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Gedankenspiele: Zieht das Elberitzbad nach Delitzsch-Nord?

Gedankenspiele: Zieht das Elberitzbad nach Delitzsch-Nord?

Welche Zukunft hat das Delitzscher Elberitzbad? Wird es weiterhin Freibad bleiben? Und ist der Name Elberitzbad dann überhaupt noch richtig? Die Überlegungen zum künftigen Schwimmbetrieb in der Stadt laufen auf Hochtouren, wobei es nicht nur um bauliche Aspekte, sondern auch um eine Standortverlegung geht.

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Das Eingangsgebäude des Elberitzbades. Laut Stadtverwaltung ist die mehr als 40 Jahre alte Immobilie nicht mehr wirtschaftlich zu sanieren.

Quelle: Wolfgang Sens

Delitzsch. Nach LVZ-Informationen wird ein Areal an der Sachsenstraße, in Nachbarschaft zum Jugendclub Yoz, als aussichtsreiche Alternativadresse gehandelt.

Diskutiert wird darüber allerdings weiterhin nicht öffentlich. Regelmäßig trifft sich ein eigens gebildeter Lenkungsausschuss, in dem neben Angehörigen des Stadtrates und der Stadtverwaltung weitere Fachkundige sowie Interessenvertreter sitzen. Offiziell geht es um die Abwägung verschiedener Varianten - von der Freibadsanierung bis hin zum Neubau einer Allwetterhalle, jeweils kombiniert mit einem Lehrschwimmbecken. Im Moment findet der Schwimmunterricht noch an der Artur-Becker-Schule statt - das Becken ist jedoch derart marode, dass im Zuge der Badplanung eine neue Lösung gesucht wird.

Mitarbeiter des Rathauses arbeiten aktuell an Grobkostenschätzungen für die verschiedenen Optionen. Nach Angaben der Stadtverwaltung werden auch Fachplaner hinzugezogen. Insbesondere geht es um Vergleiche der zu erwartenden Bau-, Personal- und Betriebskosten. "Die Zahlen werden voraussichtlich im Spätherbst vorliegen und zunächst dem Lenkungsausschuss präsentiert", kündigt Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos) an.

Dem Vernehmen nach wird ein Umzug des Bades als heiße Option gehandelt - für den Fall eines Neubaus. Dabei rückt ein Bebauungsplan aus dem Jahr 1995 wieder in den Fokus. Damals wurde das Areal nördlich der Sachsenstraße, zwischen Yoz und Bitterfelder Straße, zum "Sondergebiet Delitzsch-Nord" deklariert. Dort ist die sportliche Nutzung des Geländes als städtebauliches Ziel verankert, mit mehreren Trainingsplätzen und einem Stadion. Da aus dem Stadion ist bis heute bekanntlich nichts geworden ist, blieb das Areal weitgehend unbebaut, fand in den vergangenen Monaten lediglich als Lagerstätte für Baumaterial Verwendung. Es könnte nun, im Sinne des noch immer gültigen B-Plans, für eine Wassersportstätte genutzt werden.

Befürworter dieser Lösung sehen insbesondere in der verkehrstechnischen Anbindung einen Vorteil: Die Sachsenstraße ist über die Bundesstraßen 184 und 183 a sehr gut angebunden, der öffentliche Nahverkehr rollt vor Ort, mehrere Schulen sind in der Nähe. Hinzu kommen die vergleichsweise großzügigen Platzverhältnisse, beispielsweise für Parkplätze. Außerdem sind die Technischen Werke nicht weit - sie kommen als Fernwärmelieferant infrage.

Dass ein Bad-Neubau eine ernsthafte Option ist, demonstrierte die Stadtverwaltung kürzlich mit einer Beschlussvorlage für den Stadtrat: ein Stadtentwicklungskonzept zur Beseitigung von Brachen. Das Elberitzbad fand sich dort wieder - als potenzieller Abrisskandidat. "Wenn die Entscheidung auf einen neuen Standort fällt, ist der Abbruch aller baulichen Anlagen einschließlich aller Flächenversiegelungen erforderlich", schrieb die Verwaltung ins Konzept. Argumentiert wird unter anderem mit jährlichen witterungsbedingten Schäden, "die von der Stadt in Anbetracht der angespannten Haushaltslage nicht mehr getragen werden können". Das um 1970 errichtete Eingangsgebäude sei außerdem für eine Sanierung unrentabel, und die "Schaffung dringend notwendiger Pkw-Stellplätze ist aus Platzgründen nicht möglich". Anstelle des Freibades könne eine Wohnbebauung entstehen, so die Überlegung der Verwaltung.

Wie berichtet, hat der Stadtrat dem Konzept mehrheitlich zugestimmt, das Freibad wurde zuvor allerdings herausgenommen. Auf Antrag der Freien Wähler (FWG), die den Stadtrat von der Verwaltung überrumpelt sehen. "Das Freibad ist keine Brache. Wir haben uns über die Zukunft des Bades noch nicht abschließend verständigt", monierte FWG-Fraktionschef Uwe Bernhardt. Die Verwaltung suggeriere, es sei schon alles entschieden. Mit dieser Begründung haben sich die Freien Wähler bereits im Juni aus dem Lenkungsausschuss zurückgezogen. Eine reine Hallenbadlösung kommt für sie nicht infrage. "Delitzsch ohne Freibad ist für uns undenkbar. Es ist zwingend über eine Sanierung der Einrichtung in der Elberitzstraße nachzudenken", so Bernhardt © Kommentar

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.07.2015
Kay Würker

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