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Delitzsch Ende des Schweigens eingeläutet
Region Delitzsch Ende des Schweigens eingeläutet
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17:05 28.05.2010
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. Grund sind Sanierungsarbeiten an der Priesteraner Kirche. Rund 120 000 Euro fließen bis Oktober neben den Glockenstuhl unter anderen in die Außenfassade.

Gestern müssen erst mal Turmkugel und Wetterfahne runter. Architekt Lothar Reichenbach kommt dabei ganz schön ins Schwitzen. „Mist, die zweite Schraube ist festgerostet", stellt er auf 26 Metern Höhe fest. Mit eiligst herbei georderten Entrosterspray und mit vereinter Kraft lässt sich die Schraube später lösen. Heidrun Bischoff, stellvertretende Vorsitzende im Kirchenbeirat, bleibt da mit sicherem Boden unter den Füßen Zeit, zu erzählen: „Da wir den Turm die nächsten Jahrzehnten nicht mehr anfassen wollen, ist dies die Gelegenheit, noch mal in die Kugel hineinzuschauen und weitere Zeitdokumente rund 30 Meter über Priester in der goldenen Kugel zu lagern." Bischoff erinnert sich auch: 1992 haben wir nach achtjähriger Restaurierung die Wiedereinweihung unserer Kirche gefeiert. Die Orgel war 2004 dran." Seitdem ziehen die Christen in Priester und Kupsal auch mit Orgel-Benefizkonzerten im wahrsten Sinne des Wortes alle Register für einen neuen Glockenstuhl. 25 000 Euro Eigenmittel müssen sie für die derzeitigen Arbeiten aufbringen. „22 000 Euro haben wir zusammen", fasst Bischoff zusammen. Das Ende des Schweigens ist damit eingeläutet. Seit 2008 sind die beiden Glocken, von denen eine seit mindestens 250 Jahren in Priester läutet, nicht mehr zu hören. „Die Glockenstuhlsanierung hätte damals eigentlich gleich mitgemacht werden müssen", sagt Ilse Jänicke aus Kupsal, die sich noch daran erinnern kann, wie sie die Kugel 1985 gefüllt haben. „Mal sehen, was davon noch da ist", kommentiert sie ihren Blick nach oben. Er fängt zunächst die Wetterfahne ein, die an einem Seil nach unten schwebt. „Sieht noch gut aus", finden die Priesteraner. Dann ist endlich auch die Kugel unten. Noch vor Ort öffnen die Priesteraner die Hülsen, deren Inhalt dann in der Kirche genauer begutachtet werden soll. Münzen, Zeitung und Pläne von Kupsal und Priester sehen noch richtig gut aus und werden hoffentlich noch in Jahrhunderten von den Krostitzer Ortseilen erzählen.

Von Gottesdiensten sollen die Glocken aber wesentlich schneller wieder künden. Vorausgesetzt, es kommen nicht schlimmere Überraschungen wie zu fest sitzende verrostende Schrauben hinzu, dann sollen die Glocken erstmals zum Reformationsfest am 31. Oktober wieder läuten. Pfarrer Friedemann Krumbiegel freut sich mit seinen Kirchenmitgliedern auf diesen Tag. „Das ist eine Gemeinde, die ihre Kirche liebt und das", so findet er, „sieht man der Kirche auch an."

Ilka Fischer

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