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Delitzsch Feldbrände halten Nordsachsens Feuerwehren in Atem
Region Delitzsch Feldbrände halten Nordsachsens Feuerwehren in Atem
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10:24 06.07.2018
Feldbrände beschäftigen immer wieder die Feuerwehren Quelle: Wolfgang Sens
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Nordsachsen

Sommer, Sonne, Sonnenschein und keine Wolke am Himmel. Klingt schön, oder? Aber das pralle Sommerwetter hat auch negative Folgen – die Saison der Feldbrände ist eröffnet. Ob nun wie Ende Juni im Altkreis Oschatz oder rund um Eilenburg und die Delitzscher Region, immer wieder kommt es zu diesen Feuern, die im schlimmsten Fall übergreifen und hohe Schäden anrichten. Zahlreiche Feldbrände haben in den vergangenen Tagen sämtliche nordsächsischen Feuerwehren beschäftigt.

Immer wieder kam es in Sachsen in den vergangenen Wochen zu Feldbränden.

Oft mehrere Brände an einem Tag

„In unserer Region waren Feldbrände in den letzten Jahren eher selten“, schildert der Delitzscher Ortswehrleiter Andreas Pradel. Seit Beginn der Erntearbeiten vor knapp zwei Wochen sei die Anzahl der Feld- und Vegetationsbrände aber stark angestiegen. Allein am vergangenen Wochenende musste zum Beispiel die Delitzscher Feuerwehr zu insgesamt sechs solcher Brände zwischen Freitagnachmittag und Sonntagabend ausrücken, auch die Kameraden in Wiedemar, Schönwölkau und Krostitz waren wie etliche andere in Nordsachsen wiederholt gefordert.

Risiko für Einsatzkräfte

Andreas Pradel, Wehrleiter Quelle: Christine Jacob

Für die Einsatzkräfte bedeutet jeder Feldbrand in erster Linie schwere körperliche Arbeit. Die Feuerwehrleute setzen sich – wie bei jedem Einsatz – auch bei solchen vermeintlich alltäglichen Feldbränden hohen Risiken aus. Neben den allgemeinen Gefahren bei der Brandbekämpfung wie einer Verbrennung besteht bei dieser körperlichen Belastung bei hohen Temperaturen immer die Gefahr der Dehydrierung und damit einhergehender Kreislaufprobleme.

„Zu Beginn der Löscharbeiten ist es wichtig, die Gegebenheiten zu erkunden“, erklärt Andreas Pradel das Vorgehen der Kameraden. Es muss geschaut werden, ob Stoppel, ein Feld auf Halm oder gar eine Erntemaschine brennt. Danach wird entschieden, wie vorgegangen wird. „Oberste Prämisse ist der Eigenschutz“, betont Andreas Pradel. Die Ausbreitung zu verhindern beziehungsweise ein Übergreifen auf weitere Felder oder Wälder zu verhindern, ist dann der zweite Schritt – dazu braucht es mitunter Nachalarmierungen, so dass am Ende etliche Feuerwehren in den Einsatz müssen.

Bauern dankbar für Hilfe

Christine Richter, Geschäftsführerin der Regionalbauernverbände Delitzsch und Torgau Quelle: Thomas Steingen

Den Einsatz der Feuerwehrleute könne man nur ausdrücklich loben und ihnen für die geleistete Arbeit sehr danken, sagt Christine Richter, Geschäftsführerin der Bauernverbände Delitzsch und Torgau. Da es aktuell sehr trocken und oft auch windig ist, steigt die Gefahr für solche Feuer. Immerhin reicht ein winziger Funke ... „Der Wind begünstigt dann noch den Funkenflug“ erklärt Christine Richter. Es kann eine aus dem Auto geworfene Zigarettenkippe, eine Glasscherbe, aber auch die Erntearbeit selbst sein, die das Feuer auslöst. „Es kann durch einen einzigen Stein im Schneidwerk geschehen“, so Christine Richter – der Funke springt auf das trockene Feld über und entfacht im schlimmsten Fall ein regelrechtes Inferno. Aber auch technische Defekte sind als Ursache möglich. Je nachdem was brennt, können die Schäden sehr hoch ausfallen, so die Bauernvertreterin. Für den Ertragsschaden greifen Versicherungen, die allerdings die Schäden nie vollständig abdecken würden. Werden Maschinen in Mitleidenschaft gezogen, greifen auch da Versicherungen.

Die Bauern selbst seien natürlich bemüht, die Brände zu verhindern oder im Falle des Falles bestmöglich bei den Löscharbeiten zu helfen. „Wenn es der Bauer noch schafft, wird er auf jeden Fall versuchen, zum Beispiel noch eine Schneise zu Nachbarfeldern zu ziehen“, betont Christine Richter.

„Die Bauern sind ein wichtiger Bestandteil bei der Brandbekämpfung, indem frühzeitig Brandschutzstreifen gepflügt werden, um damit die Ausbreitung zu verhindern“, sagt auch Wehrleiter Andreas Pradel. Ebenso sei der vorbeugende Brandschutz enorm wichtig. So könne ein Traktor mit Pflug oder Egge, der ständig vor Ort ist, sofort eingreifen. Auch ein Wasserfass am Feldrand gehörte in der Vergangenheit immer zum Standard bei Erntearbeiten. Dass diese zu DDR-Zeiten festen gesetzlichen Regelungen heute nicht mehr aktuell sind, bedauert auch der Bauernverband.

Bürger gefragt

Aber auch die normalen Bürger sind gefragt, um Feld- und Flächenbrände sowie Waldbrände zu verhindern: „Die ausgerufenen Waldbrandstufen sind eindeutig und sagen aus was nicht zu tun ist wie zum Beispiel das Befahren von Wäldern“, sagt Andreas Pradel, „der sorgsame Umgang mit offenen Feuer sollte bei dieser Trockenheit obligatorisch sein.“

Von Christine Jacob

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