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Delitzsch Für einen Euro sind alle Sünden vergessen: Lehelitzer Mönch erteilt Ablass
Region Delitzsch Für einen Euro sind alle Sünden vergessen: Lehelitzer Mönch erteilt Ablass
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08:21 26.06.2017
Dominikanermönch Tezel hatte wieder ausreichend zu tun, Ablass zu gewähren. Quelle: Manuel Niemann
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Lehelitz

„Dem Tetzel haben sie seinen Beutel ja auch einmal abgeschnitten, deshalb habe ich meinen hier in der Kiste“, schmunzelt Dietmar Lamm und klopft auf Holz. Seit 1986 streift der 65-Jährige die Mönchskutte über und verkörpert berüchtigten Ablasshändler Johann Tetzel, an dem schon Martin Luther Anstoß nahm.

Der Ablasshandel floriert

Im Krostitzer Ortsteil mit 150 Einwohnern lässt man das Treiben des Dominikanermönchs Jahr für Jahr mit einem Volksfest aufleben. Der Ablasshandel floriert an diesem Wochenende dann wieder an der alten Handelsstraße von Leipzig nach Wittenberg: Auch wenn arme Sünder bei Dietmar Lamm vergleichsweise günstig davon kommen. Für den Preis von einem Euro ist alles vergeben und vergessen. Zudem winkt am Abend noch das Lotterieglück, denn die Ablassscheine sind nummeriert. „Sonst fand der Ablasshandel parallel zum Delitzscher Stadtfest statt. In diesem Jahr haben wir ihn vorgezogen“, sagt Lamm stellvertretend für die 40 Vereinsmitglieder, die das Volksspektakel mit Hüpfburg, Schaustellern, aber auch Schaumparty, einem Auftritt von Sophie rockt und der Travestieshow WIWA organisiert hatten.

Jahr für Jahr erinnert Lehelitz an den Ablasshandel mit einem großen Fest. Manuel Niemann.

Züchter stellen Tiere aus

Das Vorverlegen zahlte sich aus: Zahlreiche Besucher aus der Umgebung sahen sich die Auftritte der Tänzer, Akrobaten und Kampfkünstler an, die aus Krostitz gekommen waren, um die Nachbarn in Lehelitz zu unterstützen. Zur Tradition des Ablass gehört mittlerweile auch die Ausstellung des Kaninchen- und Rassegeflügelvereins Krostitz. Für Vereinsvorsitzenden Klaus Hahn Gelegenheit, die teils prämierten Tiere auch Laien zu zeigen und den Nachwuchs zu begeistern. Der machte wie der eineinhalbjährige Luiz Bräuer nicht bei den Niederländischen Schönheitsbrieftauben oder Chabo-Hühner große Augen, sondern den Kaninchen im Freigehege. Mutter Nicole Bräuer: „Ich komme eigentlich aus Delitzsch, aber meine Eltern engagieren sich hier in Lehelitz. Da sieht man gern einmal vorbei.“

Von Manuel Niemann

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