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Gemeinde Krostitz will im ehemaligen Standesamt zusätzliche Hortplätze schaffen

Kinderbetreuung Gemeinde Krostitz will im ehemaligen Standesamt zusätzliche Hortplätze schaffen

Die Gemeinde Krostitz erfreut sich seit Längerem an einem anhaltenden Bauboom. Vor allem junge Leute zieht es in die Kommune mit einer intakten Infrastruktur. Damit wächst auch die Kinderzahl, sodass die Plätze in Kort und Kindergrippe langsam knapp werden. Deshalb will die Gemeinde den Hort erweitern und dafür das ehemalige Standesamt umbauen.

Das ehemalige Standesamt in Krostitz steht leer. Das Gebäude will die Gemeinde zum Hort umbauen lassen.

Quelle: Thomas Steingen

Krostitz. Mit derzeit 97 angemeldeten Kindern hat der Hort der Kindertagesstätte Sonnenkäfer in Krostitz seine Kapazitätsgrenze so gut wie erreicht. 103 zu betreuende Grundschüler hat das Landesjugendamt im Gebäude, Körnerstraße 12, genehmigt. Allerdings ist diese Genehmigung seit Jahren befristet. „Es ist eng, und es gibt nur einen kleinen Außenbereich und damit wenig Spielfläche im Freien“, erklärt Kita-Leiterin Heike Buse.

Diese Situation soll entspannt werden, denn gemeinsam mit Bürgermeister Wolfgang Frauendorf (CDU) arbeitet sie an Erweiterungsplänen. Frauendorf hat bereits ein konkretes Projekt auf dem Schreibtisch, das vorsieht, nur wenige Meter vom Hort entfernt ein zweites Objekt zu erschließen.

Nachdem im vergangenen Jahr der Ausbau der Gemeindeverwaltung abgeschlossen werden konnte, ist das Standesamt aus der Körnerstraße in die Dübener Straße 1 gezogen. Und auch der Seniorenraum im ehemaligen Standesamt wird nicht mehr benötigt, denn die Rentner haben im Bürgerhaus in der Turnerstraße ein neues Domizil gefunden. Eine der beiden Wohnungen im Obergeschoss des ehemaligen Standesamtgebäudes ist leer und aus der anderen wolle der Mieter ausziehen. „Somit bietet sich für uns die einmalige Chance, dieses Objekt zum Hort umzubauen“, erklärt der Bürgermeister.

Von Vorteil ist, dass zu diesem Grundstück ein großer Garten gehört, der an die Kleingartenanlage Goldene Aue grenzt, in der der Bürgermeister für den Bedarfsfall sogar noch eine Reserve für den Außenbereich sieht. „Mit dann 75 Plätzen im alten Hort und 50 im neuen sind Kindergarten/-krippe und Hort für die nächsten Jahre gesichert“, schätzt Heike Buse.

Der anhaltende Bauboom in der Gemeinde habe dafür gesorgt, dass nicht nur der Hort, sondern auch der Krippenbereich der Kita im Kirchweg an Kapazitätsgrenzen stoße, so der Bürgermeister weiter. Zudem sei zu erwarten, dass mit dem Zuzug von Flüchtlingen auch die Kinderzahlen in der Gemeinde wüchsen. Und wenn es im Kirchweg eng wird, böte sich beispielsweise die Möglichkeit, die Vorschulgruppe im zum Hort umgebauten Gebäude, Körnerstraße 3, gemeinsam mit den Grundschülern der 1. Klasse unterzubringen, sodass sich ein gruppeninterner Übergang vom Kindergarten in den Hort ergebe. In diesem Fall könnten dann im Kirchweg mehr Krippenplätze geschaffen werden, so das Gedankenspiel der Kita-Leiterin. Aufgrund der räumlichen Nähe der beiden Gebäude hätten dann auch die älteren Grundschüler aus dem jetzigen Hort die Möglichkeit, den großen Außenbereich in der Körnerstraße 3 mit nutzen zu können. Natürlich bedürfe das alles der Zustimmung des Landesjugendamtes, schränkt Frauendorf ein.

Die Umbaupläne für das alten Standesamt sehen unter anderem vor, in dem Gebäude zwei Gruppenräume mit 45 und 40 Quadratmetern Größe, zwei Hausaufgabenräume, ein Spiel- und ein Computerzimmer, Garderoben und entsprechende Toiletten zu schaffen. Zudem wird aus Brandschutzgründen eine Außentreppe als zweiter Fluchtweg erforderlich. Rund 250 000 Euro seien laut Kostenschätzung einzuplanen, 200 000 Euro für den Umbau und 50 000 Euro für die Ausstattung. „Dieses Summen werden in der Haushaltsplanung für 2016 berücksichtigt. Dazu hat die Gemeinde auch einen Fördermittelantrag gestellt“, berichtet der Bürgermeister.

Die Gemeinde verfügt derzeit in Krostitz über 85 Kindergarten- und 40 Krippenplätze plus fünf Plätze bei einer Tagesmutter. Der Hort ist für 103 Grundschüler ausgelegt. Die Kita Hohenossig kann 18 Mädchen und Jungen in der Krippe und 42 im Kindergarten aufnehmen.

Von Thomas Steingen

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