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Delitzsch Energie-Hauptstadt Delitzsch - Loberstadt richtet internationale Fachtagung aus
Region Delitzsch Energie-Hauptstadt Delitzsch - Loberstadt richtet internationale Fachtagung aus
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14:12 19.05.2015

Als einzige Stadt in Sachsen bekam Delitzsch diesen Preis. Die Fachtagung "Ressourcenmanagement und Energieeffizienz" füllte nun das Bürgerhaus der Stadt mit gut 120 Gästen aus der Ukraine, der Schweiz, Österreich und Deutschland.

"Wir leben in einer gefährlichen Zeit. Die Menschen beherrschen die Natur, bevor sie sich selbst beherrschen", bemerkte Annett Glatz in ihrer Anmoderation, bevor Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos) die Gäste im Saal begrüßte. Delitzsch hat seine Erfahrungen in dem Buch "Die nachhaltige Stadt" verewigt. Das Buch beleuchtet erstmals den vielseitigen Begriff "nachhaltige Stadt" aus dem Blickwinkel des Klima- und Ressourcenschutzes, der Kommunalpolitik und der Kreislaufwirtschaft ebenso wie aus Sicht der Stadtplanung, der Wirtschaft und der Forschung. Sachsens Umweltminister Frank Kupfer (CDU) bekam eines der ersten Exemplare überreicht, bevor er sich mit einem Grußwort an die Teilnehmer wandte. "Die nachhaltige Stadt" war später das Thema des Vortrags von Manfred Wilde, der einer der acht Autoren des Buches ist. Weitere Themen des Tages waren die Energie- und Stoffflüsse in urbanen Systemen, die Energie- und Ressourcensicherheit sowie der Blick in die energieeffiziente Stadt der Zukunft. Übrigens: In einem Fachvortrag ging es unter anderem auch um "Agenten-basierte-Hybrid-Modellierung", was auch immer das sein mag. Staatsminister Kupfer lobte Delitzsch, die Stadt sei vorbildlich und hervorragend aufgestellt. "Roh- stoffe sind endlich. Unser Augenmerk muss auf Ressourceneffizienz gerichtet sein. Ich wünsche den sächsischen Kommunen, dass sie viele Menschen mit Visionen finden, die andere mitreißen und für das Thema begeistern", so der Staatsminister.

"Mit unseren ukrainischen Gästen verbinde ich die Hoffnung, dass die Wahlen am Sonntag den Weg für eine friedliche und demokratische Entwicklung in der Ukraine ebnen", schwenkte OBM Wilde auf die aktuellen Ereignisse in der Ukraine. Delitzsch und die 13 500-Einwohner-Stadt Schowkwa (bei Lemberg) in der Westukraine verbindet seit Oktober eine Energiepartnerschaft. Schowkwa und Delitzsch trennen jedoch nicht nur 900 Kilometer, die Energieversorgung ist eigentlich gar nicht vergleichbar. Von 100 Kubikmetern Gas können in Schowkwa nur etwa 21 genutzt werden, der Rest geht für Leitungs- und andere Verluste drauf. Die Ukraine zahlt zudem den weltweit höchsten Gaspreis an Russland. Tendenz steigend. "Ich gehe davon aus, dass wir den Gaspreis zukünftig gar nicht mehr bezahlen können", sagte Bürgermeister Petro Vykhopen (51, parteilos). Er informierte über die bisherige Zusammenarbeit mit Delitzsch. Schowkwa könne viel von Delitzsch lernen und sei über die Zusammenarbeit und Unterstützung dankbar. "Wir lernen hier auch, welche Fehler wir nicht machen dürfen. Uns rennt jedoch die Zeit davon. Momentan geht gar nichts im Land aufgrund der politischen Unruhen", so Vykhopen. Er sei zuversichtlich, dass mit den Deutschen Partnern viel zu erreichen ist. "Ich blicke optimistisch auf die Präsidentschaftswahl an diesem Sonntag und in die Zukunft." Noch am Freitagnachmittag, reisten die Ukrainer mit dem Bus wieder ab, um pünktlich zur Wahl zu Hause zu sein.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom ..
Frank Pfütze

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