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Firma Caralux baut in Lemsel ehemalige Rittergutscheune zur Produktionsstätte aus

Firma Caralux baut in Lemsel ehemalige Rittergutscheune zur Produktionsstätte aus

Lemsel. Im vergangenen Jahr machte Gerd Martin mit seiner Firma Caralux in der Gemeinde Rackwitz von sich reden, als er moderne, mit LED-Modulen bestückte Straßenlampen für den Ortsteil Zschortau lieferte.

. Jetzt expandiert das Unternehmen an seinem Standort in Lemsel, denn es baut die alte Rittergutsscheune um.

Jahrelang tat sich am ehemaligen Rittergut in Lemsel nichts. Die Gebäude verfielen, doch seit zwei, drei Wochen ist es für jeden, der durch den kleinen Ort fährt, unübersehbar: Das Dach der alten Scheune ist abgedeckt und Bauarbeiter machen sich an dem Gemäuer zu schaffen. „Es wird höchste Zeit, denn wir brauchen Platz, weil unsere Produktionsstätte aus allen Nähten platzt", sagt Gerd Martin, Firmengründer und Geschäftsführer der Caralux LED- und Neonlichttechnik GmbH. Noch etwa zehn Arbeitsplätze möchte er schaffen, bekommt das Personal aber derzeit nicht unter und hofft, die neue Produktionsstätte in der umgebauten Scheune spätestens im Februar 2011 in Betrieb nehmen zu können. Im vergangenen Jahr hatte Martin das Gelände vor dem ehemaligen Herrenhaus samt Scheune erworben und wollte eigentlich bereits 2009 mit dem Umbau beginnen. Schwierige Verhandlungen unter anderem mit der Denkmalschutzbehörde verzögerten den Start. „Glücklicherweise hat sich jetzt alles zum Guten entwickelt", erzählt der Unternehmer.

Vor 14 Jahren als Drei-Mann-Betrieb gegründet, der sich ausschließlich mit der Fertigung von Neonglas für die Werbung beschäftigte, hat sich der Betrieb mehr und mehr auf die innovative LED-Technologie spezialisiert. Lichtsysteme aus Lemsel sorgen dafür, dass Schriftzüge in großen beleuchteten Lettern auf Banken, Versicherungen, Drogerieketten und andere Einrichtungen hinweisen. 65 Beschäftigte zählt das Unternehmen, zu dem neben dem Standort Lemsel auch Tochtergesellschaften in Weißwasser, Großenhain und Langenwiesen gehören.

Die Geschäfte würden gut laufen, berichtet Martin dem Landrat Michael Czupalla (CDU), als dieser den Betrieb im Rackwitzer Ortsteil kürzlich besuchte. „Uns geht es gut, aber nur, weil wir vor Jahren die Umstellung auf die LED-Technologie gewagt haben", so der Managing Director.

Die besten Kunden seien derzeit Mineralölkonzerne, die zum Beispiel Tankstellen mit der energiesparenden LED-Lichttechnik umrüsten lassen. Aber auch mit einem großen Energieversorger sei man in Verhandlung. Dieser wolle ein Bürogebäude mit sogenannten LED-Tubes ausstatten, die immer mehr das herkömmliche Neonlicht verdrängen. Deshalb hofft Martin, den Umsatz in diesem Jahr auf acht bis neun Millionen Euro steigern zu können. „Die LED-Entwicklung verläuft sehr rasant, innerhalb eines viertel Jahres gibt es neue Typen und Helligkeiten auf dem Markt", erklärt der 38-jährige Geschäftsmann, der auch mit seiner Familie in Lemsel wohnt. Um am Ball zu bleiben, hat sich sein Betrieb mit Universitäten und Hochschulen zu einem Netzwerk zusammengeschlossen, das Grundlagen für effektive Beleuchtungssysteme und Steuerungstechniken entwickelt sowie Forschungen dazu betreibt.

Obwohl für diese moderne Technologie vieles von Automaten ausgeführt wird, stecke andererseits auch viel Handarbeit darin. Und so profitiert das Delitzscher Behindertenzentrum, das für das Unternehmen zum Beispiel Lötarbeiten übernimmt.

In Lemsel investiert Martin jetzt rund 1,1 Millionen Euro. Typisches wie der Natursteinsockel, die Säulen und der Sims untern Dach sollen farblich so gestaltet werden, dass sie an die alte Scheune erinnern. Ansonsten entsteht dort eine moderne Produktionsstätte mit Lagerbereich. Ebenfalls der Platz zwischen der Scheune und dem Firmengebäude soll landschaftlich umgestaltet und somit ein Schandfleck im Ort beseitigt werden.

Thomas Steingen

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