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Geburtstagsgruß erklingt aus 200 Kehlen

Geburtstagsgruß erklingt aus 200 Kehlen

Musik lag am Wochenende in Löbnitz in der Luft. Schließlich hatte der Männergesangsverein 1860 Löbnitz am Wochenende seinen 150. Geburtstag, den er gleich mit zwölf Chören aus der Region, aber auch aus Sachsen-Anhalt und aus dem Erzgebirge feierte.

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Über 200 Männer singen dem Löbnitzer Männergesangsverein ein Geburtstagsständchen. Die Jubilare selbst stimmen in den hinteren Reihen kräftig mit ein.

Quelle: Ilka Fischer

Löbnitz. 150 Jahre sind für die Erstklässler der Löbnitzer Grundschule Charlotte Fender und Sarah Otto eine unvorstellbar lange Zeit. Selbst an dem Tag, an dem der Chor ihres Ortes seinen 150. Geburtstag feierte, werden sie sich zwar lange, aber dennoch maximal einige Jahrzehnte erinnern. Aber dafür wird er für sie als ein Tag voller Aufregung im Gedächtnis bleiben. Denn sie gehören zu den Kindern, die im Festumzug die Schilder der Teilnehmer tragen dürfen. Und obwohl Charlotte noch nicht alle Buchstaben in Schreibschrift hat, liest sie von ihrem Schild: „Landfrauen". Sarah buchstabiert weiter: „Ortsgruppe Löbnitz". Doch dann wird die Leseübung abrupt beendet. Trommelwirbel des Zwochauer Fanfarenzuges erklingt, die Schalmeien üben schon mal, die Pferde scharren mit den Hufen.

Pünktlich 13 Uhr setzt sich der reichlich 200 Meter lange Zug in Bewegung, der unter anderem am Vereinslokal des Löbnitzer Männergesangsvereins Zum Eichenast vorbeiführt und bei dem die Löbnitzer voranschreiten. Angesichts des prächtigen Zuges mit 13 Chören, der von Feuerwehrleuten, Kindergartenkindern, Landfrauen oder Grundschüler vervollständigt wird, strahlt Rainer Koch. Er ist nicht nur der Schriftführer des Männergesangsvereins, sondern hat sich auch bei der Organisation des Jubiläums stark engagiert. „Schade ist zwar, dass gleich fünf Chöre kurzfristig abgesagt haben, aber wir sind trotzdem zufrieden", sagt er. Diese Einschätzung gilt nicht nur für den Festumzug, sondern auch für das anschließende Sängerfest im Park. Mit den einmarschierenden Chören füllen sich auch die Zuschauerbänke. Horst Schmeißer, der Vereinsvorsitzende der Löbnitzer Sänger, ist unter den gut 200 Männern auf der Bühne kaum auszumachen als er von dort aus das Fest eröffnet. Gemeinsam verkünden die sieben Männerchöre vierstimmig, dass es „das Lied ist, das uns zusammenhält".

Der Löbnitzer Bürgermeister Axel Wohlschläger (CDU) singt zwar selbst nicht mit, weiß aber den gepflegten Männergesang durchaus zu schätzten und spricht: „Wir hier in Löbnitz sind stolz auf unsere sangesfreudigen Männer, die die Kultur des Ortes bereichern. Ich wünsche mir, dass sie dies auch die nächsten 150 Jahre tun." Im Augenblick genießen die Gäste sogar die stimmliche Verstärkung und selbst vereinzelt Regentropfen, die ausgerechnet bei „Oh Sonne, oh Sonne" herunterfallen, vertreiben keinen. Dass er ein ausgesprochener Fan des gepflegten Männergesangs ist, verrät wenig später Heinz Stark von den auch bundesweit hoch dekorierten Tauchaer Parforcehornbläsern. Sie gratulieren mit dem „Handy der Barockzeit", den über vier Meter langen Hörnern. Und Stark verspricht Dieter Graubner nicht nur, dass er im Himmel für ihn ein gutes Wort einlegen wird, sondern gibt auch seiner Hoffnung Ausdruck: „Doch ich hoffe, Ihr wisst auch schon auf Erden, was ihr an dem alten Knacker habt".

Es folgen die Ständchen aller angereisten Chöre, bei denen sich Petrus noch stark zurückhält. „Für uns", so sagt unter anderem Bernd Gericke vom Schulze-Delitzsch- Männerchor, „ist es selbstverständlich, dass wir gratulieren. Wir haben über die Jahre eine gute Verbindung zu den Löbnitzern." Die scheinen die Löbnitzer auch zu Petrus zu haben. Denn erst als das gemeinsame Singen aller 13 Chöre beendet ist, öffnet dieser die Schleusen. Die Zelte nehmen etliche Geburtstagsgäste auf. Einige, wie die Sänger von Roßlau und Reifeland, bleiben noch ein bisschen länger. Verhungert und verdurstet ist keiner. Koch: „Auch wenn die 70 Kuchen, die unsere Frauen gebacken haben, bis auf den letzten Krümel alle sind." Und auch die Feuerwehr hat am Ende kein Stück Fleisch mehr. Singen macht offensichtlich eben nicht nur froh, sondern auch hungrig.

Ilka Fischer

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