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Frieden auf dem Deich

Frieden auf dem Deich

Kreisgebiet/Anhalt-Bitterfeld. Gestern war nur der Wind frostig. Der CDU-Landtagsabgeordneten Lars-Jörn Zimmer (Sachsen-Anhalt) hatte zu einem Gedankenaustausch an den Zufluss des Lober-Leine-Kanals in die Mulde zwischen Löbnitz und Pouch eingeladen.

chen Löbnitz und Pouch eingeladen. Unter anderem diskutierten der Umweltminister von Sachsen-Anhalt Herrmann Onko Aeikens und die Landräte Michael Czupalla (Nordsachsen) und Uwe Schulze (Anhalt-Bitterfeld, alle CDU) an der frischen Luft zwischen Seelhausener See und Goitzsche miteinander. Das treffen begleiteten 30 weitere Vertreter aus Behörden, Politik und Fachämtern. Fazit: Wir brauchen einen funktionierenden Hochwasserschutz für die Menschen auf beiden Seiten entlang des Flusses. Und den müssen wir gemeinsam umsetzen.

Verbal waren die Vertreter beider Länder dazu gestern bereits auf dem besten Weg. Sie lobten die bisherige "gute Abstimmung und enge Zusammenarbeit". Onko Aeikens wünschte sich mehr Geld vom Bund. Czupalla forderte, die Menschen mitzunehmen und aufzuklären, was in Sachen Hochwasserschutz passiert. Breite Zustimmung fand auch die Meinung von Schulze, für den der Schutz und die Sicherheit der Bevölkerung im Vordergrund stehen.

Fachleute beider Landkreise/Länder untersuchen derzeit gemeinsam das Abflussverhalten der Mulde. Dazu wird ein zweidimensionales Modell erstellt. Das soll im September präsentiert werden und dann erste Erkenntnisse liefern. Wichtigste Frage dabei: Reichen die Polder Löbnitz und Rösa als Überflutungsfläche aus oder müssen doch der Seelhausener See und die Goitzsche als Hochwasserstaubecken herhalten? Hier gehen die Meinungen, wie berichtet, auseinander. Für den sächsischen Experten, den Leiter der Regionalen Planungsstelle Leipzig-Westsachsen Andreas Berkner, müssten bei extremen Ereignissen neben den Poldern in Löbnitz und Rösa auch der Seelhausener See und der Große Goitzschesee in den Hochwasserschutz mit einbezogen werden. Die Goitzsche sei dabei die letzte Rückhaltemöglichkeit. Landrat Schulze lehnt das kategorisch und vehement ab und wiederholte auch gestern, dass es einen Planfeststellungsbeschluss gibt und die Goitzsche kein Hochwasserschutzbecken ist.

Im September könnten die Diskussionen darüber beendet sein. In einer ersten Phase wird das Abflussverhalten unter Einbeziehung der Polder Löbnitz und Rösa betrachtet und ausgewertet. Wenn die Fachleute zu dem Ergebnis kommen, dass die Polder ausreichenden Abfluss und damit Sicherheit garantieren, wären die Diskussionen um Seelhausener See und Goitzsche entschärft. Erst wenn hier kein befriedigendes Ergebnis erzielt wird, folgt Phase zwei mit Einbeziehung beider Seen.

"Untersucht wird unter anderem, wie viel Wasser die Mulde im Ernstfall führen kann, ohne dass Beeinträchtigungen in den bewohnten Gebieten eintreten. Es muss dabei auch die Frage beantwortet werden, ob die Deiche halten oder ob weiter darüber nachgedacht werden muss, wo der Wasserspiegel nochmals abgesenkt werden kann. Wenn die Polder Löbnitz und Rösa, die gebaut werden, nicht ausreichen, muss über weitere Maßnahmen wie die Einbeziehung der Seen nachgedacht werden", sagte Nordsachsens Vize-Landrat Ulrich Fiedler (SPD). © Kommentar

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.05.2014
Frank Pfütze

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