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Für Hochwasser im Park sieht sich LMBV nicht zuständig

Für Hochwasser im Park sieht sich LMBV nicht zuständig

Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) drückt im letzten Abschnitt des Loberausbaus auf die Kostenbremse und löst damit auch Sorgen im Delitzscher Rathaus aus.

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Quelle: Wolfgang Sens

Delitzsch. Wie berichtet, soll der Bereich zwischen der Brücke im Rosental und der Holzbrücke im Schenkenberger Park nicht im gleichen Umfang ausgebaut werden wie die beiden vorangegangen Abschnitte zwischen Rosental und Döbernitz. Der LMBV zufolge werde bei Schenkenberg lediglich eine Profilanpassung des Lobers erfolgen - Neigungen und Senken werden beseitigt, damit der Lober flott im Fluss bleibt, eine Langsamfließstrecke soll Sedimente abfangen. Ein Anschluss des Loberbettes an den Grundwasserleiter, so wurde jetzt bekannt, ist hingegen nicht vorgesehen. Hintergrund der abgespeckten Variante ohne Sohlfilter und Drainage ist die vergleichsweise geringe Zahl an Gebäuden im finalen Abschnitt, die von der Sanierung profitieren. Lediglich etwa 20 Häuser seien dort vom Grundwasserwiederanstieg betroffen. Für diese Objekte werden in Absprache mit der Landestalsperrenverwaltung Einzelmaßnahmen favorisiert. Die 20 Hauseigentümer sollen dadurch laut LMBV nicht schlechter gestellt werden als die rund 400 in den anderen Bauabschnitten.

Ungewiss ist allerdings, was die Minimal-Variante für Grünflächen wie den Delitzscher Stadtpark und den Schenkenberger Park bedeutet. Kann das dort überschüssige Nass künftig vom Lober aufgenommen werden? In der Stadtverwaltung wurden Bedenken laut, insbesondere wegen des nicht angeschlossenen Grundwasserleiters. Der hohe Pegel macht in den Parks seit Jahren zu schaffen, setzt den Bäumen zu.

Die LMBV sieht sich in dieser Hinsicht allerdings nicht in der Verantwortung. Hochwasserschutz-Maßnahmen jeglicher Art gehören nicht zu der Gefahrenabwehr, für die die LMBV laut Paragraf drei des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung zuständig ist, erklärt Claudia Gründig, Sprecherin des Bergbausanierers, auf LVZ-Nachfrage. "Daher zielen mögliche Profilanpassungen des Lobers im Bereich des Schenkenberger Parkes auch nicht auf den Schutz des Parkes gegen Überschwemmungen ab."

Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos) kündigte gestern an, in der Sache weiter zu verhandeln. "Wir werden darauf drängen, dass die Belange der Kleingärtner und anderen Anlieger vor Ort berücksichtigt werden." Nach LVZ-Informationen haben im letzten Bauabschnitt bereits Vermessungsarbeiten, teils auch der Grunderwerb entlang des Lobers auf Schenkenberger Seite begonnen. Dieter Jungnickel, er besitzt Grundstücke im Schenkenberger Park, der strenggenommen ein Wäldchen ist, sieht die abgespeckte Variante des Loberausbaus problematisch. Die Nachpflanzung von Bäumen sei ihm nicht gelungen, "weil der Grundwasserspiegel zu hoch ist und die Setzlinge eingehen". Insofern wäre es aus seiner Sicht durchaus sinnvoll, wenn der Lober auch in diesem Abschnitt Grundwasser aufnimmt.

Hinsichtlich des Stadtparkes erwartet die Stadtverwaltung noch Angaben der LMBV, in welcher Höhe sich das Grundwasser künftig einpegelt. Erst dann seien Ersatzpflanzungen für geschädigte Bäume sinnvoll.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.02.2015
Kay Würker und Ditmar Wohlgemut

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