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Delitzsch Gellert 19²
Region Delitzsch Gellert 19²
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16:35 19.05.2015
Rainer Mlynarczyk (von rechts) bittet Susan Hastings, Friedhelm Eberle, Michael Lauer und das Streichquartett Colianis (eine Künstlerin fehlt) auf die Bühne der Wölkauer Patronatskirche. Sie alle haben für einen begeisternden Abend gesorgt. Quelle: Frank Pfütze
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Wölkau

Am Sonnabend erlebte das Publikum Gellert in Reinkultur, ausdrucksstark gestrichen, gezupft und rezitiert; am Sonntag spielerisch und in Gospelklängen präsentiert.

G 19² steht auf der Einladung und wirft Fragen auf. Das G steht natürlich für Gellert, es findet sich auf dem Programmheft gleich 19 Mal wieder. Die 19 steht für die 19. Veranstaltung und die ² für die zwei Abende, der 19. Veranstaltung. Das Streichquartett Colianis eröffnete den Abend mit Mozarts "Allegro spiritoso". Der Dichter Christian Fürchtegott Gellert, der viel Zeit in Wölkau verbrachte, und Wolfgang Amadeus Mozart sind sich nie begegnet. Sie haben jedoch von 1756 (Mozarts Geburtsjahr) bis 1767 (Gellerts Todesjahr) gemeinsam auf der Erde verbracht, klärte Moderator Rainer Mlynarczyk auf. Dem entsprechend passt Mozarts Musik in die Zeit Gellerts. So spielte Colianis - setzt sich aus den Vornamen der Musiker zusammen - auch noch die Sätze "Adagio", "Menuetto" und "Allegro as.jpg". Dazwischen rezitierte Schauspieler Friedhelm Eberle Gellert. Unter anderem gab er auch "Der gute Rat" zum Besten: Ein junger Mensch, der sich vermählen wollte und dem man manchen Vorschlag tat, bat einen Greis um einen guten Rat, was für ein Weib er nehmen sollte? "Freund" sprach der Greis, "das weiß ich nicht. So gut man wählt, kann man sich doch betrügen. Sucht Ihr ein Weib bloß zum Vergnügen: So wählet Euch ein schön Gesicht; Doch liegt Euch mehr an Renten und am Staate als am verliebten Zeitvertreib: So dien' ich Euch mit einem andern Rate, bemüht Euch um ein reiches Weib; Doch strebt Ihr durch die Frau nach einem hohen Range: Nun, so vergesst, dass bessre Mädchen sind, wählt eines großen Mannes Kind und untersucht die Wahl nicht lange; Doch wollt Ihr mehr für Eure Seele wählen als für die Sinnen und den Leib: So wagt's, um Euch nach Wunsche zu vermählen und wählt Euch ein gelehrtes Weib." Hier schwieg der Alte lachend still. "Ach!" sprach der junge Mensch, "das will ich ja nicht wissen; Ich frage, welches Weib ich werde wählen müssen, wenn ich zufrieden leben will und wenn ich, ohne mich zu grämen - "O!" fiel der Greis ihm ein, "da müsst Ihr keine nehmen."

Der zweite Teil des Sonnabend-Abends gehörte dem Komponisten, Gitarristen und Dichter Michael Lauer. Der Europäische Kunstpreisträger 2001 präsentierte mit seinem Partner Friedhelm Eberle Auszüge aus seinem Programm "Der Tag neigt sich dem Traum". Keine Gellert-Texte, die vertont und lyrisch dargebracht dennoch das klassische Programm verstärkten und an Gellert ranrückten.

Der Sonntag gehörte den Kindern und Jugendlichen. Gospeltrain Leipzig, der Chor und die Theatergruppe der Gellert-Grundschule und das Duo Lerchenpein gestalteten das Programm (wir berichten in einer unserer nächsten Ausgaben). "Wir wollten bewusst und verstärkt Kinder und Jugendliche hinführen zu Gellert und sie mit dem Thema vertraut machen. Darum haben wir das Programm getrennt. Wir haben an beiden Abenden mehr Besucher erreicht als in den bisherigen Veranstaltungen", sagte der 2. Vorsitzende Olaf Graszt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 24.06.2013

Frank Pfütze

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