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Fluch oder Segen Südumfahrung

Fluch oder Segen Südumfahrung

Die geplante Straße um den Schladitzer See, auch Südumfahrung genannt, wird in Rackwitz per Flugblättern gewaltig zerpflückt. Was nicht zuletzt Ängste und Befürchtungen auslöst.

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So könnte der neue Straßenverlauf der sogenannten Südumfahrung aussehen.

Quelle: Enzo Forciniti

Rackwitz. In Rackwitz wird nun erhöhtes Verkehrsaufkommen befürchtet. Die Maßnahme steckt in der Anfangsphase. Die Masse der Bauleistungen soll im kommenden Jahr erfolgen, 2015 ist die Fertigstellung geplant. Einen B-Plan gibt es jedoch noch nicht. Und damit auch noch keine Anhörung betroffener Anlieger. Eine Verbindung von Hayna nach Schladitz gab es bereits einmal, vor dem Tagebau, vor Lkw-Maut und Blechlawinen.

"Stoppt den Bau der geplanten Südumfahrung", fordert die Rackwitzerin Sonja Scheitler, die bereits gegen viele Widerstände in der Leipziger Straße in Rackwitz eine Geschwindigkeitsbegrenzung für Lkw auf 30 Kilometer pro Stunde mit erkämpft hat. Bürgermeister Manfred Freigang (UWV) hält dagegen und die Straße für "durchaus zweckmäßig und notwendig". Diese soll von der Kölner Straße im Radefelder Gewerbegebiet Tannewald zur Mittelstraße und weiter in Richtung Biedermeierstrand an das Haynaer Ufer führen, weiter zur alten Bundesstraße 184. Auf der Kreuzung dort soll schließlich ein Kreisverkehr entstehen. Über den und durch Rackwitz und Zschölkau ließe sich dann der Weg zur B 2 abkürzen. Scheitler: "Kein Lkw wird eine mautfreie Verbindungsstrecke meiden." Mit hoher Wahrscheinlichkeit werde ein Großteil des Pkw- und Lkw-Verkehrs der A 14 aus Richtung Schkeuditzer Kreuz, A 9 sowie der Verkehr aus dem Güterverkehrszentrum Radefeld, mit Fahrtrichtung B 2 (Bad Düben, Wittenberg) und Gegenrichtung, durch die Orte Rackwitz und Zschölkau geleitet, heißt es im Flugblatt. Fahrzeuge aus dem Güterverkehrszentrum Radefeld brauchen dann nicht mehr auf die A 14, sondern können die Direktverbindung zur B 2 über die neue Südumfahrung nutzen. So die Befürchtungen. "Viele Hundert, wenn nicht sogar Tausend Fahrzeuge werden dann 24 Stunden, inklusive Wochenenden, durch Rackwitz und Zschölkau fahren", so Scheitler. Der Rackwitzer Bürgermeister versteht die ganze Aufregung nicht, bezeichnet das Vorgehen auf Nachfrage als Panikmache und unrealistisch. "Zudem kann der Kreisverkehr nur deshalb gebaut werden, weil er Bestandteil der Südumfahrung ist", so Freigang. Rackwitz habe eine Verkehrsplanung erstellen lassen müssen. Für die Straße sind 500 Autos pro Tag prognostiziert worden. Freigang: "Wer von Schkeuditz kommt, wird nicht durch Rackwitz in Richtung B2 fahren, der bleibt auf der Autobahn bis Leipzig-Mitte und fährt dann ab auf die B2. Wir haben das Thema von allen Seiten beleuchtet, ich sehe da keine Gefahr." Die Abkürzung durch enge Ortschaften mit Kurven und Ampeln hält Freigang für nicht attraktiv. Wer von Delitzsch kommt, fährt eventuell durch bis Schladitz und biegt am Kreisverkehr rechts ab, wenn er in Richtung Radefeld möchte.

Partner der Gemeinde Rackwitz ist die Stadt Schkeuditz. Dort ist sich die Rathausspitze einig, dass die Südumfahrung Radefeld vom Durchgangsverkehr entlastet und die Gartenstraße beruhigt, Hayna soll an die neue Straße angebunden werden. Aber auch Erholungsuchende aus dem Leipziger Norden mit Lützschena, Wahren, Wiederitzsch oder Lindenthal würden von der neuen Umfahrung profitieren. Für Scheitler ist der Schladitzer See bereits jetzt von allen Seiten her gut erreichbar. Und die Verkehrsführung unlogisch, sie fragt: "Warum wird der Verkehr am See vorbeigeleitet und dann wieder einige Kilometer zurückgeführt?". Dazu der Bürgermeister: "An die Bucht wollen wir nur den Verkehr führen, der dort hingehört. Das ist nicht der ganze Umleitungsverkehr."

Am 6. März findet die nächste Beratung der AG Seen Nordraum statt. Die Straße ist dann auf der Tagesordnung. Sonja Scheitler soll eine Einladung vom Rackwitzer Bürgermeister erhalten.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.02.2013

Frank Pfütze

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