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Delitzsch Forschungen zum Wandelaltar in Delitzscher Stadtkirche präsentiert
Region Delitzsch Forschungen zum Wandelaltar in Delitzscher Stadtkirche präsentiert
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17:30 13.09.2010
Titelblatt der Dokumentation über den Altar der Delitzscher Stadtkirche. Quelle: Edith Dorothea Klisa
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Delitzsch

Die Sächsische Landeskonservatorin präsentierte am Sonntagnachmittag vor Museums- und Heimatfreunden, Chronisten, Historikern und prominenten Gästen der Eröffnungszeremonie des sächsischen Denkmaltages in Delitzsch das Buch „Der Altar der Stadtkirche St. Peter und Paul zu Delitzsch“. An einem Ort, der nicht besser gewählt werden konnte: in der Stadtkirche. Unmittelbar vor jenem Altar, dem auf fast 150 Seiten mit hochwertigem Kunstdruck und farblich brillanten Bildern kunstwissenschaftliche, architektonische, technologische, materialtechnische und historische Studien gewidmet sind.

In Erinnerung gerufen sei: 500 Jahre alte Malerei ist auf diesem Altar entdeckt worden. Eher beiläufig. Nach Fassaden-, Dach-, Innenwandreparaturen und -retuschen in den 90er-Jahren war nur an Säubern des Retabels mit den geschnitzten Heiligenfiguren gedacht. Zum Vorschein kamen zwischen zusammengeschraubten Platten Malereien. „Eine Sensation“, sagt der an den über sechs Jahre gelaufenen Restaurierungen beteiligte Diplom-Archäologe Andreas Schulze. Kleinere Entdeckungen mache man immer mal, doch eine so komplett erhaltene Malerei – da halte man doch den Atem an.

Die entdeckten Tafelbilder gehen auf die Stiftung einer Delitzscher Bürgermeistersfrau zurück: Gertrud Kropffhusser spendete 1492 zu Ehren ihres verstorbenen Mannes Geld zur künstlerischen Ausgestaltung des Altarretabels. Deren Ausführung war „dem maler Johan zu leiptzigk“ übertragen worden.

Am 2. Juli 2006 ist der Delitzscher Altar – restauriert aus den Werkstätten des Dresdner Landesamtes für Denkmalpflege an seinen angestammten Platz in der Loberstadt zurückgekehrt – wieder geweiht worden. Er bietet den über Jahrhunderte verborgenen Anblick. Restauratorenkunstfertigkeit versetzte die  mindestens über ein Jahrhundert fest verschraubten Altarflügel wieder in bewegbaren Zustand. Wer sich näher damit befassen will, kann mit dieser im Beuchaer Sax-Verlag erschienen Forschungsdokumentation einen fundierten Überblick  gewinnen. In diesem Buch, bescheiden Arbeitsheft genannt, nehmen sowohl die unmittelbar mit den praktischen restauratorischen Arbeiten Betrauten als auch die wissenschaftlichen Begleiter das Wort.

Schon dass das Landesamt für Denkmalpflege Sachsen diesem Restaurierungsobjekt in Delitzsch allein ein ganzes Arbeitsheft  widmet, sagt etwas zu dessen Ausnahmeerscheinung in der kunstwissenschaftlichen Forschung. „Es ist ein Eintauchen in die Geschichte“, sagt Rosemarie Pohlack, die in Einzelheiten der Darstellungen regelrecht verliebt ist. So macht sie auf das lüstrierende Gewand der Marienfigur in der Predella aufmerksam und auf die Mal-Figur des herbeieilenden Königs im rechten Schreinflügel der mittleren Wandlung.

Edith Dorothea Klisa

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