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Delitzsch Englische Irrungen und Wirrungen begeistern
Region Delitzsch Englische Irrungen und Wirrungen begeistern
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19:18 09.12.2011
Das White Horse Theatre zu Gast im Berufsschulzentrum Delitzsch. Quelle: Manfred Lüttich
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Delitzsch

So gastierte das White Horse Theatre am Donnerstagabend in der Aula des Berufsschulzentrums.

Das Bühnenspiel „Two Gentlemen“, das auf der Liebeskomödie „Zwei Herren aus Verona“ von William Shakespeare von 1590 basiert, lockte vor allem Englischschüler der Kreisvolkshochschule, aber auch Schüler des Wirtschaftsgymnasiums und des Gymnasiums Delitzsch. 120 Gäste fanden auf diese Weise eine Möglichkeit die eigenen Fremdsprachenkenntnisse im Bereich „Verstehendes Hören“ zu überprüfen.

Das pädagogische Tourneetheater White Horse, das englischsprachige Stücke an deutschen Schulen aufführt, ist die europaweit größte Theatergruppe dieser Art. Der Name des Ensembles bezieht sich auf das Symbol des weißen Pferdes auf der Flagge der angelsächsischen Einwanderer, die vor 1500 Jahren aus Deutschland nach England kamen. Das weiße Pferd ist das Wappen von Westfalen, wo manche der Einwanderer herkamen und das Theater heute seinen Sitz hat. Gleichzeitig ist es auch das Wappen von Kent, wo sich die Einwanderer ansiedelten und wo Peter Griffith, ein englischer Schauspieler, Schriftsteller, Regisseur und Musiker, geboren wurde und das Theater 1978 gründete.

Bestehend aus acht Theatergruppen, tourt das White Horse durch ganz Deutschland. Aber auch in Frankreich, Japan, Dänemark, Schweden und den Niederlanden ist das Theater erfolgreich. Für die etwa zehnmonatigen Tourneen werden jedes Jahr bis zu 30 neue Schauspieler ausgewählt. Den Stress durch zwei vorangegangene Auftritte am Donnerstag in Leipziger Schulen ließen sich die Schauspieler Simon Morgan aus Wales, Alysha Wood und Daniel Templeton aus England und Charmaine Gorman aus Australien am Donnerstag nicht anmerken und legten eine flotte Darbietung auf das Parkett.

Mit nur zwei Bänken als Requisite und wenigen Kostümen gelang es den vier jungen Darstellern die Geschichte, in der sich zwei  Freunde wegen einer Frau streiten und zwei Frauen jeweils nur den einen und keinen anderen Mann haben möchten, verständlich und sehr amüsant darzustellen. Es kam zu Szenen mit Fußtritten und Ohrfeigen. Verständlich, handelte das Stück doch von den Liebes- und Freundschaftswirren im Teenager-Alter.  Am Ende aber wird dann von den Männern eingesehen, dass es nichts Wichtigeres gibt, als eine echte Freundschaft und von den Frauen festgestellt: „Wer braucht schon Männer!“

Das Publikum war begeistert. Tino Weidenmüller, Schüler des Wirtschaftsgymnasiums erlebte die Schauspielgruppe bereits im vergangenen Jahr in Eilenburg. „Ich finde die Darbietungen in englischer Sprache im Vergleich zum gewöhnlichen Theater sehr interessant. Durch die deutliche Aussprache und Gesten und Mimik, die das Gesagte untermauern, kann man auch mit nur geringen Englischkenntnissen alles verstehen“, schwärmte der 18-Jährige. Aber auch der 80-jährige Gerd Pomrehn, der durchs Englischlernen an der Volkshochschule seine grauen Zellen in Gang halten will, zeigte sich begeistert von der „Fremdsprache trifft Kunst“-Idee.

Jeannine Steinbrecher

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