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Fest des Zustandsdruckes beim Grafik-Symposion in Hohenossig

Fest des Zustandsdruckes beim Grafik-Symposion in Hohenossig

Hohenossig. „Wichtig ist, dass man die Farbe richtig einreibt, damit sie in die Tiefe geht", erklärte Gunter Böttger. Er verteilte das Schwarz gleichmäßig mit dem Handballen über die Druckerplatte und fügte hinzu: „Das Ergebnis ist wichtig, da macht man sich gern schmutzig.

." Dann legte er die beiden Platten seines Werkes „Spaltung" in den Hohenossiger Druckwerkstätten präzise nebeneinander.

Am Sonnabend war beim Grafik-Symposion im Künstlerhaus Hohenossig das Fest des Zustandsdruckes angesagt und das ist auch die Zeit, in der Zaungäste in den Werkstätten gern gesehen sind. Dieses Mal waren es der Leipziger Maler und Grafiker Gunter Böttger und seine Kollegin aus Sankt Petersburg, Anja Tchepets, die die schwarze Kunst des Grafik-Druckens demonstrierten.

Zuvor hatte der Begründer des Symposions, Reinhard Rössler, das Fest eröffnet, die teilnehmenden Künstler von 2010 vorgestellt und daran erinnert, dass es während der vergangenen Symposien insgesamt 96 Teilnehmer waren, die jeweils zu fünft vier Wochen lang als Gast in Hohenossig weilten. Darunter waren Künstler aus Afghanistan, den USA, der Schweiz, Südkorea, Belgien und Litauen. 15 Länder insgesamt zählte Rössler auf.

Und dieses Jahr wird das internationale Spektrum mit der aus Kolumbien stammenden Consuelo Barbosa und Anja Tchepets aus Russland noch um zwei Länder erweitert. „Das Fest des Zustandsdruckes ist quasi unser Bergfest. Folglich sehen Sie heute Abend Arbeiten der Künstler, die noch nicht fertig sind, eben Zustandsdrucke. Diese zeigen aber schon im erheblichen Maße, wie kreativ und experimentell bisher gearbeitet wurde", erläuterte Rössler bei der Eröffnung vor dem Künstlerhaus.

25 Bewerber hatte es für das nunmehr 20. Sächsische Druckgrafik-Symposion gegeben, aus denen eine Jury die fünf Teilnehmer auswählte. Dass diese am Sonnabend gern bereit waren, mit den Besuchern in lockerer Atmosphäre ins Gespräch zu kommen, gab dem Abend eine besonders vergnügliche Note. Gastdrucker Robert Schmiedel drehte dann auch fleißig am Zapfhahn mit Ur-Krostitzer und kommentierte augenzwinkernd: „Man ist eben immer am Hebel." Und es war das erste Mal, dass

das Wetter geradezu verlockte, im Freien zu feiern. So konnte, wer wollte, auch einen Blick in die Symposion-Vergangenheit werfen, die auf einer Leinwand wieder lebendig wurde. Im Flachbau des Künstlerhaus-Geländes bestand zudem Gelegenheit, Entwürfe und bereits gedruckte Werke der fünf Symposionsteilnehmer in Augenschein zu nehmen.

Gegen 21 Uhr ließ dann Reinhard Rössler das Signalhorn ertönen und rief zur üblichen Versteigerungsrunde. Sieben Werke, darunter auch von vergangenen Symposien, kamen unter den Hammer. Rössler und seine Helferinnen Ilona Klempel und Franziska Neubert bildeten das Auktionator-Trio, das zur Tat schritt. „Zum Ersten, zum Zweiten – und zum Dritten!" hieß es und schon wechselte wieder eines der Grafik-Blätter den Besitzer. Bei der Landschaftsgrafik von Thomas Sebening wurde es spannend. Die Stimmung heizte sich auf, der Preis ging nach oben und für 175 Euro konnte letztlich ein Kunstliebhaber das Blatt sein Eigen nennen.

Großes Interesse fand auch ein „Stadtplan" von Hohenossig, der beim 16. Symposion als Gemeinschaftsarbeit entstanden war. Hohenossiger Lokalpatrioten ließen da nichts anbrennen. Und vielleicht entdeckt der jetzige Besitzer auf dem Plan sogar das Meer und die Berge, die in Hohenossig liegen – wie sie bei Symposien fantasievoll entdeckt und mit der Schwarzen Kunst festgehalten wurden. Lutz Schmidt

Lutz Schmidt

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