeter) sowie eine Gesamtgrundstücksfläche von etwa 8400 Quadratmeter für einen Mietzins von 259,16 Euro. Nur zwei Räume im Haupthaus werden von ihnen nicht benutzt." Überall stünden Gegenstände und Möbel der Familie Liehm.

Viel mehr Sorgen bereitet den Liehms derzeit, wo sie demnächst ihre Tiere unter bringen sollen. Die Vermieterin bestehe darauf, dass die Tiere aus dem Haus verschwinden. Knapp eine Woche bleibe dem Paar, nach einer Lösung für die drei Hunde, drei Katzen und ein Huhn zu suchen. "Ins Tierheim kommen meine Tiere nicht", zeigt sich Ellen Liehm kämpferisch und hofft noch auf ein Entgegenkommen der Vermieterin. "Im Moment haben wir keine Alternative zur Unterbringung der Tiere." Liehms lassen sich jetzt rechtlich vertreten, beauftragten einen Delitzscher Rechtsanwalt mit der Klärung ihrer Angelegenheiten.

Indes wies der amtierende Superintendent Matthias Taatz die Anschuldigungen der Familie Liehm strikt zurück, wonach sie keinerlei Informationen zum Verkauf des Hauses erhalten hätten. "Wir haben rechtzeitig und mehrfach darauf verwiesen, auch mitgeteilt, dass das Haus versteigert wurde." Die neue Eigentümerin verwahrte sich ebenso gegen Darstellungen der Mieterin, die von ihr beauftragten Herren hätten unrechtmäßig gehandelt.

Telefonisch erreichbar sind Eigentümerin und die Verwalter momentan nicht. Familie Liehm braucht sie jetzt aber. Die Heizung des Hauses ist in der Nacht zum Freitag ausgefallen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.03.2013

Alekowa, Ines

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