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Flächen für Häuslebauer werden knapp

Bauboom in Delitzsch Flächen für Häuslebauer werden knapp

In den von der Stadt Delitzsch ausgewiesenen Wohngebieten werden freie Plätze für Häuslebauer zunehmend knapp. Die Sandmarkt ist komplett vermarktet, in Beerendorf sind alle elf Flächen verkauft und auch im Loberpark in Kertitz gibt es trotz Erweiterung nur noch wenige Bauplätze. Die Nachfrage ist derzeit aber ungebrochen hoch.

Im Loberpark in Kertitz wird eine Erschließungsstraße zur Erweiterung des Wohngebietes gebaut.
 

Quelle: Wolfgang Sens

Delitzsch.  Mit dem nahenden Frühling haben in Delitzsch und den Ortsteilen die Bauaktivitäten wieder Fahrt aufgenommen. Dabei ist in diesem Jahr vor allem bei den Häuslebauern ein wahrer Boom zu erwarten. So entsteht in Beerendorf ein neues Wohngebiet mit elf Bauplätzen. Auf dem Gelände der ehemaligen und vor Jahren abgerissenen Milchviehanlage zwischen Scheunenstraße und Straße An der Weide hat die Agrargenossenschaft des Ortes ein Wohngebiet entwickelt. Nachdem 2015 die Erschließung erfolgte, sind die Grundstücke, deren Größe von 750 bis 1200 Quadratmeter reicht, Anfang des Jahres an die neuen Eigentümer verkauft worden. Um den ländlichen Charakter zu wahren, hat sich die Genossenschaft bei der Entwicklung des Gebietes bewusst für etwas größere Bauplätze entschieden.

Mehr Bewerber als Bauplätze

Wie Gerhard Schladitz, Vorstandsvorsitzender der Agrargenossenschaft, berichtet, habe es mehr Bewerber als Bauplätze gegeben. „Auch jetzt noch erhalten wir Anfragen. Es hat sich wohl rumgesprochen, dass es sich in Beerendorf gut leben lässt“, so Schladitz. Die Käufer kommen aus Delitzsch, aber auch aus Leipzig. Das erste Eigenheim wächst bereits, ein zweiter Bauherr hat begonnen. Seit zirka zwei Jahren boomt in Delitzsch der Eigenheimbau, ist die Suche nach Bauplätzen ungebrochen. Selbst für die geplante Reihenhaus-Anlage am Schützenplatz sei Wohneigentum bereits vergeben, sagt Delitzschs Stadtplaner Karl-Heinz Koch. Niedrige Bauzinsen auf der einen Seite und steigende Mieten auf der anderen sieht er als Gründe für die anhaltenden Nachfragen, die auch zunehmend aus Leipzig kommen. Immer mehr Menschen aus der Messestadt, vor allem junge Familien, würden wegen der günstigen Verkehrsanbindung – die S-Bahn fährt 17 Minuten bis Leipzig – in Delitzsch eine Wohnalternative sehen, so Koch. So wundert es nicht, dass das Wohngebiet Sandmark mit seinen rund 200 Baulandparzellen ausgelastet ist.

Sandmark ausgelastet

Darauf stehen sowohl Eigenheime, Doppelhaushälften aber auch Mehrfamilienhäuser. Einige Häuslebauer haben auch zwei Parzellen erworben, um ein größeres Grundstück zu haben. Derzeit füllen sich die letzten Bauplätze. Im Zeitraum 1998 bis 2016 ist dieses Gebiet vermarktet worden. Beteiligt waren die Wirtschaftsförderungsgesellschaft, die Gesellschaft Zukunft in Delitzsch und ab 2007/08 die Stadt Delitzsch selbst sowie der private Bauträger Reinbau GmbH.

Wenige freie Flächen im Loberpark

Im Ortsteil Kertitz, wo derzeit das Eigenheimgebiet „Loberpark“ erweitert wird, scheint es noch freie Flächen zu geben. „Aber nur noch wenige“, schränkt Frank Reiche, geschäftsführender Gesellschafter der Nemarax GmbH, die das Gebiet entwickelt und vermarktet, ein. Insgesamt 47 Bauplätze mit einer durchschnittlichen Größe von 800 bis 900 Quadratmetern sind im Loberpark vorgesehen. Seit zirka sechs Jahren ist Nemarax in Kertitz aktiv. Nach zögerlichem Beginn sei 2014 die Nachfrage rasant gestiegen, sagt der Erschließungsträger. Deshalb lässt er das Gebiet erweitern. Seit Ende Oktober 2015 läuft die Erschließung, die im April abgeschlossen wird. Wie Frank Reiche mitteilt, habe er in Kertitz noch eine Reserve für 30 bis 40 weitere Bauplätze. Um sie erschließen zu können, bedürfe es aber den politischen Willen der Stadt und ein neues B-Planverfahren.

Karl-Heinz Koch räumt ein, dass der Druck auf die Stadt, neue Flächen auszuweisen, wachse. Für die Entscheidungsfindung will die Verwaltung die neuste Bevölkerungsprognose des Statistischen Landesamtes abwarten. Diese soll demnächst veröffentlicht werden.

Von Thomas Steingen

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