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Erst wenig Lärm, um so mehr Nichts

Erst wenig Lärm, um so mehr Nichts

Nichts. Keine Bewegung. Keine Geräusche. Stattdessen liegt ein Haufen träger und müde wirkender Darsteller auf einem reichlich gedeckten Tisch. Nur hin und wieder streckt sich der eine oder gähnt ein anderer.

Delitzsch. Der Anfang der neuen Baff-Inszenierung „Viel Lärm um Nichts“, die am vergangenen Samstagabend Premiere im Oberen Bahnhof feierte, zeigt wenig Lärm und dafür umso mehr Nichts.

Dann Klatschen seitens des Publikums, als ob es hoffte, die Schauspieler auf der Bühne durch vorzeitigen Applaus zu irgendwas zu bewegen. Fehlanzeige, zumindest der erste Versuch bleibt erfolglos. Weitere stille Minuten verstreichen, erst nach weiterem Beifall beginnen die Mitglieder des Theaterensembles SOS mit der Handlung. Und die hat es in sich: Verliebtheit, Enttäuschung, Streit, Versöhnung. Der Zuschauer durchlebt in den rund 140 Minuten Spielzeit ein Wechselbad der Gefühle. Dabei scheint zunächst alles ganz simpel: Claudio verliebt sich in Hero und will sie so schnell wie möglich heiraten. Weder sein Feldherr Don Pedro, noch die Mutter der Braut haben Einwände, so dass sich alle in die Vorbereitungen für die Trauung stürzen. Lediglich Claudios bester Freund Benedict findet die Sache mit der Liebe und Hochzeit total überzogen. Doch der restliche Hof will seinem Junggesellen-Dasein ein Ende bereiten und versucht fortan ihn mit Heros Cousine Beatrice zu verkuppeln. Keine leichte Aufgabe, da die beiden keine Gelegenheit auslassen, sich zu streiten. Außerdem ist da noch Don Johnson, eine gespaltene Persönlichkeit, der von dem ganzen Liebesgeplänkel genug hat und alles daran setzt, das Glück der anderen zu zerstören.

Als „uralter Klassiker mit neumodischem Esprit“ wird die Inszenierung der Shakespearekomödie angekündigt und tatsächlich ist es mehr als ein gewöhnliches Theaterstück. Vor allem die musikalischen Tanz- und Gesangseinlagen der Gruppe brachten die mehr als 130 Premierengäste immer wieder zum herzhaften Lachen – und Mitsingen. Während Don Johnson, gespielt von Hendrik Vogel, den Text von Joachim Witts Lied „Der Goldene Reiter“ leicht umdichtete, blieb Dennis Schneider alias Claudio dem Nazareth-Klassiker „Love Hurts“ treu und schluchzte ihn auf humorvolle Weise im Rotkäppchenkostüm, aber im Grunde tief verzweifelt, von der Bühne.

„Wir sind ohne wirkliche Erwartungen hergekommen, aber es war sehr originell und einfach hervorragend“, schwärmten Diana Müller und Sina Bredernitz. Die beiden Leipzigerinnen waren am vergangenen Sonnabend zur moralischen Unterstützung von Freundin und Darstellerin Grit Röhricht in den Oberen Bahnhof gekommen. „Sie hat immer mal erzählt, wie fleißig sie alle proben, da waren wir jetzt neugierig und all die Mühe hat sich gelohnt: Die Mischung aus Gesang und Spiel ist wirklich sehr schön“, lobten die beiden 29-Jährigen in den höchsten Tönen. Auch Familie Niemann hatte nur Lobesworte für das neue Stück in der Baff-Reihe: „Die Kostüme sind herrlich, so bunt und abwechslungsreich – genau wie die Charaktere.“ Von diesen hat den vier Niemanns übrigens einstimmig der Benedict, gespielt von Daniel Kremp, am besten gefallen. „Ich kann gar nicht genau sagen warum, aber er spielt so unheimlich sympathisch und witzig“, erklärte Gabriele Niemann, die an diesem Abend ihren 60. Geburtstag feierte und den Theaterbesuch von ihrem Sohn Matthias und seiner Frau Stephanie geschenkt bekommen hatte.

Am Ende gab es dann noch einen richtigen, langen Applaus. Dann nicht fürs Nichtstun, sondern für die geglückte Premiere.

Seit fünf Jahren hatten die 13 Darsteller der Gruppe schon keine Erstaufführung mehr bestreiten können. Doch nach dem erfolgreichen Schauspiel und der anschließenden Premierenfeier, bei der es auch ein Konzert der Band „Tine und die Pfefferminzprinzen“ gab, sollte sich die lange Wartezeit für alle gelohnt haben.

Julia Wick

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