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Flaute auf dem Delitzscher Wochenmarkt – Händler kritisieren falschen Standort

Schlechter Ruf Flaute auf dem Delitzscher Wochenmarkt – Händler kritisieren falschen Standort

mel und Sonnenschein - besser können die äußeren Bedingungen für den Delitzscher Wochenmarkt an einem Herbsttag nicht sein. Dienstags und donnerstags kommen die Händler in die Loberstadt, um auf dem Marktplatz ihre Waren feilzubieten. Doch der Delitzscher Wochenmarkt genießt bei den Händlern einen schlechten Ruf.

Uhrmacher Wolfgang Teich steht seit 25 Jahren auf dem Delitzscher Wochenmarkt. Er ist einer der wenigen Händler, der zufrieden ist.

Quelle: Alexander Bley

Delitzsch. Zwei Hände voll sind es an diesem Tag. Darunter ein Fleischer und ein Bäcker, die frische Produkte aus eigener Herstellung verkaufen. An den restlichen Ständen gibt es Lederwaren, Bekleidung, Bettwäsche, CDs, Uhren ... Etwa doppelt so viele Besucher wie Verkäufer schlendern über den Markt.

Muddasar Khan, ein in Delitzsch lebender Pakistani, verkauft Portemonnaies, Taschen, Gürtel und andere Lederwaren. Das Geschäft laufe schlecht, es lohne sich nicht mehr, die Lage des Marktes sei ungünstig, erzählt er. "Der Roßplatz, wo mehr Durchgangsverkehr herrscht, wäre geeigneter", stellt er fest.

Ein Wunschgedanke, mehr nicht. Am Standort des Marktes wird nicht gerüttelt. Er spiele für die Belebung der Innenstadt, vor allem der Breiten Straße, eine wichtige Rolle. Deshalb werde er am Rathaus bleiben, so stehe es als Empfehlung im Einzelhandelskonzept, sagt Ricarda Steinbach, Wirtschaftsförderin der Stadt. Gleichzeitig verweist sie auf das Stadtentwicklungskonzept, in dem die Achse Unterer Bahnhof, Eilenburger Straße, Breite Straße, Markt, Schloss eine zentrale Stellung einnimmt.

Besser als beim Taschenhändler läuft es bei Uhrmacher Wolfgang Teich, der seit 25 Jahren nach Delitzsch kommt. "Bei mir ist immer Betrieb, ich kann nicht klagen", erzählt er, während eine Kundin ihm eine defekte Uhr reicht. Kleine Reparaturen wie Batteriewechsel erledigt er sofort, bei größeren nimmt er die Uhr mit in seine Werkstatt und bringt sie am nächsten Markttag repariert wieder mit. Je nach Witterung kommen zu ihm 15 bis 70 Kunden an einem Tag. Insgesamt sei es aber auf allen Wochenmärkten schlechter geworden, fügt er hinzu.

Auch Stefanie Schumann am Wagen der Landfleischerei Zwochau hat gut zu tun. Hausschlachtene und Wurst in Gläsern sowie Rippchen würden häufig verlangt, berichtet die Verkäuferin. Mittwochs und freitags steht sie mit ihren Wagen in Schkeuditz. Dort sei mehr los, aber für Delitzscher Verhältnisse ist sie zufrieden. Ähnlich schätzt Bäcker Klaus-Dieter Müller aus Brehna die Situation ein. "Unser Wagen fährt unterwegs noch Pohritzsch, Zschernitz und Kyhna an, so lohnt sich der Aufwand."

Vor Jahren sei es hier lebendiger gewesen, wirft eine Passantin im Vorbeigehen ein. "Der Delitzscher Wochenmarkt hat bei den Händlern einen ganz schlechten Ruf", konstatiert Ricarda Steinbach. Dabei hat es an Bemühungen, einen attraktiven Markt zu gestalten, nicht gefehlt. 2013 entwickelte die Stadt in Zusammenarbeit mit dem Verein Delitzscher Land ein Konzept, das das Ziel hatte, regionale Direktvermarkter auf den Delitzscher Frischemarkt zu holen. Dienstags, donnerstags und einmal im Monat an einem Sonnabend sollte dieser stattfinden. "120 Direktvermarkter haben wir angeschrieben, ihnen nachtelefoniert und Marketingaktionen gestartet. Aber die Händler spielten nicht mit", zeigt sich die Wirtschaftsförderin enttäuscht. Deshalb ist sie froh, dass zumindest der Bäcker und der Fleischer sowie ein Obst- und Fischhändler regelmäßig kommen, dass Honigprodukte vom Imker sowie Pferdespezialitäten und Kräuter auf dem Wochenmarkt angeboten werden.

Thomas Steingen

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