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Delitzsch Gegen gekündigte Schulverträge laufen die Klagen weiter
Region Delitzsch Gegen gekündigte Schulverträge laufen die Klagen weiter
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00:27 08.03.2018
Die St. Martin Grundschule Pro Montessori in Zwochau. Quelle: Ditmar Wohlgemuth
Zwochau

„Die Nachfrage um Aufnahme von Schülern hat sich in den letzten beiden Jahren so positiv entwickelt, dass sie unsere Platzkapazitäten momentan übersteigt“, teilte auf Anfrage Anne-Kathrin Pollok, Vorsitzende des Trägervereins der Sankt-Martin-Grundschule in Zwochau, auf Anfrage mit. Die vierte Lerngruppe konnte zum Schuljahresbeginn eröffnet werden. „Das Zusammenwirken zwischen Pädagogen, Eltern und Kindern sowie dem Trägerverein ist sehr positiv und konstruktiv“, fügt die Vorsitzende noch hinzu. Zudem sei für dieses Schuljahr ein bekannter Künstler als Musikpädagogen gewonnen worden, auch ein weiteres Schulprojekt, diesmal mit der freikirchlichen Gemeinde in Delitzsch zum Thema „Anne Frank“, sei geplant.

Zweifelhafte Ruhe

Alles in allem klingt das nach erfolgreicher Arbeit und Harmonie in der bislang einzigen freien Schule im Westteil des Landkreises. Ob dort aber tatsächlich die erforderliche Ruhe nach der fristlosen Kündigung von drei Schulverträgen im Sommer vergangenen Jahres wieder hergestellt werden konnte, bleibt zweifelhaft. Denn im Hintergrund rumort es weiter, wie jetzt eine Elterninitiative mitteilt.

Eltern wollen Zustände nicht hinnehmen

Demnach wollen sich etwa 20 Eltern, deren Kinder noch die Schule besuchen, zwar für die Schule weiter engagieren, die für die Öffentlichkeit aber nicht wahrnehmbaren Zustände nicht mehr hinnehmen. „Weil sie aber meist kündbare Schulverträge haben, trauen sie sich nicht namentlich in die Öffentlichkeit zu gehen“, informierte Thomas Stremlow. Bislang habe auch er sich mit Äußerungen zurückgehalten, weil es ihm sein Anwalt geraten habe. Er hatte gegen die fristlose Kündigung seines Schulvertrages 2017 geklagt. „Auf unser ausstehendes Urteil nehme ich jetzt keine Rücksicht mehr“, teilte er mit. Er habe lange genug gewartet. Jetzt wolle er sich zu den Missständen äußern. So habe sich der Trägerverein zu einem „hochproblematischen Konstrukt“ entwickelt. Er bezeichnet ihn als „undemokratisch“. Es herrsche an der Schule ein Klima der Angst.

Letzte Versammlung im Jahr 2016

Kritische Stimmen würden aus dem Verein gedrängt, die Vereinssatzung „einfach ignoriert“, Mitgliedsanträge von Eltern „unbearbeitet liegen gelassen“. Eine Mitgliederversammlung habe es letztmalig im Oktober 2016 gegeben. Von der fristlosen Kündigung seien die Kinder des Elternrates betroffen gewesen. Die Elternvertreter hätten sich zuvor kritisch geäußert.

Der Elternrat habe, so Stremlow, bei Gericht Klage eingereicht, „damit die gekündigten Kinder wieder in die Schule dürfen“. Die Verfahren liefen noch und bedeuteten für die Familien eine „massive finanzielle Belastung“. Die Anwaltskosten beliefen sich mittlerweile auf rund 20 000 Euro. Thomas Stremlow: „Die Kinder, die vom Gericht durch einstweilige Verfügung an die Schule geschickt wurden, sind in andere Lerngruppen versetzt und durften zeitweilig den Hort nicht besuchen.“

Spendenaktion für betroffene Familie

Weil die Anwaltskosten insbesondere bei einer Familie das Machbare überschreiten, sei eine Spendenaktion ins Leben gerufen worden. Thomas Stremlow geht davon aus, auch wenn das Verfahren gewonnen wird, dass die Familie auf einem erheblichen Teil der Kosten sitzen bliebe.

Der Trägerverein ist über die Vorwürfe seit Anfang vergangener Woche schriftlich informiert. Bis Freitagabend gab es darauf jedoch keine Rückmeldung.

Von Ditmar Wohlgemuth

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