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Etwas spröde, aber hübsch: „Darum mag ich meine Heimat Delitzsch“

„Meine Hood“ Etwas spröde, aber hübsch: „Darum mag ich meine Heimat Delitzsch“

Ein bisschen schroff, aber eigentlich doch ganz nett. So beschreibt LVZ-Redakteurin Christine Jacob Delitzsch, die Stadt, in der sie aufgewachsen ist. Und gesteht: „Ich liebe diese Stadt“. Doch das war nicht immer so.

Blick auf die Altstadt von Delitzsch: Ringsherum ist es sehr grün.

Quelle: privat

Delitzsch . Manchmal glaube ich, meine Heimatstadt Delitzsch und ich haben was gemeinsam. Auf den ersten Blick ein bisschen spröde, aber eigentlich ein recht hübsches Ding. Ein bisschen schroff, aber eigentlich doch nett. Ich liebe diese Stadt dafür. Das war nicht immer so. Meine Eltern haben mich nach der fünften Klasse hierher verschleppt. Bis dahin war ich in Halle an der Saale groß geworden.

Für die Familie war es das Zurück zu den Wurzeln, denn meine Familie – geboren wurde ich als Christine Gräfe – ist eine ur-ur-ur-delitzscher Familie, betrieb hier seit dem 19. Jahrhundert ein Kürschnergeschäft. Und manchmal glaube ich, die Geschichte atmen zu können, bin noch immer „die kleine Gräfin“. Ich habe in Leipzig und Halle studiert, eine Weile in Berlin/Kreuzberg zugebracht. Mein Zurück zu meinen Großstadtwurzeln war das, ich habe das volle Programm mitgenommen. Das war schon toll, aber ich will das alles nicht mehr.

Kleinstadt statt Hypezig

Manchmal fragen mich Leute, warum ich mit meinen fast 32 Lenzen noch hier bin, ob ich nicht raus will in die weite Welt und Angela Merkel in Berlin interviewen. Nö! Der erste Kuss, die erste Liebe, ja sogar eine Scheidung – all das ist Delitzsch. Aber nicht nur meine kurze Vergangenheit, vor allem meine lange Zukunft sehe ich hier. Die meisten meiner Freunde, Ex und vielleicht auch zukünftige Ex feiern Hypezig-Leipzig und Reudnitz wegen des Spätis, der Kneipe um die Ecke, der coolen Hood. Ich sag: Pah, das alles kann Delitzsch und sogar noch besser. Das hier ist meine Hood. So nenne ich die Altstadt, in der ich wohne und die alles besser kann als jede Großstadt.

Meine Stammkneipe ist zwei Minuten Fußweg entfernt und dort steht eine Couch, die schöner als meine eigene ist. Hier kennt jeder jeden, das fetzt. Ob mir der Gemüsemann meine liebsten Sorten extra vom Großmarkt mitbringt, der Buchhändler meinen Geschmack schon bestens kennt, oder die Mädels im Konsum – der ist mein Späti, auch wenn er nur bis acht auf hat, ich denke da großzügig - wissen, dass ich Urlaub habe, wenn ich samstags 15 Uhr noch nicht bei ihnen zum Wocheneinkauf war. Meine Hood ist eigentlich Großstadt. Das Kino ist um die Ecke. Habe ich Lust auf Theater, geh ich und sehe mir eine Vorstellung der Theaterakademie Sachsen an.

„Ich lebe und lache hier!“

Die trendbewussten Hipster-Großstädter trotteln, um gesehen zu werden, mit der Matte unterm Arm ins Yogastudio. Wie öde ist das denn bitte... Ich verbiege mich jederzeit und wenn ich Bock habe überall in meiner Stadt. Ich kenne eine Kneipe, da darf ich meine Füße sogar auf den Tresen legen. Alles ganz entspannt, das geht nur hier. Ich musste nicht weggehen, um zu mir selbst zu finden. Ich lebe, lache und liebe hier.

Ich habe in Delitzsch meine Lektion fürs Leben schon lange gelernt: was mir nicht passt, wird passend gemacht. Nicht jammern, sondern machen! Fehlt mir was in der Delitzscher Szene, mach ich es mit Freunden einfach selbst – bei den Delitzscher Vorlesungen zum Beispiel gibt’s jeden Monat große und kleine Literatur auf die Ohren. Stört mich was, bohre ich mit meinem Finger in der Wunde oder stifte Ideen und versuche die Welt so ein kleines bisschen besser zu machen. Wenigstens die vermeintlich kleine Welt meiner kleinen Stadt – da habe ich aber schon mehr getan als viele in der Großstadt ... Nur in Delitzsch geht mein Traum von Pippi Langstrumpf in Erfüllung – ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt.

Von Christine Jacob

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