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Freie Wähler streben langfristige Lösung für Delitzscher Garagenkomplexe an

Stadtentwicklung Freie Wähler streben langfristige Lösung für Delitzscher Garagenkomplexe an

In Delitzsch werden Bauplätze knapp, auf der anderen Seite werden städtebauliche Projekt auch in den kommenden Jahren den Stadtrat beschäftigen. Die Freien Wähler befürchten, dass Garagenkomplexe wie der in Delitzsch-Ost wegen ihrer attraktiven Lage in den Fokus der Stadtplaner rücken könnten. Für diesen Fall sollen langfristig Alternativen diskutiert werden.

Seit mehreren Jahren lässt die Stadtverwaltung Stück für Stück die Zwischengänge in Garagenkomplexen herrichten. In Delitzsch-Ost sind fast alle Gänge abgearbeitet.

Quelle: Wolfgang Sens

Delitzsch. Des Deutschen liebstes Kind, der Pkw, liegt auch vielen Delitzschern am Herzen. Glücklich schätzen sich jene, die ihren Wagen sicher in einer Garage abstellen können. Doch nicht jeder Autobesitzer hat das Glück, eine solche Unterstellmöglichkeit auf eigenem Grund und Boden zu besitzen. Aus der DDR-Zeit überliefert gibt es große Garagenkomplexe wie dem an der Kleingartenstraße in Delitzsch-Ost, die auf städtischem Grund gebaut sind. Für die Nutzung haben die Garagenbesitzer einen Vertrag mit der Stadt abgeschlossen und bezahlen dafür ein Entgelt.

Neue Pachtverträge

Erst 2013/14 hat die Stadt mit den Pächtern neue Verträge mit einer Laufzeit von zwölf Jahren abgeschlossen. „Doch was wird danach?“, fragt Stadtrat Holger Kleinert, der in der Fraktion der Freien Wählergemeinschaft das Thema Garagen begleitet. Denn zum Ende der Vertragslaufzeit kann sowohl der Pächter als auch die Stadt kündigen. Zudem räumen die Verträge der Stadt ein Sonderkündigungsrecht nach Ablauf von zehn Jahren für den Fall ein, dass die Fortführung des Vertrages für die Kommune unmöglich ist, wenn es im öffentlichen Interesse liegende Gründe gibt. Die Gründe beziehen sich auf Vorhaben, die im Rahmen eines Bebauungsplanes möglich sind.

Genau darauf zielt Kleinerts Frage ab, denn er und seine Mitstreiter bei den Freien Wählern befürchten, dass Garagenkomplexe in den kommenden Jahren in den Fokus der Stadtplaner rücken könnten. Der Grund liegt auf der Hand: Bauplätze werden in Delitzsch knapp und „stadtplanerische Projekte werden uns auch in den nächsten Jahren beschäftigten“, argumentiert Kleinert. Wenn Garagenkomplexe für derartige Vorhaben weichen müssten, benötige es Ideen, wo die Fahrzeuge dann abgestellt werden könnten, ohne, dass Straßenzüge noch mehr als jetzt von parkenden Autos voll gestopft würden. „Zudem haben Garagenbesitzer, vor allem jene, die die Garagen schon seit vielen Jahren im Besitz haben, Anspruch auf entsprechenden Ersatz“, so Kleinert weiter. Deshalb hat er im Stadtrat eine Anfrage an die Verwaltung gestellt. Außerdem regt er an, bereits jetzt gemeinsam zu beginnen, an akzeptablen und umsetzbaren Ideen für die Zeit „nach den alten Garagenkomplexen“ zu arbeiten, „damit uns mögliche Entwicklungen und Notwendigkeiten eines Tages nicht überrollen und unter Druck setzen“.

Kein Anlass für Alternativkonzept

Oberbürger Manfred Wilde (parteilos) sieht derzeit keinen Anlass an einem Alternativkonzept zu arbeiten, denn der Vermietungsgrad sei mit 95 Prozent sehr gut. „Derzeit gibt es für keinen Garagenkomplex in der Stadt Umnutzungspläne“, so der OBM auf eine der Fragen Kleinerts. Vielmehr verweist Wilde auf die Stadtentwicklung, die sich nicht nach außen richtet. Vorwiegend gehe es darum, Brachflächen neu zu bebauen. Auf diese Weise sollen in den nächsten zwei Jahren in Delitzsch 160 neue Bauplätze ausgewiesen werden. So hat der Stadtrat erst am Donnerstagabend die Aufstellung eines Bebauungsplanes für ein kleines Wohngebiet in der Laueschen Straße beschlossen. Ähnliche Beschlüsse fasste er, wie berichtet, bereits für das Gelände der alten Stadtgärtnerei und für die ehemalige Gärtnerei Sens in der Halleschen Straße.

Von Thomas Steingen

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