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Delitzsch Ex-Delitzscher Torsten Low punktet mit Horror-Humor
Region Delitzsch Ex-Delitzscher Torsten Low punktet mit Horror-Humor
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15:09 04.11.2016
Torsten Low liest als Verleger gerne die Kurzgeschichten seiner Autoren vor. Quelle: Christine Jacob
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DELITZSCH

Da stand er nun also. Ein Routinier, dem das Herz pochte wie selten und dem die Schweißperlchen schon auf die Stirn traten, bevor auch nur eine Seite aufgeschlagen war. Ein Mann, der sich selbst sogar als Rampensau bezeichnet und der nicht um dieses lampenfiebrige Flattern in der Magengegend herum kam. Tja, so kann es dem größten Entertainer gehen. Zum ersten Mal hat Torsten Low, Verleger und selbst auch Autor, in Delitzsch vorgelesen. Eine Premiere, die den Zuhörer mit dem Gefühl entließ, davon unbedingt mehr haben zu wollen.

Das erste Mal in Delitzsch

Es war das erste Mal einer eigenen Lesung für Torsten Low in Delitzsch. Dabei ist die Stadt seine Heimatstadt. Als er hier lebte – bis Mitte der 1990er – war der heute 41-Jährige eben die Schüchternheit in Reinkultur und ans Vorlesen vor Publikum partout nicht zu denken. Heute bringt Torsten Low Kultur auf Kultniveau. „Horror meets Humor“ nannte Low sein Programm, das die Gäste sogar aus Leipzig und Oschatz in die Altstadtkneipe No.2 lockte. „Ich bin so aufgeregt wie lange nicht“, gab der Verleger zu. In Erlingen hat er sich gemeinsam mit seiner Frau Tina Low einen eigenen Verlag für Phantastik aufgebaut. Seit elf Jahren läuft das Geschäft im Nebengewerbe, hauptberuflich ist der Vater einer sechs Jahre alten Tochter Programmierer. Ursprünglich war das Unternehmen als reiner Selbstverlag gedacht. Und während der Fantasy-Zyklus „Dunkel über Daingistan“ noch als Kleinstauflage in Handarbeit erschien, gilt der Verlag heute in der Sparte der Phantastik als einer der wichtigsten Kleinverlage und wird immer wieder für den Deutschen Phantastikpreis nominiert. Drei Romane und drei Kurzgeschichtenbände erscheinen jährlich in seinem Verlag. „Fair verlegen“ lautet das Motto. Unveröffentlichte Neu-Autoren bekommen eine Chance und mit bekannten Namen wie Mark Benecke prominente Zugpferde. Als ihm vor gut einem Jahrzehnt seine Frau eine erste Lesung quasi einbrockte, war Torsten Low noch so aufgeregt, dass es ihm hundeelend ging. Sie blieb am Ball und organisierte wieder und wieder Termine, Torsten Low leckte Blut. Heute ist das Paar 30 Wochenenden im Jahr unterwegs und Torsten Low bezeichnet sich nicht nur als Rampensau, sondern auch als vorlesesüchtig. Dabei liest er vor allem die Texte seiner Autoren – und das mit so viel Lust, als seien sie direkt aus seiner Feder, weil er sich mit jeder Zeile identifiziert. Alles Dinge, von denen er am Donnerstagabend zwischen etlichen schaurig-guten Geschichten mit dem fantastischen Blick fürs große Ganze unserer Gesellschaft nicht ohne Stolz berichtete. Einem Stolz, der durch und durch sympathisch ist.

Von Christine Jacob

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