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Fünf Talente drehen am großen Rad: Grafik-Symposion in Hohenossig startet

Fünf Talente drehen am großen Rad: Grafik-Symposion in Hohenossig startet

Ein Dorf, vier Wochen, fünf Leute, und nur ein Ziel - Kunst. Das Sächsische Druckgrafik-Symposion im Künstlerhaus Hohenossig hat begonnen. Bereits zum 25. Mal findet es im Krostitzer Ortsteil statt, ist in seiner Ausprägung und aufgrund dieser Langlebigkeit sehr wahrscheinlich als "einmalig" im ostdeutschen Raum zu betrachten, wie die betreuende Kunsthistorikerin Christine Dorothea Hölzig sagt.

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Die fünf Künstler haben sich an der Druckerpresse versammelt. Dort werden sie in den kommenden Wochen kreativ arbeiten.

Quelle: Wolfgang Sens

Hohenossig. Jahr für Jahr haben fünf Talente beste Rahmenbedingungen für ein "intensives grafisches Wirken" in vier Wochen. Sie arbeiten mit insgesamt vier erfahrenen Druckern zusammen und können von früh bis spät frei von sonstigen (wirtschaftlichen) Zwängen kreativ wirken. Möglich wird das in Kooperation mit dem Bund Bildender Künstler Leipzig und unterstützt von verschiedenen öffentlichen und privaten Förderern.

Dieses Jahr läuft es - abgesehen davon, dass die Kunstförderung im gesamten Freistaat immer knapper ausfällt - anders als sonst. Es sind ausnahmslos "Wiederholungstäter", die 2015 das Symposion nutzen: Ute Haring, Tanja Pohl, Wolfgang Buchta, Pablo Flaiszman und Styn Vanbrabant waren alle schon einmal Teilnehmer. "Wir haben lange überlegt, was wir zum Jubiläum machen", sagt Künstlerhaus-Chef Reinhard Rössler. Einige Teilnehmer der vergangenen Jahre wurden angeschrieben, erneut ausgewählt und so eine illustre illustrierende Truppe zusammengestellt. Eine Truppe mit Künstlern, deren Handschriften unterschiedlich und deren Arbeiten vielschichtig seien, sagt Christine Dorothea Hölzig. Die Teilnahme an einem Symposion ist wie ein Lottogewinn für die Künstler, eine Chance: "Es ist ganz angenehm, mal aus der eigenen Werkstatt rauszukommen", meint der Wiener Künstler Wolfgang Buchta, "und mit anderen den Austausch zu haben." Das Symposion hatte er 1998 schon einmal besuchen dürfen. Inzwischen ist er selbst schon Großvater, freut sich, den Alltag auch einmal hinter sich lassen und sich voll und ganz der Kunst widmen zu können.

Skizzen haben die fünf im Gepäck beziehungsweise im Kopf, der Rest wird sich ergeben, können auch neue Techniken ausprobiert werden. Sie alle wollen ihre Fertigkeiten erproben und erweitern, mitgebrachte Ideen verwirklichen und neue Inspiration finden, sich gegenseitig kreative Impulse geben. Das ist der Zauber von Hohenossig. "Ich mache mir keine großen Pläne", sagt Tanja Pohl über die kommenden vier Wochen, "ich lass mich einfach darauf ein." 2011 war sie Teilnehmerin des Symposions, danach auch "Artist in Residence" - sozusagen Werksstipendiat im Künstlerhaus. Die Werke anderer sehen und sich austauschen, statt immer allein zu wirken, darauf hofft auch Styn Vanbrabant aus Belgien, der Hohenossig vom 19. Symposion kennt.

Für Künstlerhaus-Chef Reinhard Rössler wäre der Ruhestand wohlverdient, steht indes fest, dass es weitergehen wird mit dem Symposion - wenn auch bald unter neuer Regie.

Kunstinteressierte können sich eine Ausstellung mit Arbeiten der Künstler in der Galerie des Künstlerhauses ansehen. Geöffnet ist die Schau von Dienstag bis Freitag in der Zeit von 10 bis 13 und von 15 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung unter Tel.: 034294 73278. Der Eintritt ist frei.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 30.07.2015
Christine Jacob

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