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Delitzsch Feuerwehr Krensitz ist 90 Jahre alt
Region Delitzsch Feuerwehr Krensitz ist 90 Jahre alt
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18:48 04.01.2010

. Dazu hatte Werner Eckardt einen Abriss der Historie verfasst, den Wehrleiter Klaus Großer vortrug.

Die Zahl 19 ist offenbar in Krensitz eine besondere Größe, was die Wehr anbetrifft. Denn 19 Einwohner gehörten 1919 zu den Gründungsmitgliedern und 19 Kameraden bilden auch heute die verschworene Gemeinschaft. „Menschen vor Gefahren bewahren und Hilfe zu leisten, wenn sie in Not geraten sind, ist das ureigenste Anliegen der Feuerwehr“, sagte Großer. Eine Löschgemeinschaft gab es dabei in Crensitz (seit 1936 mit K geschrieben) schon vor 1919. Sogenannte Spritzenmeister waren eingeteilt und hielten für den Ernstfall Feuerpatschen, Wasserfässer und Leitern bereit. Bereits 1861 schaffte sich Crensitz eine Handdruckspritze an. Doch als nach dem Ersten Weltkrieg in Niederossig eine Scheune niederbrannte, war das der Anlass, im Gasthof „Roter Hahn“ eine eigene Feuerwehr zu gründen. Ortsbrandmeister und erster Wehrleiter wurde Arthur Hennig, der 24 Jahre die Geschicke in der Hand hatte. Ausrückebereich war übrigens ohne besondere Aufforderung eine deutsche Meile, also im Umkreis von 7,5 Kilometern.

Wie sich die Ausrüstung im Laufe der Zeit veränderte, war an dem Abend in einer kleinen Ausstellung zu sehen. 1920 erhielten die Krensitzer Feuerwehrleute dunkelblau gefärbte Uniformen und Lederhelme. „Und in den 1940er-Jahren wurden der Wehr zwei Atemschutzmasken zugeteilt“, berichtete Werner Eckardt, der die Exponate zusammengetragen hat. Ein Segeltucheimer von 1878, Reißhaken und ein Strahlrohr mit Gewindekupplung, wie sie bis 1885 üblich war, gehörten unter anderem zu der kleinen Ausstellung. Allein die Sammlung der zwölf Helme, die vom umfunktionierten Stahlhelm über den silberfarbig blitzenden Designer-Helm aus DDR-Zeiten bis zur heutigen Einsatzkopfbedeckung reichte, könnte Geschichten erzählen. Im Rückblick jedenfalls war auch festgehalten, dass in den Zwanziger Jahren strenge Maßstäbe beim Dienst angelegt wurden. So wurde zum Beispiel Erscheinen ohne Uniform mit fünf Mark Strafe geahndet.

Doch der Wehrleiter wusste auch von Einsätzen wie dem am 2. Juli 1920 zu berichten, als die von Pferden gezogene Handdruckspritze zu einem Stallbrand in Beuden eilte. Im Herbst fünf Jahre später standen erneut Ställe und Scheunen in Flammen. 1931 brannte in Niederossig eine Scheune. Wie sich später herausstellte, war es in allen Fällen Brandstiftung gewesen. Noch 1945 wurde eine Tragkraftspritze in Dienst gestellt, die die Kameraden auf einem Karren zum Einsatzort zogen. Ein umfunktionierter Opel-Pkw Baujahr1934, in dem die Spritze verstaut wurde, diente später als erstes Löschfahrzeug. Neubau des Gerätehauses 1960, Übergabe eines B100-Fahrzeuges an die Wehr 1988 und Übernahme eines TSF-Löschfahrzeuges im Jahr 2004 waren Eckpunkte, die die Ausrüstung anbetrafen.

Die Krensitzer machten nicht zuletzt immer wieder im Feuerwehrsport von sich Reden. Da war es kein Wunder, dass der Krostitzer Bürgermeister Wolfgang Frauendorf (CDU) auch an die sportlichen Erfolge erinnerte. Fünfmal schon holten sich die Krensitzer den Wanderpokal der Gemeinde. Der Bürgermeister würdigte besonders das Engagement von Klaus Großer, Peter Schröder und Werner Eckardt und dankte allen Kameraden für ihre Arbeit in der Wehr. Adolf Tuchscherer, der auch als Sponsor die Kameraden unterstützt, gehört zu der Familie im Dorf, deren Namen immer wieder in Verbindung mit der Feuerwehr genannt wird.

Rochus Tuchscherer erhielt so am Mittwoch auf der Festsitzung das Ehrenkreuz der Feuerwehr für 50-jährige Mitgliedschaft. Holger Tuchscherer wurde für zehn Jahre Mitarbeit in der Wehr ausgezeichnet und zum Hauptfeuerwehrmann befördert. Denselben Dienstgrad erhielten Mathias und Steffen Beuschold. Zum Feuerwehrmann wurden Thomas Richter und Tom Röthel befördert

Lutz Schmidt

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