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Delitzsch Ex-Botschafter Adolf von Wagner plauderte aus seinem Leben
Region Delitzsch Ex-Botschafter Adolf von Wagner plauderte aus seinem Leben
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14:27 14.03.2017
Der Botschafter a.D. Adolf Ritter von Wagner (rechts) mit seiner Frau Heide und Heiko Wittig (SPD), der den kurzweiligen und amüsanten Abend moderierte. Quelle: Manuel Niemann
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Delitzsch

Ein gut besetztes Delitzscher Bürgerhaus an einem Montagabend ist für eine Veranstaltung, die in die Untiefen internationaler Politik führt, keine schlechte Bilanz. 75 Gäste fanden den Weg in den Vortragssaal, der zusätzlich aufgestuhlt werden musste. Von Politikverdrossenheit keine Spur. Was auch daran lag, das hier jemand sprach, der nicht mehr dienstlich gebunden war: Der ehemalige Botschafter der Bundesrepublik Dr. Adolf Ritter von Wagner (85) war auf Einladung der Friedrich-Ebert-Stiftung nach Delitzsch gekommen.

Bewegtes Leben im auswärtigen Dienst

Bereitwillig gab er Auskunft über sein bewegtes Leben, aber auch das seiner Familie. Er hielt sich gar nicht mit Formalitäten auf, erklärte kurz den Adelstitel und teilte dann die Stationen seiner diplomatischen Karriere als Kopien aus. Er beschrieb, welche Hürden in den auswärtigen Dienst führen, ab dann öffnete er sich dem Publikum für Fragen. Die führten episodenweise zu den Stationen, denen er mit seiner Frau und den drei Söhnen für das Auswärtige Amt gefolgt war. Später erklärte er, wie dieser turnusmäßige Wechsel durch die Rotation im festen Personalbestand zustande kommt. Drei bis vier Jahre im Ausland, dann wieder zurück nach Deutschland und das bis zu seinem Ausscheiden mit 65.

Belastung für Partnerin und Familie

Seine Frau Heide sei dabei sehr viel mehr Belastungen ausgesetzt gewesen: „In der Botschaft wurde ja immer Deutsch gesprochen“, während sie neue Sprachen lernen, Wohnungen suchen oder sich mit Schulen auseinandersetzen musste. Nach Washington D.C. (1966-70) führte seine Stelle als Pressereferent die Familie von 1970 bis 73 in ein abgewirtschaftetes Chile: Für sie die schwierigste Zeit, weil es mitunter nichts zu essen gab. Über die Anden fuhr man nach Argentinien, um einzukaufen. Danach (1983-86) als Wissenschaftsreferent in Moskau: Mit die „unangenehmste Zeit“, sagt er. Tagsüber war er bemüht, Kontakte zu den sowjetischen Akademien zu knüpfen. „Und wenn wir ausgingen, waren am Abend in unserem Nichtraucherhaushalt überall ausgedrückte Zigaretten.“ Drei Jahre habe die Familie mit der ständigen Überwachung gelebt, sich aber nie an sie gewöhnt.

Abrüstungsvertrag größter Erfolg

Ebenso schwierig, der Kontakt zu den Kollegen aus der DDR, den es offiziell gar nicht geben sollte, die aber immer neben ihm saßen. Seinen größten Erfolg hatte er erst spät: 1992 kam unter seiner Leitung ein internationaler Vertrag zur Kontrolle und Abrüstung von chemischen Waffen zustande.

Von Manuel Niemann

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