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Delitzsch Frauke Petry über ihre neue Partei, die Landtagswahlen – und die AfD
Region Delitzsch Frauke Petry über ihre neue Partei, die Landtagswahlen – und die AfD
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12:09 31.10.2018
Frauke Petry spricht im Bürgerhaus Delitzsch unter anderem über die Ziele und Inhalte ihrer Blauen Partei und die Abgrenzung zur AfD. Quelle: Alexander Prautzsch
Delitzsch

Seit ihrem AfD-Ausstieg ist die frühere Partei-Vorsitzende weitgehend aus dem medialen Fokus verschwunden. Im Bundestag sitzt die 43-Jährige in der hintersten Reihe, ihre Reden werden meist kommentarlos zur Kenntnis genommen. Mittlerweile ist sie Chefin der Blauen Partei und hat ein Bürgerforum – beides ist aber kaum jemanden bekannt. Am Dienstagabend lud Frauke Petry nun ins Delitzscher Bürgerhaus zu einem Bürgerdialog.

Fehlende Abgrenzung zum Radikalismus

Etwas mehr als 30 Delitzscher kamen in den kleinen Saal des Bürgerhauses, hörten zu und nutzten die Möglichkeit für eigene Fragen – auch private. „Es ist kein Bereich ausgenommen“, sagte Petry zu Beginn und begrüßte ihre Gäste als noch Leipzigerin, „aber hoffentlich bald Delitzscherin“. Der Umzug hänge maßgeblich vom Abschluss der Bauarbeiten ab. Sie wolle an diesem Abend nur kurz die vergangenen zwei Jahre einordnen, ein paar einleitende Worte sagen und dann ins Gespräch kommen. Dazu schob sie das vorbereitete Rednerpult zur Seite und stellte sich vor die erste Sitzreihe. Sie sucht den Blickkontakt. „Lassen Sie uns gemeinsam über die politischen Baustellen diskutieren, die endlich angepackt werden müssen“, so hatte Petry die Veranstaltung im Vorfeld beworben.

Die dann von den Besuchern aufgeworfenen Themen: Migration, Mindestlohn, der Parteiaustritt, die Abgrenzung zur AfD, politische Bürgerbeteiligung und die Landtagswahl in Sachsen im kommenden Jahr. Als Gründe für ihren Parteiaustritt vor gut zwei Jahren führte sie beispielsweise die inhaltliche Veränderung in der Partei, die personelle Problematik und die fehlende Abgrenzung zum Radikalismus und Antisemitismus an.

Sächsische Landtagswahl als Gradmesser

„Wir müssen versuchen, vernünftige Mehrheiten im Land wieder möglich zu machen“, nannte Petry den Grund, warum sie sich nicht Zuhause ausruht und noch einmal neu angefangen hat. Denn was derzeit an Polarisierung und Radikalisierung im Land zu beobachten sei, „ist noch lange nicht am Ende“, sagte die Ex-AfD-Chefin. Die Akzeptanz von Meinungen, die nicht mit der eigenen übereinstimmen, sei nach ihrer Ansicht überhaupt erst die Voraussetzung für Demokratie.

Der Einzug ins Landesparlament ist das klare Ziel der Blauen Partei. Aktiv sei die Partei derzeit nur in Sachsen und Thüringen, vor allem mit Bürgerabenden wie diesen, sagte Petry. Die guten Personalstrukturen im Freistaat machten dies möglich. Was in Sachsen im kommenden Jahr passiert, sei zudem entscheidend für die ganze Partei. Wenn es Petrys Blaue Partei hier in den Landtag schafft, dann bestehe auch in weiteren Bundesländern wie Thüringen die Möglichkeit. Was, wenn es nicht klappt?, fragte eine Delitzscherin. Diese Frage stelle sie sich derzeit gar nicht, sagte Petry.

Nach knapp zwei Stunden Diskussion endet der Abend für Frauke Petry in weiteren persönlichen Gesprächen mit den Delitzschern.

Von Mathias Schönknecht

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