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Delitzsch Ex-Zigarrenfabrik: Abriss aufwendiger als gedacht
Region Delitzsch Ex-Zigarrenfabrik: Abriss aufwendiger als gedacht
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14:31 19.05.2015
Die Reste der ehemaligen Zigarrenfabrik. Die Fachwerkkonstruktion ist per Hand freigelegt worden. Quelle: Thomas Steingen

Ziel sei es, so Karl-Heinz Koch, Leiter des städtischen Bauplanungsamtes, den Abriss bis Ende nächster Woche so weit voranzutreiben, dass die Ritterstraße in der letzten Märzwoche wieder für den Verkehr freigegeben werden kann. Derzeit ist sie wegen der Bauarbeiten gesperrt. Lediglich für Anwohner ist sie aus östlicher Richtung kommend als Sackgasse befahrbar.

Als der Technische Ausschuss des Stadtrates Ende Januar den Auftrag zum Abriss der Bad Dübener Beton- und Recycling GmbH übertrug, war die Rede davon, dass die Arbeiten aus naturschutzrechtlichen Gründen bis Ende Februar durchzuführen wären. "Doch diese gestalteten sich komplizierter als im Vorfeld abzusehen war", berichtet Polier Uwe Schmidt. Vor allem die Standsicherheit des 160 Jahre alten Gebäudes bereitete den Bauleuten Kopfzerbrechen. "Besonders zur Hofseite hin war das Haus sehr beschädigt und das Dachgeschoss akut einsturzgefährdet", so der Polier weiter. "Zudem galt es zu beachten, dass das Nachbargebäude, ebenfalls ein ein paar Hundert Jahre altes Haus, keinen Schaden nimmt", ergänzt Koch. Weil man bei solchen Verhältnissen nie wisse, was passiert, konnte nicht wie bei einem freistehenden Haus sofort die Abrissbirne zum Einsatz kommen. Vielmehr musste bis auf das Untergeschoss alles per Hand abgetragen werden. Auch wegen der räumlichen Bedingungen - die Enge zu den Nachbargebäuden in der Badergasse und die direkt an der Baustelle vorbeiführende Hallesche Straße - hätte es sich verboten, gleich mit schweren Gerät an den Abriss zu gehen, erklärt Uwe Schmidt.

Besonders aufwendig sei das Abtragen der Fachwerkkonstruktion. Weil die Balken untereinander und miteinander verbunden sind, müssen diese stückweise abgetragen werden. Das heißt: "Das Füllmaterial zwischen den Balken per Hand rausstemmen, Balkenteilstücke heraussägen und mit dem Kran nach unten befördern", beschreibt der Polier das Prozedere. Doch bevor überhaupt Hand angelegt werden durfte, mussten im Gebäude Sicherungsmaßnahmen, wie das Verfüllen des Kellers und der Einbau von Stützen und Querverstrebungen, erfolgen.

Die Balken des Fachwerkes seien im Übrigen noch sehr gut erhalten. "Das zeigt, das die Bauleute früher sehr gutes Holz verarbeitet haben", würdigt Uwe Schmidt das Können unsere Vorfahren. Verborgene Schätze haben die Abrissspezialisten bisher nicht gefunden, nur auf ein paar alte Zigarren seien sie gestoßen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.03.2014
Thomas Steingen

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