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Delitzsch Feierstunde im Amtsgericht - letzter Akt für Klaus Göldner
Region Delitzsch Feierstunde im Amtsgericht - letzter Akt für Klaus Göldner
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09:32 26.01.2010
Richter a. D. Klaus Göldner (rechts) wünscht seinem Nachfolger Norbert Schwarzer alles Gute. Quelle: Manfred Lüttich
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Eilenburg

Fast 100 Gäste versammelten sich zur Feierstunde im Gerichtsgebäude. Der Präsident des Oberlandesgerichtes, Ulrich Hagenloch, eröffnete die „Dankstelle“ für den 65-Jährigen, der im Juli 1991 seinen Dienst als Leiter des Kreisgerichtes Delitzsch antrat. 1993 wurde er Direktor des Amtsgerichtes Delitzsch und drei Jahre später übernahm er die Leitung des Amtsgerichtes Eilenburg, das für den gesamten Altkreis zuständig ist. „Danke für alles, was sie für die Justiz in Sachsen getan haben, die sie mit aufgebaut haben“, so Hagenloch, der zuvor feststellte, dass der scheidende Richter Ende 2009 in den Ruhestand „gehen musste“. Ein Zustand, der inzwischen etwas klarer definiert werden kann. Göldners Lebensgefährtin, Gabriele Fritzsche, verband ihre aufklärenden Worte gestern mit einer kleinen Liebes-Erklärung:„Ich möchte diesen tollen Mann, in dem so viel Lebendigkeit steckt, keinen Tag missen. Aber eins steht schon jetzt fest: Er ist nicht dafür geschaffen, zu Hause zu sein“, so die 54-Jährige. In den vergangenen Wochen habe er sich redlich bemüht, mit dem Rentnerdasein klar zu kommen. Er habe seine handwerklichen Fähigkeiten ausgelebt, ohne dass sie dabei zur Protestbastelei ausgeartet wären. Mit Vorliebe fertige er Nistkästen für den eigenen Garten an. „Der Ruhestand ist nicht sein Ding“, schiebt die Lebensgefährtin hinterher. Um Abwechslung hat er sich gekümmert. Seit diesem Monat ist Göldner zugelassener und vereidigter Rechtsanwalt. „Ich hatte noch keinen Auftritt vor Gericht, aber das kommt und darauf freue ich mich“, so Anwalt Göldner.Symbolisch überreichte er seinen Mitarbeitern Blumensträuße, mit denen er sich für die vergangenen 18 Jahre bedankte: „Ohne Euch hätte ich kein so gutes Leben gehabt.“ Und das wünschte er auch seinem Nachfolger Norbert Schwarzer, der seit sechs Wochen im Amt ist. Er habe seinen Vorgänger vor vielen Jahren bereits kennen gelernt, als dieser noch mit Lockenpracht, offenem Hawaii-Hemd und Panzerkette um den Hals ein Hingucker war. Später erkannte Schwarzer in Göldner einen ganz anderen Typen. „Er ist mit seiner heiteren Gelassenheit ein Vorbild für mich“, so Schwarzer der sich inzwischen in Eilenburg gut aufgenommen fühlt. „Die Leute ziehen mit, die Abläufe funktionieren. Ein schöner Auftakt, mit dem ich sehr zufrieden bin“, sagte der 50-Jährige, der zuvor zehn Jahre Chef am Torgauer Amtsgericht war. Die Feierstunde ohne Musik – der Rinckart-Chor hatte seinen Auftritt kurzfristig abgesagt – endete mit einem Stehempfang. 

Frank Pfütze

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