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Frisches Obst und Gemüse für die Delitzscher Tafel: Verlassene Beete werden neu belebt

Frisches Obst und Gemüse für die Delitzscher Tafel: Verlassene Beete werden neu belebt

Wieder bewirtschaftet werden seit Kurzem die Tafelgärten in und um Delitzsch. Bei der Regionalen Initiative Delitzsch (RID) sind 20 Leute in der alten Stadtgärtnerei dabei.

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Peter Ronniger, Wladimir Weinberger und Anke Reisdorf (von links) sind ein gutes Team.

Quelle: Wolfgang Sens

DELITZSCH. Noch einmal fünf steigen ein. Für ein halbes Jahr sind in dieser Größenordnung auch in zehn Kleingartenanlagen inzwischen die Leute im Einsatz, zwei bis vier leer stehende Gärten pro Anlage werden gepflegt. Seit 2009 kann auf die besser als Ein-Euro-Job bekannte "Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwands-Entschädigung" zurückgegriffen werden. "Der Bedarf ist groß", sagt Bernd Wolfram, der die Geschäfte beim Kreisverband der Kleingärtner Delitzsch führt.

Mehrere positive Aspekte gehen damit einher: Leere Parzellen werden in Schuss und sauber gehalten, die Arbeitsuchenden bekommen eine sinnvolle Aufgabe, ernten Wertschätzung. Und am Ende profitiert die Tafel, die frisches Obst und Gemüse an Bedürftige geben kann. Vor allem zwischenmenschlich stimme es, hat Wolfram beobachtet, das Verhältnis zwischen den Tafelgärtnern und ihren Nachbarn beziehungsweise Arbeitgebern auf Zeit sei gut. "Es gibt kein Abstempeln von Hartz-IV-Empfängern, beide Seiten gehen zuvorkommend miteinander um." Auftakt und Abschluss der Saison werden zusammen gefeiert. "Es ist immer ein gutes Zeichen, wenn man am Ende fragt und bis auf ein oder zwei Ausnahmen alle sagen, dass sie es wieder machen würden", betont auch Bernd Richter von der FAW gGmbH als Träger der Maßnahme.

Zwei Leute werden in der Döbernitzer Sparte Am Sportplatz eingesetzt. "Es ist ein Geben und Nehmen, zwei leere Gärten werden bei uns bewirtschaftet, als kleiner Verein könnten wir das selbst kaum leisten", sagt Vorsitzende Anke Reisdorf, "für alle Seiten ist das eine große Hilfe." Zu sehen, was man gemacht hat und eine wichtige Aufgabe haben, das schätzen Peter Ronniger und Wladimir Weinberger an ihrem Job. "Wir würden es wieder machen", sagen beide. Nur von "positiven Erfahrungen" kann auch Silvio Kopsch, Gartenfachberater in der Sparte am Wasserturm, berichten. "Allein im letzten Jahr konnten wir 1,5 Tonnen Obst und Gemüse an die Tafel liefern", sagt er. Zehn Leute werden in dieser Saison in neun Gärten eingesetzt, ernten unter anderem frische Kartoffeln, Zwiebeln oder Erdbeeren.

"Hauptaufgabe ist die Obstproduktion", so Bernd Wolfram. Denn das sei bei der Tafel gerade besonders gefragt. Dagegen gingen bestimmte Gemüsesorten nicht so gut, da sie in Sachen Bekanntheit nicht mehr in aller Munde sind - Mangold etwa. Klassiker wie Kartoffeln, Bohnen, Erdbeeren seien besonders beliebt, berichtet Tafel-Vorsitzende Jutta Faak. Die Gärten, ob nun in Delitzsch oder auch Eilenburg und Laußig, seien eine große Hilfe, zudem liefern Mitglieder des Regionalbauernverbandes wie der Kartoffelhof Lienig und die Pflanzenproduktion Glesien monatlich eine Tonne Kartoffeln und 160 Kilo Zwiebeln. "Frischer geht es nicht. Wir sind sehr zufrieden." Problematischer dagegen seien bei den Tafelgärten die gesetzlichen Vorgaben, nach denen die Maßnahmen nur sechs Monate dauern: "Man sollte den Leuten mehr Chancen geben als dieses halbe Jahr". Kaum sei jemand eingearbeitet, müsse er schon wieder gehen - für keine Seite sei dies gut.

© Kommentar

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 22.04.2015
Christine Jacob

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