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Delitzsch Geldnot, Strukturprobleme: Ist Delitzschs Tierheim zum Monatsende pleite?
Region Delitzsch Geldnot, Strukturprobleme: Ist Delitzschs Tierheim zum Monatsende pleite?
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14:01 19.05.2015
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Delitzsch

Aktuell reiche das Geld noch bis Monatsende, dann folge die Zahlungsunfähigkeit - sofern sich an der finanziellen Ausstattung nicht noch kurzfristig etwas ändere, heißt es vonseiten des Betreibers, des Tierschutzvereins Delitzsch.

Dabei verhandelt der Verein bereits seit Dezember mit den Bürgermeistern der vertraglich gebundenen Kommunen Delitzsch, Wiedemar, Löbnitz, Krostitz und Schönwölkau. Wie berichtet, geht es um den kommunalen Anteil an der Finanzierung des Heimes. Derzeit zahlen Stadt und Landgemeinden einen Euro pro Einwohner und Jahr, der Verein strebt eine Umlageerhöhung auf deutlich über zwei Euro an, weil sich die finanzielle Lage durch die Einführung des Mindestlohnes verschärft habe. Von den Bürgermeistern wurde nach LVZ-Informationen eine Erhöhung auf maximal 1,30 Euro in Aussicht gestellt - geknüpft an Auflagen, wie etwa die Senkung der Abgabegebühren für vermittelte Tiere und die Reduzierung des Gesamttierbestandes im Heim. In der Einrichtung ist infolge dessen einiges passiert: Dutzende Tiere wurden erfolgreich vermittelt, fast 30 Katzen an andere Heime abgegeben. Beschlossen wurde zudem eine Staffelung der Abgabegebühren.

Doch nun stocken die Verhandlungen. Der letzte Beratungstermin, moderiert vom Landratsamt, fand am 12. Februar statt, der nächste soll laut Einladung der Landkreisverwaltung am 23. April sein. Zu spät, sagt die Vorsitzende des Tierschutzvereins, Andrea Treff. Sollte zum Monatsende das Geld ausgehen, müssten aufgrund von Fristen bereits Ende nächster Woche Kündigungen ausgesprochen werden. "Ich habe diese Woche alle betroffenen Bürgermeister um einen Termin bis 10. April gebeten. Bislang ohne Antwort", berichtet Treff. "Dass es derart brennt, wurde uns so nicht kommuniziert", sagt Nordsachsens Ordnungsdezernentin Angelika Stoye. Es habe in den vergangenen Wochen keine nachdrückliche Initiative des Vereins gegeben, die Entscheidungsfindung zu beschleunigen.

Allerdings würde selbst eine sofortige Aufstockung der Umlage auf 1,30 Euro das Tierheim nicht längerfristig sichern. Das geht aus einer am Mittwoch aktualisierten Kalkulation hervor, anhand derer nächste Woche der Deutsche Tierschutzbund über die Zukunft der Einrichtung beraten soll. "Es gibt noch andere, strukturelle Aspekte", urteilt Joachim Rockmann, 1. Vorsitzender des Landestierschutzverbandes Sachsen. Ein Ansatzpunkt ist der Vertrag, den Verein und Kommunen vor fast 20 Jahren schlossen. Der regelt beispielsweise, dass das Heim neben Fundtieren auch herrenlose Geschöpfe aufnimmt, etwa wilde Katzen. Ein seltener Fall in der sächsischen Tierheim-Landschaft. So kümmerten sich die Vereinsleute im Ordnungsamts-Auftrag um diverse Miezen-Populationen im Stadtbild - Samtpfoten ohne menschliche Prägung, kaum vermittelbar, teuer im Unterhalt. Eine Ursache für den relativ hohen Katzenbestand in Laue. Zahlen müssen die Kommunen aber nur für die Verwahrung von Fundtieren. Lösen ließe sich dieser Widerspruch nur durch eine Vertragsänderung. © Kommentar

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.04.2015
Kay Würker

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