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Delitzsch Gäste kommen trotzdem nach Löbnitz
Region Delitzsch Gäste kommen trotzdem nach Löbnitz
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07:00 24.06.2017
Festivalgelände mit WFF. Quelle: LVZ
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Löbnitz

Die großen Bühnen sind schon von weitem zu sehen. Eine nicht endenden wollende Blechkarawane verstopft die Straßen. Mit lauter Musik aus den Autoradios stimmen sich die jungen und auch die nicht mehr ganz so jungen Leute auf ein langes Festivalwochenende ein. So war es noch im vergangenen Jahr, aber genau das passiert derzeit nicht mehr in und um Roitzschjora. Das Musikfestival With Full Force ist weitergezogen, hat sich Ferropolis, die Stadt aus Eisen bei Gräfenhainichen, als neuen Veranstaltungsort gewählt.

17 Jahre lang Gastgeber

17 Jahre lang war die Gemeinde Löbnitz Gastgeber für rund 30 000 Musikfreunde der härteren Gangart. Vieles war darauf ausgerichtet, die Gemeinde darauf immer besser vorbereitet. „Es waren nur wenige, die gegen das Festival waren“, weiß Bürgermeister Axel Wohlschläger (CDU). Die Gemeinde habe zweifellos und in vielerlei Hinsicht davon profitiert. Der Zeltplatz war voll, auch die Pensionen im Dorf.

Gäste kommen trotzdem

Das bestätigte auch die Chefin des Landgasthofes in Löbnitz, Fanny Lerche. „Wir waren in der Zeit immer ausgebucht“, sagte sie und schob mit einem zufriedenen Lächeln hinterher: „Die Hälfte meiner damaligen Gäste ist aber trotz der Verlegung wieder da. Die fahren eben von Löbnitz aus nach Ferropolis.“ Die dürften am Donnerstag auch froh gewesen sein, im Muldedorf ein festes Dach über den Köpfen gehabt zu haben. Wegen des Unwetters hatte der Veranstalter den ersten Tag des WFF am Abend abgebrochen. Bei Axel Wohlschläger kamen Erinnerungen an den Sturm 2015 hoch.

Im Konsum im Zschernweg ist nicht mehr los als an jedem anderen Tag. Es gibt keinen Getränkevorrat, auch keine Schlangen an den Kassen. Ohne Zweifel hat auch der Supermarkt von den Festivalbesuchern profitiert, sogar die Öffnungszeiten verändert. All das fällt an diesem Wochenende weg.

Zeit die Geburtstagsfeier

Wehrleiter Enrico Häublein und die Frauen und Männer in der Wehr werden hoffentlich ein ruhiges Wochenende haben. „Sechs Wochen vor dem Termin standen unsere Schichtpläne für das WFF fest, alle haben es sich so eingerichtet, damit sie dabei sein konnten“, sagte der Feuerwehrchef. Selbst die Patenwehr aus Billerbeck war immer angerückt. „Es war für uns immer ein Höhepunkt. Ohne das Festival und die Finanzspritze des Veranstalters an den Feuerwehrförderverein wären die Technikhalle nicht entstanden, auch den Mannschaftstransporter gäbe es womöglich nicht“, erwähnte Häublein. Er wird am Wochenende Geburtstag feiern, den seiner Tochter.

Von großen Umsatzeinbußen spricht auch Udo Habermehl. Der Taxiunternehmer deckte den Bedarf über die vier Festivaltage fast komplett allein mit seiner Flotte ab.

Das Festival fehlt

„Klar fehlt uns das Festival“, sagte Pilot und Fluglehrer Martin Schumacher. Der Platz würde längst nicht so aussehen. Nach jedem Festival wurde dort alles wieder hergerichtet, auch die Miete diente dem Erhalt des Platzes. „Der Betrag ist nicht zu kompensieren“, weiß Gerold Weber, Vorsitzender des Fliegerklubs.

Für die eingesetzten DRK-Kräfte war das WFF-Festival die beste Katastrophenschutzübung, die zudem auch noch bezahlt wurde.

Auch für die Polizei fällt ein Einsatzwochenende weg. Böse sind die Beamten darüber nicht, zumal die Sicherheitsanforderungen deutlich schärfer gewesen wären, wie Klaus Kabelitz, Leiter des Delitzscher Polizeireviers, andeutete.

Von Ditmar Wohlgemuth

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