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Firmennachfolger dringend gesucht: Bei den Sandmanns hat's geklappt

Firmennachfolger dringend gesucht: Bei den Sandmanns hat's geklappt

Unternehmensnachfolge ist bundesweit ein aktuelles Thema. Mit jedem Unternehmen, das vom Markt verschwindet, geht Know-how verloren, fallen Arbeitsplätze weg. In den neuen Bundesländern und damit auch in Sachsen gibt es eine Besonderheit.

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Firmengründer Siegfried Sandmann (rechts) und sein Nachfolger Sohn Frank, dem der Familienbetrieb nun schon seit acht Jahren gehört.

Quelle: Thomas Steingen

Delitzsch/Schenkenberg. Der politischen Situation nach der Wende geschuldet, sind in Ostdeutschland überdurchschnittlich viele Firmengründer heute zwischen 40 und 50 Jahre alt. "Im Handwerk des Kammerbezirkes Leipzig, zu dem auch der Landkreis Nordsachsen gehört, erreichen in diesem Jahr 2000 Inhaber und Gesellschafter das 60. Lebensjahr oder sind älter. Das sind 16 Prozent unserer Mitgliedsbetriebe", teilt die Handwerkskammer auf Anfrage mit.

Die Unternehmensnachfolge ist ein komplexer Prozess. Schon einen passenden Nachfolger zu finden, ist oft eine Herausforderung. In der Sandmann Heizungstechnik und Sanitär GmbH in Schenkenberg ist das gut gelungen. Den Familienbetrieb gibt es heute auf den Tag genau seit 35 Jahren, deshalb wird am Freitag zu einem Tag der offenen Tür eingeladen. Unternehmensgründer Siegfried Sandmann hat rechtzeitig an die Firmennachfolge gedacht. Seit acht Jahren ist Sohn Frank der Betriebsinhaber. "Mein Ziel war von Beginn an, dass mein Nachfolger aus der Familie kommen sollte", erzählt Siegfried Sandmann und rät allen Kollegen, rechtzeitig mit der Suche nach einen würdigen Nachfolger zu beginnen.

Bei allen zu lösenden Problemen sei das Wichtigste in diesem Prozess Ehrlichkeit gegenüber sich selbst und dem Partner, sagen die Experten der Handwerkskammer. "Man muss selbstkritisch prüfen, ob jemand in der Familie die Qualität besitzt, die Firma weiterzuführen", beschreibt Siegfried Sandmann. "Man muss es wollen, denn man ist nicht nur für sich, sondern auch für seine Mitarbeiter und die Familie verantwortlich. Auch die Frau muss einverstanden sein, denn als Chef hat man eigentlich nie Feierabend", sagt Frank Sandmann.

Er hat sich für diesen Weg entschieden. Schon als Lehrling in einem Delitzscher Fachbetrieb hat er in die väterliche Firma hineingeschnuppert und ist nach der Wende, als der Betrieb auf die jetzige Größe mit rund 15 Mitarbeitern wuchs, richtig eingestiegen. Als er 1998 seinen Meisterbrief für Installation und Heizungsbau in der Tasche hatte, war das genauso in die Zukunft gedacht wie der Besuch der Abendschule, um Betriebswirt des Handwerks zu werden. "Die Firmenübernahme war schon mein Fernziel, nur der Zeitpunkt stand noch nicht fest." Der war dann am 1. Januar 2008, kurz vor dem 60. Geburtstag des Vaters, für den damals 38-Jährigen der richtige Augenblick.

Für Siegfried Sandmann war in diesem Moment wichtig, loslassen zu können, denn das hatte er sich fest vorgenommen. "Wenn der Sohn, dann ganz!", betont er rückblickend. Seither ist er in den Hintergrund getreten, hilft hin und wieder aus, bringt seine Erfahrung ein, wenn sein Rat gefragt ist.

Die Firma hat er seinem Sohn übrigens verkauft - für den Senior ebenfalls ein entscheidender Aspekt. "Damit er schätzen lernt, was er hat, denn ich kenne mehrere Beispiele, wo Firmen verschenkt wurden und die Kinder sie runtergewirtschaftet haben", begründet der Firmengründer.

Als Beispiele, wo Töchter oder Söhne den elterlichen Betrieb weiterführen, sind in Delitzsch unter anderem Motorrad Naujocks oder Auto-Webel zu nennen. Das Autohaus Haselbach befindet sich mitten im Übernahmeprozess.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom ..
Thomas Steingen

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