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Delitzsch Frauen der Reformation – Wanderausstellung in der Löbnitzer Kirche
Region Delitzsch Frauen der Reformation – Wanderausstellung in der Löbnitzer Kirche
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06:00 14.07.2016
Frauen der Reformation heißt eine Wanderausstellung, die am Sonnabend in der Löbnitzer Kirche eröffnet wird. Quelle: Evangelische Frauen in Mitteldeutschland
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Löbnitz

Am Sonnabend wird um 16 Uhr in der evangelischen Kirche Löbnitz eine Ausstellung anlässlich des Reformationsjubiläums eröffnet. Die als Wanderausstellung konzipierte Exposition „Frauen der Reformation in der Region“ ist seit Oktober 2012 bisher an 50 verschiedenen Orten, überwiegend in Mitteldeutschland zu sehen gewesen. Aber nicht ausschließlich. Nun hat sie der Förderverein zur Erhaltung der Kirchen im Kirchspiel Löbnitz bis zum 2. August in den Altkreis Delitzsch geholt.

Gestaltet wurde sie von einem Team der „Evangelischen Frauen in Mitteldeutschland“. Auf 19 Standtafeln informiert sie über die soziale Stellung der Frauen innerhalb der Gesellschaft zur Zeit der Reformation, also der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Vorgestellt werden zwölf Frauen aus der mitteldeutschen Region aus adligen oder bürgerlichen Kreisen. „Bewusst wurde auf berühmte Frauen wie Luthers Gattin, Katharina von Bora, verzichtet“, sagt Kristina Kootz, Referentin bei „Frauen in Mitteldeutschland“. Zudem habe man bei der Auswahl versucht, zu unterschiedlichen Themen passende Frauen zu finden.

Fiktive Porträts

Die Vorstellung mit Texten in Berichts- oder Briefform haben elf Frauen und ein Mann von heute übernommen, quasi als Paten. Weil nur von wenigen Frauen aus der Reformationszeit bildliche Darstellungen überliefert sind, wurde die Eislebener Ikonenmalerin Mariana Lepadus beauftragt, fiktive Porträts der Frauen zu schaffen, aus dem Blickwinkel ihrer damaligen Stellung in der Gesellschaft.

Was haben uns diese Frauen heute zu sagen? Entsprechende Fragestellungen in der Ausstellung regen zum Nach- und Weiterdenken sowie zum Austausch an. Diese Frauen lebten in einer Zeit mit tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderungen. Ihre Stellung war geprägt durch die Abhängigkeit von ihren Ehemännern oder vom Leben im Kloster. „Und doch begannen Frauen, vor allem gebildete, aus diesen Verhaltensmustern auszubrechen. Luthers Forderung, auch die Mädchen zur Schule zu schicken, trug dazu bei, dass viele, die vorher nicht lesen oder schreiben konnten, nun direkten Zugang zur Bibel haben konnten“, sagt Fördervereinsmitglied Siglind König. Die promovierte Chemikerin befasste sich nach ihrer Berufstätigkeit mit der Geschichte ihres Heimatortes Löbnitz und hat in einem Buch über die dortige Kirchendecke deren Bilder vollständig identifiziert.

Mosaiksteinchen für Veränderungen

Jede der zwölf Frauen hat im Rahmen der Möglichkeiten ihrer gesellschaftlichen Stellung ein kleines Mosaiksteinchen zum Gesamtbild der veränderten Gesellschaft beigetragen. „Sie stehen exemplarisch für ein Handeln, das zu dieser Zeit nicht als üblich angesehen werden kann: sie heirateten Priester, sie leiteten Mädchenschulen, sie verfassten Streitschriften, sie versteckten verfolgte Protestanten, sie verwandelten katholische Klöster in protestantische. Ob man heute aus diesen zwölf Lebensgeschichten etwas für sich übernehmen kann, muss jeder Besucher selbst herausfinden“, so Siglind König weiter. Besucher sollten sich dafür Zeit nehmen und sich auf die Lebensgeschichten einlassen, empfiehlt die Buchautorin.

Löbnitz hat übrigens mit Eva (Ave) Schönfeldt, eine der aus dem Kloster Nimbschen mit Katharina von Bora geflohenen Nonnen, auch eine bekannte Frau aus der Reformationszeit zu bieten. Sie ist allerdings nicht in die Ausstellung aufgenommen worden. Aus dieser Nonnengruppe wurde Magdalena von Staupitz, die erste Schulleiterin der Mädchenschule zu Grimma, ausgewählt.

Die Ausstellung ist Montag bis Freitag 10 bis 14 Uhr und am Wochenende 13 bis 16 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Von Thomas Steingen

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