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Delitzsch Fassbier und französische Etikette
Region Delitzsch Fassbier und französische Etikette
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17:26 15.05.2011
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Delitzsch

Den Rahmen bildete ein dreitägiges Schlossfest-Spektakel mit Musik, Museumsführungen und ausgedehntem Familiensonntag.

Es gibt Themen, die beschäftigten schon im Mittelalter und sind in der Neuzeit noch aktuell. Das Wetter ist so eines. Die Gäste und Organisatoren des Delitzscher Schlossfestes haben diesmal mehr Glück gehabt als im Vorjahr. Zwar verdünnte zwischendurch der eine oder andere Regenschauer die Besuchenmasse, doch unterm Strich floss eher Met in die Becher als Wasser über die Wege. So blieb auch manche Deko trocken, die Bühnenkünstler an die Schlosswache gebracht hatten. Tanzgruppen und Livebands gaben sich ein Stelldichein an den beiden Wochenendtagen, nachdem das Spektakel schon am Freitag mit Fassbier und Fanfaren gestartet war.

Delitzsch. Sie war der Höhepunkt des Fest-Wochenendes schlechthin: die erste Delitzscher Schlossnacht am Samstagabend. Unzählige kamen, um die Beletage des barocken Wahrzeichens in einem anderen Licht zu sehen, illuminiert mit Kerzen und Teelichten, bevölkert mit französischer Hofgesellschaft. Den Rahmen bildete ein dreitägiges Schlossfest-Spektakel.

Vor allem am Samstagabend wurde das Schloss zudem selbst zur Bühne. Kerzenschein auf der Beletage vermittelte einen Eindruck vom mittelalterlichen Leben ohne elektrisches Licht, außerdem war erstmals das komplette Museum – samt neuer Dauerausstellung – bis

23 Uhr geöffnet. „Eine gelungene Veranstaltung“, lobte Christian Zeigermann, der mit Freundin die Schlossnacht besuchte. Schon die Vorfreude war für beide Delitzscher groß. Sie hatten sich eigens aus dem städtischen Kostümfundus barocke Gewänder geliehen, um vor Ort besser ins Bild zu passen.

Mit diesem Auftritt waren sie nicht allein: Weit mehr als bei früheren Schlossfesten defilierte eine historisch gewandete Hofgesellschaft zwischen den Stofftapeten. Barock-Vereine aus Leipzig, Dresden und Potsdam waren angereist, unterstützten die Delitzscher Gleichgesinnten. Ein Programm-Bonbon: der Maskenball im Barocksaal. Zu Klängen von Flöte und Cembalo ließ die Hoftanzgesellschaft des Vereins Potsdamer Rokoko die Roben beben, tanzte erst bedächtig, dann hüpfend und zunehmend ausgelassener. „Was spielerisch aussieht, erfordert allerdings viermal pro Woche Übung“, berichtete Vereinschef Frank Ditzel. Die Bewegungsformen des 18. Jahrhunderts seien für heutige Verhältnisse derart ungewöhnlich, dass Abläufe und spezielle Muskelgruppen oft trainiert werden müssten.

Und selbst das Anziehen, Schminken und Frisieren braucht Übung. Isabell Aurin-Miltschus, Museumsmitarbeiterin und am Wochenende als Herzogin Henriette Charlotte von Sachsen-Merseburg unterwegs, spricht von einem dreistündigen Procedere. Die Liste der Kleidungsstücke: Unterrock, Schnürbrust, Panier à coudes zur Stütze der Ellenbogen, darüber Jupe und Manteau als sichtbare Röcke. Und trotz der barocken Fülle zählt das Detail. Der künstliche Schönheitsfleck etwa: Im Augenwinkel markiert er eine leidenschaftliche Frau, auf der Wange die Lust auf ein Liebesabenteuer. Isabell Aurin-Miltschus trug die Flecken gestern an beiden Stellen. Nur ein Spaß, versteht sich.

Kay Wuerker

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