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Delitzsch Freibad Delitzsch: Schadensanalyse läuft
Region Delitzsch Freibad Delitzsch: Schadensanalyse läuft
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08:00 28.02.2019
So sieht es Ende Februar im Delitzscher Freibad aus. An einigen Stellen sind die Fliesen von der Wand gefallen oder beschädigt. In den nächsten Tagen werden weitere Schäden erwartet. Jede Frostnacht verschlimmert das Problem. Quelle: Christine Jacob
Delitzsch

Hier eine ganze Reihe, dort nur eine einzelne Fliese. Hier knarzt es unter den Füßen und geben die Kacheln bei jedem Schritt wackelnd nach, dort scheint alles okay – bis Michael Richter vom städtischen Bauamt kurz mal an der Fliese klopft ... dann ist der Hohlraum dahinter zu hören und der nächste Kandidat, der auf dem Beckenboden zerschellen wird wohl leider schon gefunden. Das Delitzscher Freibad präsentiert sich in diesen frühlingshaften Tagen nicht von seiner besten Seite.

Becken zu sanieren

Schwimmmeister Uwe Meißner kennt in der Elberitzmühle jede Fliese. Und er kennt das Prozedere: Alljährlich nach der Winterpause müssen die Becken instandgesetzt werden. Doch Jahr für Jahr wachsen die Reparaturarbeiten sich aus, der Zustand der Becken werde immer schlimmer, beobachtet er. Im Nichtschwimmerbecken sind die ersten Kacheln in diesen Tagen bereits abgefallen. Der Klopftest zeigt etliche weitere Schwachstellen der in die Jahre gekommenen Fliesen. Zwar war der Winter an sich noch recht milde, doch Frost und Wetter hinterlassen auch so ihre Spuren an den seit Jahren sanierungsbedürftigen Becken. „Bei dem Wetter jetzt platzt hier noch mehr ab, ich kenne das schon“, blinzelt Uwe Meißner in die Februarsonne. Nachts herrscht Frost, tagsüber wird es frühlingshaft und prasselt die Sonne auf die Kacheln. Die Fliesen platzen ab, das ist einfache Physik. Das Problem sei zudem, dass die Kacheln, die wenigstens noch haften bleiben, durch die Schäden aber scharfkantig werden und so das Becken nicht in Betrieb gehalten werden kann ohne Verletzungen bei den Badegästen zu riskieren, falls sie sich zum Beispiel am Beckenrand festhalten. Im Treppenbereich des Nichtschwimmerbeckens ist daher im vergangenen Jahr bereits saniert worden und die Fliesen der Treppen gegen Beton getauscht. Der sei nicht schön, aber zweckmäßig, heißt es.

Im Februar 2019 zeigen sich erneut einige Schäden an den Becken des Delitzscher Freibades. Die Stadt ist noch mit der genauen Schadensanalyse beschäftigt. Die Kostenschätzung liegt noch nicht vor.

Auf den ersten Blick erstmal besser sieht es im Schwimmerbecken aus. „Das ist nur auf den ersten Blick“, betonen Uwe Meißner und Michael Richter wie aus einem Mund. Das Wasser in dem großen Becken muss über den Winter drin bleiben. Das Grundwasser steht höher, wäre das Becken leer, würde der Druck sein Übriges tun und das Becken wäre wohl bald nicht mehr zu halten. Beim Blick ins Wasser werden aber auch da Fliesenschäden sichtbar, so hat sich auch hier am Boden einiges gelöst. Am Beckenrand splittern Kacheln ebenfalls auf. Teilweise ziehen sich lange Risse durch die Beckenbegrenzung.

Schadensanalyse läuft

Wie hoch der aktuelle Schaden am Freibad Delitzsch ist lässt sich derzeit noch nicht beziffern. Der Fahrplan dieses Jahr ist wie in all den anderen: Warten auf Frostfreiheit, dann findet eine erste Reinigung statt und danach wird das Schadensbild vollkommen sichtbar. Ende März voraussichtlich liegt eine genaue Analyse des Schadensbildes vor und kann ein Kostenpunkt benannt werden. Dann muss mindestens der Fliesenleger kommen und die Defekte beheben. In den vergangenen drei Jahren sind insgesamt 150 000 Euro in die Reparatur der Becken gesteckt worden, um den Saisonbetrieb zu gewährleisten. Perspektivisch muss laut Richter auch Technik ausgetauscht werden. Schäden und Reparaturen hatten in den vergangenen Jahren schon zu späteren Saisonsstarts zum Beispiel für das Nichtschwimmerbecken geführt. Aktuell sucht die Stadt nach Personal für die Saison ab Mai.

Von Christine Jacob

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