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Erste Grusel-Clown-Attacke in Nordsachsen

Horror-Schreck Erste Grusel-Clown-Attacke in Nordsachsen

Dass Deutschland immer wieder Trends aus den USA übernimmt, ist nichts Neues. Jetzt sind es die „Angriffe“ der Horror-Clowns, die bereits seit Tagen in mehreren Städten Deutschlands ihr Unwesen treiben. Nun gab es erstmals auch einen Vorfall in Nordsachsen – und zwar in Torgau.

Furchteinflößend: Ein gruseliger Clown.

Quelle: dpa

Nordsachsen. Sie versetzen Menschen in Angst und Schrecken – die sogenannten Grusel-Clowns. Sie tragen verzerrte, furcheinflößende Clownsmasken, lauern abendlichen Passanten auf, manchmal haben sie auch diverse weitere Gegenstände – wie beispielsweise Spielzeug-Kettensägen – bei sich. In Amerika gibt es sie zur Halloween-Zeit schon länger, doch nun werden solche Vorfälle auch immer häufiger aus deutschen Städten gemeldet. Auch in Nordsachsen gibt es nun den ersten Vorfall, und zwar in Torgau.

Am Freitag wurde ein 30-jähriger Mann in Torgau Nordwest von einem Unbekannten mit Maske erschreckt. Der Täter trug eine Holzlatte bei sich und begrüßte den 30-Jährigen lautstark. Dieser informierte daraufhin die Polizei, die bisher den Unbekannten noch nicht identifizieren konnten. Dennoch ein Schreck für den Torgauer und für viele andere, die im Sozialen Netzwerk Facebook heftig über diese Aktion diskutierten.

Nicht einschüchtern lassen

Bisher blieb der Vorfall in Torgau allerdings ein Einzelfall in Nordsachsen – zumindest meldeten sich mögliche Opfer nicht bei den Behörden. So sind laut Aussagen der Revierleiter sowohl im Polizeirevier Eilenburg, wie auch in Delitzsch bisher keine Fälle bekannt. Und auch in Oschatz sei noch keine Meldung bezüglich gesichteter Grusel-Clowns eingegangen, erklärte Polizeihauptkommissar Steffen Rehn. Sein Tipp, wenn doch plötzlich ein solches Horror-Wesen vor einem steht: „Nicht einschüchtern lassen! Obwohl das natürlich nicht einfach ist, wenn einem der Schreck in die Glieder fährt. Wichtig ist es, nicht die Nerven zu verlieren. Einen richtigen Ratschlag kann man hier gar nicht geben. Es wäre gut, dem Clown so forsch wie möglich entgegenzutreten, doch das kann man nicht jedem zumuten. Das Beste wäre, sofort die Polizei zu informieren!“

Katharina Geier, Pressesprecherin der Polizeidirektion Leipzig, rät dagegen von der Beachtung der Clowns ab. „Diese Leute wollen ja nur diese Aufmerksamkeit. Besser wäre es, sie gar nicht zu beachten, sie links liegen zu lassen.“ Katharina Geier betont zudem, dass das Tragen einer Maske an sich noch keine Straftat sei. Allerdings kann es rasch eine werden. Denn schon wenn sich die Person beispielsweise einem Passanten in den Weg stellt, wäre zu prüfen, ob es sich hier um eine Nötigung handelt. „Auch in Leipzig gab es einen Fall, bei dem zwei Clowns einer Fahrradfahrerin gefolgt sind. Hier muss noch festgestellt werden, ob eine Straftat vorliegt.“ Weitere Straftaten bei Grusel-Clown-Attacken könnten – je nach Umstand und Situation – Bedrohung oder sogar Körperverletzung sein. Diese können unter Umständen mit Geld- und Freiheitsstrafen geahndet werden.

Zirkus-Clowns klagen über Image-Schaden

Außerdem sollte sich der Täter in Acht nehmen, wenn das Opfer zurückschlägt. Dass dies keineswegs nur Theorie ist, zeigt übrigens ein Fall aus Berlin: Dort stach ein Opfer den Grusel-Clown mit einem Messer nieder. Der 16-Jährige wurde schwer verletzt. Und dass die Angst vor Angriffen von den Grusel-Clowns bei den Bürgern wächst, beweist auch ein Fall aus Riesa. Hier haben Schulkinder im Alter von acht Jahren einen Mann fälschlicherweise als Horror-Clown angesehen und Hilfe gerufen. Bei dem Mann handelte es sich jedoch offensichtlich um den Hausmeister der Schule, der mit einer Warnweste bekleidet und Gehörschützern auf dem Kopf seinem Tagwerk nachging.

Unter professionellen Zirkus-Clowns haben sich die Grusel-Fälle derweil zum echten Ärgernis entwickelt. Alfred Weisheit, der aktuell in Delitzsch auftritt, berichtet von Schrecksituationen. „Es gibt immer wieder Kinder, die sich vor mir fürchten und im ersten Moment an Grusel-Clowns denken“, erzählt der 44-Jährige. „Ich sehe zwar überhaupt nicht grässlich aus, aber die Ereignisse sind eben sehr präsent.“ Der Profi, seit Jugendtagen mit roter Nase und Perücke unterwegs, sieht das als Imageschaden für seine Berufsgruppe. Spaß und Terror, das verträgt sich nicht. Seine Schwester und Zirkus-Juniorchefin Liane Weisheit-Köllner will beim Gastspiel in Delitzsch eventuell reagieren – „zum Beispiel mit einer Vorab-Ansage in der Manege, dass unser Clown ein ganz lieber ist“.

Von Kristin Engel und Kay Würker

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