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Entdeckungstour durchs Delitzscher Wasserwerk mit 70 Teilnehmern

Versorgungsunternehmen Entdeckungstour durchs Delitzscher Wasserwerk mit 70 Teilnehmern

Der Zweckverband Delitzsch-Rackwitzer Wasserversorgung (Derawa) hatte am Sonnabend zu einem Tag der offenen Tür ins Delitzscher Wasserwerk eingeladen. Etwa 70 Besucher nutzten die Gelegenheit, Wissenswertes rund um das Lebenselixier in Erfahrung zu bringen.

Der Wandel der Technik: Wassermeister Frank Stein mit einem Querschnitt durch eine alte Holzwasserleitung.

Quelle: Manuel Niemann

delitzsch. „Gibt’s noch was im Wasserwerk?“ Kurz darauf waren die bereit gestellten Karaffen mit Trinkwasser leer. Die Abhilfe – eine Selbstverständlichkeit: Der Hahn wird aufgedreht und ein Schwall klaren Nass ergießt sich aus der Leitung. Dass das Wasser bis dahin einen langen Weg zurückgelegt hat, war am Samstag ebenda, im Wasserwerk, zu erfahren. Dort lud der Zweckverband Delitzsch-Rackwitzer Wasserversorgung (Derawa) zum Tag der offenen Tür. Abweichend vom Zweijahresrhythmus sonst hatte man den um ein Jahr verschoben, um in diesem Jahr zeitgleich auf die 25 Jahre, die der Zweckverband nun besteht, zurück zu blicken, so Geschäftsführerin Ina Witek.

Sie empfing Neugierige gleich am Eingang, etwa 70 Gäste sollten es werden. Diese konnten auf Entdeckungstour gehen. Gleich zu Anfang galt es, die Vielfalt der lebensspendenden Ressource entdecken – ob anhand von Umwelt-, Haushalts- oder Industriegeräuschen: Der Wasserhahn an der Spüle, Meeresrauschen, das Tapsen durch den Schnee oder ein Katze, die sich schleckt. Weiter ging’s: Frank Stein, seit 1991 Wassermeister, der sich um den laufenden Betrieb des Wasserwerks und die Rohrnetze bekümmert, erklärte auf der kleinen Tour den Kreislauf des Wassers: Angefangen beim Dunst in den Wolken und dem Regen, dem Grundwasser, das Pumpen tief aus der Erde ziehen, und dann im Wasserwerk aufbereitet und gespeichert wird, bis zum Abwasser, das geklärt in die Flüsse gelangt. Abwasser, das als Ressource wahrgenommen und genutzt werden soll, war auch Motto des diesjährigen Weltwassertags am 22. März. Auch ein Grund, warum der Tag der offenen Wasserwerkstür jetzt im März stattfand. Das eigentliche Jubiläum begeht der Zweckverband erst am 9. Mai, wenn sich seine Gründung jährt. Auf die Entwicklung der Wasserversorgung im 1166 als Delce erstmals erwähnten Delitzsch ging indes die Tour ein. Wurde zunächst aus Brunnen geschöpft, war 1552 bereits Wasserkunst zu bestaunen: Pumpmechanismen leiteten Flusswasser auf Holzrinnen bis zum Markt. Im 19. Jahrhundert sorgten dann Wasserträger und -wagen dafür, dass es bis vor die Haustür gelangte. Frank Stein wusste aber auch aus der jüngeren Geschichte zu berichten: Über das alte Wasserwerk mit dem bekannten Wasserturm, das 1903 in Betrieb ging, oder wie von 1975 bis ’93 im Zuge der Grundwasserabsenkung durch den Braunkohltagebau immer mehr Gemeinden angeschlossen werden mussten, weil deren Brunnen versiegten. 1993 schließlich der Bau des neuen Wasserwerks, das Grundwasser, das elf Tiefbrunnen aus 60 bis 80 Metern fördern, mit Sauerstoff anreichert, ausfallendes Eisen und Mangan herausfiltert und schließlich speichert und bei Bedarf ins Netzt pumpt.

Und was fragen die Kunden? Die sorgen sich um ihren Haushalt, so Stein. Auch da liefert er die Antwort prompt: „Härtegrad 2. Das ist das Wichtigste, wenn die Leute anrufen. Geräte immer auf die Stufe 2 ‚Mittel‘ einstellen.“

Von manuel niemann

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